Ad Astra Sarnen besiegt den Heimfluch

Die Obwaldner schlagen Thun 5:4 und geben die rote Laterne ab. Dabei feiern sie gleich drei NLA-Premieren.

Melk von Flüe
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Die Sarner (Robin Markström, rechts) entschieden das Spiel in der letzten Minute.

Die Sarner (Robin Markström, rechts) entschieden das Spiel in der letzten Minute.

Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 18. Januar 2020)

Die Erlösung kam spät, erst in der 60. und letzten Spielminute. Das NLA-Kellerduell zwischen Ad Astra Sarnen und dem UHC Thun hätte in der Schlussphase auf beide Seiten kippen können. Doch es war Ad Astras Captain Roman Schöni, der den Ball 51 Sekunden vor dem Ende zum 5:4-Endstand in die Maschen des Thuner Tors beförderte. Der Jubel bei Schöni, seinen Mitspielern und dem einmal mehr grossen Sarner Publikum war riesig.

«Normalerweise zeige ich bei Toren nicht viele Emotionen. Aber nach diesem Tor musste ich richtig jubeln, das war ziemlich geil», schilderte Roman Schöni seine Gefühls­lage nach dem Siegtreffer. Er und seine Teamkollegen verdienten sich dieses rare Erfolgserlebnis, weil sie nie aufgaben und sich auch durch die bekannten Makel – individuelle Fehler und mangelnde Chancenauswertung – nicht aus dem Konzept bringen liessen.

Zweimal Zwei-Tore- Rückstand aufgeholt

Durch den 5:4-Erfolg feierte Ad Astra gleich drei Premieren: Es war der erste Sieg in der NLA nach 60 Minuten sowie der erste NLA-Heimsieg in der Vereinsgeschichte. Und Sarnen liegt nun erstmals nicht mehr auf dem letzten Tabellenplatz. Den hat jetzt der UHC Thun inne. Dies könnte im Kampf gegen den Abstieg noch von entscheidender Bedeutung sein. Dass die Obwaldner die Playouts bestreiten müssen, steht bereits fest. Der 11. Rang führt aber zu einer besseren Ausgangslage: Als zwölftplatziertes Team trifft man immer auf den stärksten verbliebenen Konkurrenten, der Tabellenelfte hat also ein einfacheres Programm. «Es ist vor allem für den Kopf sehr wichtig, dass wir nun auf dem 11. Platz liegen. Für unser Selbstvertrauen ist das sehr gut», gab Captain Roman Schöni zu Protokoll.

Das Ende des Sarner Heimfluchs – zuvor gingen alle acht NLA-Heimspiele verloren – musste sich das Team von Eetu Vehanen aber hart erkämpfen. Im ersten Drittel und im Schlussabschnitt holte es jeweils einen Zweitorerückstand auf. «Es war enorm wichtig, dass wir jeweils schnell auf die Gegentore reagieren konnten», sagte Roman Schöni. «Da haben wir tolle Moral bewiesen.» Er selbst zeichnete nebst dem Siegtreffer auch für das zwischenzeitliche 2:2 verantwortlich – mit einem souverän verwandelten Penalty. «Ich habe zwei bis drei Varianten, wie ich meine Penaltys schiesse. Und die scheinen gut zu funktionieren.»

In der Schlussphase ging das Spiel hin und her. Nachdem Ad Astra im Powerplay das 4:4 gelungen war, konnte auch Thun zwei Minuten in Überzahl spielen. Dabei kamen die Berner, aber auch das Heimteam per Konter, dem 5:4 nahe. Doch Mario Britschgi im Tor der Obwaldner hielt sein Team mit starken Paraden im Spiel. Und dann traf Roman Schöni doch noch zum erlösenden, viel umjubelten 5:4.

Zentralschweizer Derby mit ungleichen Vorzeichen

Bis in die 18. Runde musste sich Ad Astra Sarnen gedulden, ehe der erste Sieg in der regulären Spielzeit errungen werden konnte. Obwohl dieser Erfolg den Obwaldnern Selbstvertrauen geben wird und sie die rote Laterne an die Thuner abgeben konnten, gehen sie am Dienstag (19.45 Uhr, Stadthalle Zug) als klarer Underdog in das Zentralschweizer Derby gegen Zug United. Die Zuger punkten in dieser Saison so regelmässig wie noch nie und schnuppern an einem Tabellenplatz unter den ersten vier, was das Heimrecht in den Playoff-Viertelfinals bedeuten würde. Während die Sarner bereits am Samstag gegen Thun spielten, traten die Zuger erst am Sonntag gegen den SV Wiler-Ersigen an. Den zusätzlichen Ruhetag dürften die Obwaldner nicht ungern entgegengenommen haben.  «Neben vollen Batterien braucht es gegen Zug über die ganzen 60 Minuten eine konzentrierte Leistung, wenn wir am Ende mit Punkten nach Hause fahren wollen», meint Ad Astras Captain Roman Schöni. Wer den Verlauf des Hinspiels im Dezember zwischen den beiden Zentralschweizer Mannschaften im Kopf hat, der weiss, worauf Schöni anspricht. Unentschieden stand es damals nach 40 Minuten, ehe die Zuger im Schlussabschnitt aus dem 2:2 ein 7:2 machten. Die Zuger hingegen dürften bestrebt sein, die Widersacher aus Obwalden diesmal schon früher in die Schranken zu weisen. (JH)

18. Runde: Wiler-Ersigen – Zug 8:1. Ad Astra Sarnen – Thun 5:4. Rychenberg Winterthur – Köniz 4:5 n.V. Ma­lans – Chur 6:4. Langnau – Grasshoppers 6:12. Waldkirch-St. Gallen – Uster 9:3. Rangliste: 1. Wiler-Ersigen 18/46. 2. Grasshoppers 18/45. 3. Malans 18/35. 4. Köniz 18/34. 5. Zug 18/34. 6. Waldkirch-St. Gallen 18/29. 7. Rychenberg Winterthur 18/27. 8. Uster 18/23. 9. Chur 18/23. 10. Langnau 18/18. 11. Sarnen 18/6. 12. Thun 18/4.

Ad Astra Sarnen – Thun 5:4 (2:2, 0:1, 3:1)
Dreifachhalle. – 521 Zuschauer. – SR Stäheli/Zähnler. Tore: 8. Widmer (Graber) 0:1. 10. Mendrek (Bärtschi) 0:2. 12. Basil von Wyl (Kunelius) 1:2. 13. Roman Schöni (Penalty) 2:2. 37. Scheuner (Garbely) 2:3. 41. Saurer (Ammann) 2:4. 45. Cornel von Wyl (Markström) 3:4. 53. Savinainen (Cornel von Wyl/Ausschluss Mendrek) 4:4. 60. Roman Schöni (Jonas von Wyl) 5:4.
Ad Astra Sarnen: Britschgi; Läubli, Berchtold; Kunelius, Markström; Kramelhofer, Höltschi; Marco Schöni, Roman Schöni, Jonas von Wyl; Basil von Wyl, Cornel von Wyl, Savinainen; Dubacher, Durot, Baschung.

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