Regionalfussball
«Wir dürfen uns nicht hinter den Verletzten verstecken»: Der SC Buochs stellt sich gegen Luzerns U21-Junioren auf die Hinterbeine

Buochs und Luzerns U21-Junioren treten am Samstag (17 Uhr, Seefeld) mit unterschiedlichen Gemütslagen zum 1.-Liga-Derby an.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Das Team von SCB-Trainer Marco Spiess hat bereits 23 Gegentore erhalten.

Das Team von SCB-Trainer Marco Spiess hat bereits 23 Gegentore erhalten.

Martin Meienberger / Freshfocus (Buochs, 19. September 2021)

Der Vergleich ist interessant. Sowohl der SC Buochs als auch die U21-Auswahl des FC Luzern haben nach sieben Spieltagen lediglich sechs Tore erzielt. Während die Nidwaldner als Konsequenz mit einem Abstiegsplatz vorliebnehmen müssen, stehen die Luzerner in Tuchfühlung mit der 1.-Liga-Spitze. «Mit der Anzahl Punkte sind wir zufrieden, nicht aber mit der Offensivleistung und der Chancenauswertung. Es ist ein Auf und Ab, wobei die Tendenz klar nach oben zeigt», sagt FCL-U21-Chefcoach Sandro Chieffo. Wenn sein Team am Samstag beim SCB gastiert (17 Uhr, Seefeld), wird es dies in der Favoritenrolle tun.

Die Buochser Sorgen gehen nämlich über den produktionsschwachen Angriff hinaus, auch die defensive Stabilität war bisher nicht gewährleistet – mit 23 Stück kassierten sie fast doppelt so viele Gegentreffer wie Luzern (12). Auffällig sind die vielen Wechsel, aufgrund der Absenzen verändert sich die Startformation regelmässig. Sinnbildlich hierfür ist die zentrale Abwehr, die inklusive der Partien im Cup bereits sieben verschiedene Innenverteidiger-Duos in der Startelf präsentierte. Der SCB-Trainer Marco Spiess erklärt:

«Den Automatismen ist dies natürlich nicht förderlich. Auch im zentralen Mittelfeld und im Sturm ist die Situation ähnlich, wir haben keine eingespielte Achse.»

Buochs fehlt der kreativste Spieler

Die Alarmglocken klingen auf dem Seefeld nach dem missglückten Saisonstart noch nicht in schrillen Tönen, schönreden will man die Situation aber nicht. «Wir dürfen uns nicht hinter den Verletzten oder den schwierigen Umständen verstecken», sagt Spiess und er betont: «Jetzt müssen wir uns auf die Hinterbeine stellen und die Eigenfehler vermeiden. Dann werden wir auch gegen Luzern nicht chancenlos sein.» Schwer wiegt dabei die verletzungsbedingte Absenz des kreativsten Buochsers Haxhi Neziraj.

Weitaus besser ist die Stimmungslage in Luzern, wo sich die Absenzenliste zuletzt markant verkürzt hat. «Im Training haben wir nun einen anderen Drive», berichtet Chieffo, der derzeit am Erwerb der Uefa-Pro-Lizenz arbeitet. Vom Talent seiner Equipe ist er begeistert, «das ist eine der besten U21-Teams, die ich hier bisher betreut habe».

Neben der fussballerischen Qualität fällt die Jugendlichkeit auf, gegen Buochs werden voraussichtlich sogar vier Akteure mit Jahrgang 2004 in der Startelf stehen. «Derzeit stellen wir eher eine U19-Auswahl», sagt Chieffo, was zuweilen auch für negative Unberechenbarkeit sorgen kann, wie die 0:5-Schlappe vor drei Wochen in Schötz bezeugt.

Keine «Wow-Mannschaft» in der Gruppe

Dass sein Team den SC Buochs nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, beweist dessen letzter Auftritt in der Meisterschaft. Ausgerechnet bei Leader Höngg spielten die Nidwaldner mit einem 2:0-Sieg die ersten Punkte ein, nach dem Platzverweis von Avdi Berisha kurz vor der Pause sogar in Unterzahl. «In dieser Gruppe können wir jeden schlagen, aber auch gegen jeden verlieren», findet Chieffo. «Eine Wow-Mannschaft wie ehemals Biel oder Baden gibt es diesmal nicht.»

Aktuelle Nachrichten