Radsport

Weshalb für Silvan Dillier jetzt der beste Zeitpunkt für eine ungewohnte Zwangspause ist

Silvan Dillier: Die Ruhe selbst in stürmischen Zeiten.

Silvan Dillier: Die Ruhe selbst in stürmischen Zeiten.

Der Schneisinger Radprofi Silvan Dillier arrangiert sich so gut wie möglich mit dem Coronalockdown und schwelgt, ziemlich genau zwei Jahre nach seinem Exploit beim Klassiker Paris-Roubaix, in schönen Erinnerungen.

Der Blick zurück macht ein wenig wehmütig. Ziemlich genau vor zwei Jahren durfte der Schneisinger Radprofi Silvan Dillier beim Klassiker Paris-Roubaix seinen bisherigen Karriere-Höhepunkt erleben. Hinter Superstar Peter Sagan fuhr er in der «Hölle des Nordens» auf den zweiten Platz.
Während des Coronalockdowns ist Dillier, wie eigentlich alle Profisportler auf der ganzen Welt, wettkampfmässig zum Nichtstun verurteilt. Entsprechend verweilt man gerne mal in schönen Erinnerungen. Der 29-Jährige postete anlässlich des zweiten Jahrestags am Ostersonntag einige Bilder seines damaligen Exploits auf Instagram.

Dillier Instagram

Auf dem Weg zum Flughafen zurückgepfiffen

Gut sechs Wochen ist es mittlerweile her, dass die Wettkampfsaison 2020 für Silvan Dillier vorerst zu Ende ging – kaum hatte sie begonnen. Der Schneisinger war auf dem Weg zum Flughafen, als ihn der Anruf des Teammanagers seiner AG2R-Equipe erreicht. «Bleib daheim!», hiess es. Statt nach Italien zu fliegen, wo Dillier die «Strade bianche» hätte bestreiten sollen, kehrte er in seine eigenen vier Wände zu Frau Cornelia und dem drei Monate alten Sohn Ilja zurück. Nach ein paar Tagen der Unsicherheit, wie es weitergehen würde, wurde schnell einmal klar, dass die ganze Frühjahres-Saison ins Wasser fallen würde.

Inzwischen hat sich Silvan Dillier natürlich längstens mit der Lage arrangiert. Er sagt: «Auf der einen Seite ist es sehr schade, kann ich mein Bestes nicht zeigen, zumal ich super in Form war. Aber ich mache mir wenig Gedanken darüber, was hätte sein können.» Er lebe vorderhand im Moment, arbeite an seinen Grundlagen und schmiede auch keine Pläne. «Zumal», so Dillier, «keiner weiss, wann, wie und wo es wieder losgeht.»

Trainingsbilder auf Instagram nicht erwünscht

Kommt dazu: Silvan Dillier befindet sich vergleichsweise in einer komfortablen Lage. Er darf mit seinem Velo weiterhin draussen trainieren – im Gegensatz etwa zu seinen zahlreichen, französischen Teamkollegen bei AG2R. Die müssen wegen der Ausgangssperre drinnen bleiben. «Deshalb haben wir von der Teamleitung auch ein Verbot erhalten, auf den sozialen Medien über unsere Trainings zu berichten», verrät Dillier.

Existenzielle Sorgen macht sich der Radprofi vorderhand noch keine. Team-Hauptsponsor AG2R steht bis 2023 in der Pflicht und dürfte höchstens durch eine drohende Absage der Tour de France irritiert werden. Silvan Dillier bleibt so oder so gelassen. Er geniesst die ungeplante Nähe zu Frau und Kind und sagt: «Wenn ich einen Moment aussuchen müsste, daheim zu bleiben, wäre es der jetzige Zeitpunkt.»

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