Handball
Auf den Schultern des Goalies des HC Kriens-Luzern lastet grosser Druck

Die Handballer von Kriens-Luzern sind in der Krise, einer aber hält standhaft dagegen: Der neue Goalie Rok Zaponsek.

Stephan Santschi
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Die Baustellen bei den derzeit erfolglosen Krienser QHL-Handballern sind mannigfaltig, die grösste findet sich aber in der Defensive. Die einstige Wand ist zur offenen Türe mutiert, 27,5 Gegentore kassiert der HCKL im Schnitt pro Spiel, womit er in dieser Statistik auf Platz sieben steht. Zum Vergleich: Letzte Saison hatten die Zentralschweizer mit durchschnittlich 25 Bällen im eigenen Netz noch die zweitbeste Abwehr der Liga. Umso erstaunlicher ist es, dass der einzige Akteur, der in dieser Saison konstant gute Leistungen zeigt, der Goalie ist: Rok Zaponsek (Bild). In den ersten 13 Spielen fanden 450 Würfe den Weg auf sein Tor, 144 davon verwehrte er den Zutritt – daraus ergibt sich eine sehr solide Fangquote von 32 Prozent.

«Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Wenn wir auf einem höheren Level verteidigen würden, könnte sie aber noch besser sein», so der 29-jährige Slowene. Zunächst hatte er in der neuen Liga Probleme, das Videomaterial für die Matchvorbereitung war dünn.

«Nun aber kenne ich die gegnerischen Shooter, spiele gegen sie zum zweiten Mal. Mit jeder Runde werde ich besser»,

sagt der Nachfolger von Paul Bar, der am Samstag zwischen den Pfosten von Gegner GC Amicitia (18 Uhr, Maihof) steht.

GC Amicitia ist auch der Gegner im Cup

Die drittklassierten Zürcher, auf die Kriens-Luzern am 6. Februar auch im Cup-Viertelfinal treffen wird, sind bisher die positive Überraschung und damit das Gegenstück der Zentralschweizer. Der neuformierte Abstiegsrunden-Teilnehmer der letzten Spielzeit gefällt mit unbeschwertem Handball, das Hinspiel ging für den HCKL brachial mit 21:32 verloren. Zaponsek ist jedoch überzeugt, dass sich jetzt die grosse Möglichkeit zum Turnaround bietet:

«Am Samstag kommt unser Tag. Wenn wir gewinnen, geht es aufwärts.»

Der Druck, der dabei auf seinen Schultern lastet, ist gross. Die Abstimmung mit der Abwehr ist ungenügend. «Wir müssen mehr kommunizieren, unsere Defensive muss auf ein höheres Level kommen», fordert Zaponsek. Zudem verfügt er mit Kayoum Eicher über einen teaminternen Konkurrenten, der kaum Spielzeit erhält und ihn daher nicht entlasten kann. «Es ist schwierig, jedes Spiel auf einem Toplevel zu sein.» Zaponsek arbeitet seit Jahren mit einem Mentalcoach zusammen, im Oktober startete er sogar ein Online-Studium für angewandte Psychologie.

Trotz der Krise, trotz der sportlichen Bankrotterklärung am letzten Samstag gegen Basel und trotz dem Out von Tim Rellstab (Bänder- und Kapselverletzung im Sprunggelenk) ist Zaponsek zuversichtlich, dass sich Kriens-Luzern aus dem Tief befreit. «Bisher fanden wir keinen Ausweg. Doch wir müssen weiter trainieren und an uns glauben. So ist der Sport», sagt der Profi, der ähnliche Situationen von seinen früheren Auslandsstationen in Ungarn und Frankreich kennt. «Noch haben wir nichts verpasst. Es liegt in unseren Händen, die Saison zu verbessern.»

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