Nachgefragt
Nino Niederreiter: «Hier in Paris ist es schön gemütlich»

Auf der Tribüne war in Paris ein prominenter Gast zu sehen: Der Schweizer NHL-Star Nino Niederreiter. Wir haben Ihn getroffen und ein wenig über seine Beziehung zum Tennis geplaudert.

Marcel Kuchta, Paris
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Der Schweizer Nationalstürmer Nino Niederreiter stattet dem French Open in Paris einen Besuch ab.

Der Schweizer Nationalstürmer Nino Niederreiter stattet dem French Open in Paris einen Besuch ab.

Keystone

Wie oft haben sie schon Grand-Slam-Turniere besucht?

Nino Niederreiter: Ich war schon mehrmals hier in Paris, in Wimbledon und auch am US Open. Den Grand-Slam der Turnierbesuche kann ich allerdings erst nach meiner Karriere vollenden. Das Australian Open findet ja bekanntlich während der Eishockey-Saison statt. (lacht)

Und welches ist Ihr Lieblingsturnier?

Jedes ist auf seine Art speziell. Das US Open ist lärmig und mit seinem Super-Saturday auch sehr spektakulär. Wimbledon gefällt mir wegen seiner Eleganz mit den vielen, gut gekleideten Leuten. Am besten passt es mir aber hier in Paris. Hier ist es schön gemütlich. Die Leute sind sehr relaxt.

Nino Niederreiter Der 23-jährige Churer spielt in der NHL bei den Minnesota Wild und ist ein grosser Tennisfan.

Nino Niederreiter Der 23-jährige Churer spielt in der NHL bei den Minnesota Wild und ist ein grosser Tennisfan.

KEYSTONE/AP/LM OTERO

Wie lange bleiben Sie hier?

Bis Sonntag. Die Tickets besorge ich mir in der Regel spontan via den Schweizer Spielern. Das klappt eigentlich immer. Am Donnerstag habe ich Timea (Bacsinszky) zugeschaut. Am Freitag freue ich mich auf die Spiele von Stan (Wawrinka) und von Martina (Hingis). Ich hoffe, dass die Schweizer so lange wie möglich im Turnier bleiben. Schade ist natürlich, dass Roger (Federer) und Belinda (Bencic) nicht hier sein können.

Wer ist Ihr Lieblingsspieler? Federer oder Wawrinka?

Man kann die beiden nicht vergleichen. Federer ist mit seiner Eleganz eine Klasse für sich. Was mich bei Stan beeindruckt, sind seine Kampfkraft und seine mentale Stärke. Und trotzdem bleibt er dabei immer sehr locker.

Man kann ihn von seiner Spielweise her durchaus ein wenig mit einem Eishockeyspieler vergleichen, oder?

Ja, er ist eher der Typ Powerforward, so wie ich (lacht).

Spielen Sie selber auch Tennis?

Primär schaue ich einfach sehr gerne zu. Ich bin ein grosser Tennis-Fan. Ich werde aber in diesem Sommer zusammen mit Carlo Janka einmal pro Woche eine Tennislektion nehmen. Wobei man sagen muss: Ich spiele wirklich nicht gut. Aber ich arbeite daran (lacht).

Können Sie etwas aus dem Tennis fürs Eishockey nutzen?

Eigentlich nicht. Es ist für mich spannend, als Mannschaftssportler die Einzelsportler bei der Arbeit zu beobachten. Wenn ich einen Fehler mache, dann habe ich immer noch die Chance, dass er von einem Teamkollegen ausgebügelt wird. Auf dem Tennisplatz hast Du diese Absicherung nicht. Ich bewundere deshalb die mentale Stärke der Spieler. Das ist beeindruckend.