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Applaus trotz Niederlage: Der FC Luzern leistet gegen Zürich erbitterten Widerstand

Die Frauen des FC Luzern erleiden gegen Leader FC Zürich nach sehr guter Leistung eine bittere 2:3-Niederlage.

Peter Birrer
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Die Luzernerin Sina Cavelti (rechts) im Laufduell gegen die Zürcherin Riana Fischer.

Die Luzernerin Sina Cavelti (rechts) im Laufduell gegen die Zürcherin Riana Fischer.

Bild: Patrick Hürlimann

Das Ende ist nicht mehr fern, und die Luzernerinnen wehren sich mit allen verfügbaren Kräften, dieses 2:2 zu halten. Es wäre ein sehr beachtliches Ergebnis gegen den FC Zürich, der mit vier Siegen in Serie gestartet und als Leader in die Zentralschweiz gereist ist. Aber der leidenschaftliche Kampf wird nicht belohnt. Weil Nadine Riesen in der 88. Minute entwischt und mit ihrem 3:2 dafür sorgt, dass sich der Favorit doch noch durchsetzt.

Dem FCL bleibt als Trost der Applaus des Publikums, das eine Equipe gesehen hat, die bemerkenswerten Widerstand leistete. Trainer Edvaldo Della Casa bilanziert: «Die Leistung war über 80 Minuten sehr gut. Leider haben wir es erneut nicht geschafft, uns dafür zu belohnen.»

Hinter ihm liegt ein aufwühlendes Spiel. Luzern gerät nach elf Minuten durch Meriame Terchoun früh in Rückstand, reagiert darauf aber schnell. Der unnachgiebigen Stürmerin Sina Cavelti gelingt nach einer feinen Einzelleistung das verdiente 1:1 (18.). An der Seitenlinie macht sich Della Casa bemerkbar. Er beklatscht den Treffer, er freut sich über die Furchtlosigkeit seiner Spielerinnen in den Duellen, und er sieht sich in seiner Überzeugung bestätigt. In einem Beitrag im Matchprogramm hat er geschrieben: «Wir sind ganz bestimmt nicht chancenlos.» Und: «Wir wissen, dass wir es drauf haben!»

Das herrliche 2:2 von Alena Bienz

Die Luzernerinnen wirken stilsicherer als ihr Gegner, dessen Trainerin Inka Grings mehrmals nur den Kopf schüttelt. Oder lautstark zum Ausdruck bringt, dass sie mit der Leistung überhaupt nicht zufrieden ist. «Bewegung!», schreit sie auf den Platz, immer wieder, oder sie verwirft die Hände, weil sie nicht das zu sehen bekommt, was sie sehen möchte. Gleichwohl geht ihr FCZ dank Seraina Piubel mit einem Vorsprung in die Pause.

Aber das reicht nicht, um den Widerstand zu brechen und locker durch die zweite Halbzeit zu kommen. Der FCL bäumt sich erneut auf und gleicht nach einer Stunde zum zweiten Mal aus. Und wie! Alena Bienz erhält an der Mittellinie den Ball, lässt eine Gegnerin aussteigen, drückt aus weiter Entfernung ab und überrascht mit dem herrlichen Schuss Goalie Livia Peng.

Es tut sich in der Folge einiges, auf beiden Seiten. Luzerns Torhüterin Lourdes Carmen Romero verhindert mit einer starken Parade das 2:3, kurz darauf kommen Sina Cavelti und Michèle Schnider zu günstigen Möglichkeiten, aber beide scheitern. Coach Della Casa sagt:

«Uns hat es nicht nur in diesen Szenen an der nötigen Effizient gemangelt.»

Es scheint sich ein Remis abzuzeichnen, bis eben die für die zweite Hälfte eingewechselte Riesen ihren Auftritt hat und die Begegnung entscheidet. Luzerns Trainer Della Casa schiesst durch den Kopf: «Das darf doch nicht wahr sein …!» Alle Versuche, in der Nachspielzeit das 3:3 noch zu erzwingen, schlagen fehl.

Della Casa: «Das Glück wird zurückkehren»

Der FCZ steht damit immer noch makellos da, während Luzern die dritte Niederlage in Folge erlitt und weiter auf den zweiten Meisterschaftssieg seit dem 22. August (5:1 gegen Lugano) wartet. Aber Della Casa hat genügend Signale erhalten, die ihn zuversichtlich stimmen. «Wir waren besser als der Tabellenführer, hatten einen klaren Plan und zeigten eine starke Mentalität», sagt er, «ich bin sicher, dass das Glück bald zurückkehren wird.»

Weiter geht es am kommenden Samstagabend im Cup gegen den FC Baden. Der FCL hat den Anspruch, die Aufgabe gegen den Zweitligisten souverän zu lösen, und Della Casa erhofft sich, dass sich der deutliche Klassenunterschied im Resultat niederschlagen wird. Eine Woche später geht es in der Meisterschaft weiter – die Luzernerinnen gastieren am 16. Oktober bei YB.

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