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Grosse Unsicherheit vor den Frühlings-Klassikern

Keine einfachen Zeiten für den Radsport: Chris Froome an der UAE Tour, bevor diese wegen Fällen von Coronavirus abgebrochen wurde

Keine einfachen Zeiten für den Radsport: Chris Froome an der UAE Tour, bevor diese wegen Fällen von Coronavirus abgebrochen wurde

Der Radsport-Kalender wird derzeit durch das Coronavirus besonders durcheinander gewirbelt. Weitere Absagen dürften folgen, nachdem verschiedene Teams bereits selber entschieden haben.

Das traditionelle, am Samstag geplante Radrennen Strade Bianche in der Gegend um Siena wurde am Donnerstag wegen der Angst vor dem Coronavirus abgesagt. Im Moment halten die Organisatoren noch an der Durchführung des Mehretappen-Rennens Tirreno-Adriatico (11. bis 17. März) und des ersten Frühjahrs-Klassikers Mailand-Sanremo (21. März) in Norditalien fest. Der Entscheid könnte ihnen aber aus den Händen genommen werden, denn immer mehr Teams verzichten auf die Teilnahme.

Für den Tirreno hat bereits die Hälfte der World-Tour-Teams (Mitchelton, EF, Groupama-FDJ, Ineos, Astana, UAE, AG2R, Sunweb, Jumbo) das Handtuch geworfen. AG2R mit den beiden Schweizern Silvan Dillier und Mathias Frank und das britische Starensemble von Ineos sagten auch für Mailand-Sanremo ihre Teilnahme ab. Für den Moment sieht es aus, als ob mit Paris-Nizza (8. bis 15. März) ein anderes Mehretappen-Rennen profitieren könnte. Das belgische Team Deceuninck–Quick-Step entschied, neben Julian Alaphilippe mit Kasper Asgreen, Bob Jungels und Zdenek Stybar drei weitere Aushängeschilder in Frankreich starten zu lassen. "Wir geben den Classique-Spezialisten die Priorität", erklärte der sportliche Leiter Wilfried Peeters im flämischen Fernsehen. Auch Romain Bardet und Peter Sagan wollen an den Start gehen.

Andere Teams, wie CCC mit Michael Schär, UAE Emirates mit Tom Bohli, Mitchelton oder Astana verzichten auch auf Paris-Nizza. Denn die Meinungen der Mediziner gehen weit auseinander. Die Ärzte von zehn Teams erklärten, sie würden eine Annullation der Rennen der nächsten Wochen bevorzugen. Dr. Yvan van Mol von Deceuninck fragte hingegen in der niederländischen Zeitung "Het Nieuwsblad": "Haben diese Teams ihre Fahrer nach der UAE Tour in ihren Zimmern eingeschlossen?"

Dort wurde das Coronavirus bei zwei Staff-Mitgliedern festgestellt. Noch bis am 14. März sitzen drei World-Tour-Teams in ihrem Hotel in Abu Dhabi in Quarantäne fest. Der Radrennsport steht in den kommenden Wochen - wie viele andere Sportarten - vor grossen Herausforderungen, die noch viele Umstellungen mit sich bringen werden. Nicht ganz einfach ist angesichts der grossen Unsicherheit auch die Formplanung für die Athleten.

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