Sotschi
Neuer Rekord: Noch nie gingen so viele Schweizer Sportler an Winterspiele

Das Schweizer Team in Sotschi umfasst 163 Athletinnen und Athleten und ist damit so gross wie noch nie an Olympischen Winterspielen. Möglich machte dies nicht zuletzt die Aufnahme von neuen Disziplinen ins Olympia-Programm.

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Simon Ammann ist der Fahnenträger der grössten Schweizer Delegation an Winterspielen.

Simon Ammann ist der Fahnenträger der grössten Schweizer Delegation an Winterspielen.

Keystone

Vor vier Jahren in Vancouver wurden die Schweizer Farben 146-fach vertreten. Der damalige Rekordwert für Winterspiele wird nun am Schwarzen Meer mit 71 Frauen und 92 Männern nochmals getoppt. Damals wie heuer in Sotschi konnten beide olympischen Eishockey- und Curling-Turniere mit Teams beschickt werden. In den neuen Disziplinen im Bereich Ski Freestyle (Halfpipe, Slopestyle) und Snowboard (Slopestyle) selektionierte Swiss Olympic 17 Sportlerinnen und Sportler.

Sina Candrian Snowboard (Slopestyle)
119 Bilder
Isabel Derungs Snowboard (Slopestyle)
Elena Könz Snowboard (Slopestyle)
Lucien Koch Snowboard (Slopestyle)
Jan Scherrer Snowboard (Slopestyle)
Iouri Podladtchikov Snowboard (Halfpipe)
Christian Haller Snowboard (Halfpipe)
David Hablützel Snowboard (Halfpipe)
Verena Rohrer Snowboard (Halfpipe)
Ursina Haller Snowboard (Halfpipe)
Nadja Putschert Snowboard (Halfpipe)
Tim Watter Snowboard (Cross)
Sandra Gerber Snowboard (Cross)
Simona Meiler Snowboard (Cross)
Marvin James Snowboard (Cross)
Simon Schoch Snowboard (Alpin)
Philipp Schoch Snowboard (Alpin)
Nevin Galmarini Snowboard (Alpin)
Kaspar Flütsch Snowboard (Alpin)
Patrizia Kummer Snowboard (Alpin)
Stefanie Müller Snowboard (Alpin)
Ladina Jenny Snowboard (Alpin)
Julie Zogg Snowboard (Alpin)
Simon Ammann Skispringen
Gregor Deschwanden Skispringen
Bigna Windmüller Skispringen
Mike Schmid Skicross
Alex Fiva Skicross
Armin Niederer Skicross
Fanny Smith Skicross
Sanna Lüdi Skicross
Katrin Müller Skicross
Jorinde Müller Skicross
Luca Schuler Ski Freestyle (Slopestyle)
Elias Ambühl Ski Freestyle (Slopestyle)
Fabian Bösch Ski Freestyle (Slopestyle)
Kai Mahler Ski Freestyle (Slopestyle)
Eveline Bhend Ski Freestyle (Slopestyle)
Camilla Berra Ski Freestyle (Slopestyle)
Yannic Lerjen Ski Freestyle (Halfpipe)
Virginie Favre Ski Freestyle (Halfpipe)
Nina Ragettli Ski Freestyle (Halfpipe)
Nils Lauper Ski Freestyle (Halfpipe)
Mirjam Jäger Ski Freestyle (Halfpipe)
Joel Gisler Ski Freestyle (Halfpipe)
Tanja Schärer Ski Freestyle (Aerials)
Christopher Lambert Ski Freestyle (Aerials)
Thomas Lambert Ski Freestyle (Aerials)
Mischa Gasser Ski Freestyle (Aerials)
Renato Ulrich Ski Freestyle (Aerials)
Marina Gilardoni
Martina Kocher
Gregory Carigiet Rodeln
Tim Hug Nordische Kombination
Roman Schaad Langlauf
Toni Livers Langlauf
Seraina Boner Langlauf
Remo Fischer Langlauf
Martin Jäger Langlauf
Jöri Kindschi Langlauf
Laurien van der Graaff Langlauf
Jovian Hediger Langlauf
Gianluca Cologna Langlauf
Eligius Tambornino Langlauf
Jonas Baumann Langlauf
Curdin Perl Langlauf
Bettina Gruber Langlauf
Dario Cologna Langlauf
Sven Michel Curling
Sandro Trolliet Curling
Simon Gempeler Curling
Mirjam Ott Curling
Janine Greiner Curling
Carmen Schäfer Curling
Claudio Pätz Curling
Benoit Schwarz Curling
Alina Pätz Curling
Carmen Küng Curling
Beat Hefti Bob
Thomas Amrhein Bob
Thomas Lamparter Bob
Rico Peter Bob
Jürg Egger Bob
Caroline Spahni Bob
Tanja Mayer Bob
Fabienne Meyer Bob
Elisabeth Graf Bob
Ariane Walser Bob
Alex Baumann Bob
Selina Gasparin Biathlon
Elisa Gasparin Biathlon
Aita Gasparin Biathlon
Benjamin Weger Biathlon
Serafin Wiestner Biathlon
Simon Hallenbarter Biathlon
Ivan Joller Biathlon
Irene Cadurisch Biathlon
Claudio Böckli Biathlon
Gino Caviezel Ski alpin
Mauro Caviezel Ski alpin
Didier Defago Ski alpin
Beat Feuz Ski alpin
Carlo Janka Ski alpin
Patrick Küng Ski alpin
Justin Murisier Ski alpin
Sandro Viletta Ski alpin
Daniel Yule Ski alpin
Ramon Zenhäusern Ski alpin
Luca Aerni. Ski alpin
Silvan Zurbriggen Ski alpin
Fränzi Aufdenblatten Ski alpin
Denise Feierabend Ski alpin
Dominique Gisin Ski alpin
Michelle Gisin Ski alpin
Lara Gut Ski alpin
Wendy Holdener Ski alpin
Nadja Kamer Ski alpin
Marianne Kaufmann-Abderhalden Ski alpin
Fabienne Suter Ski alpin

Sina Candrian Snowboard (Slopestyle)

Keystone

Mit 163 selektionierten Athletinnen und Athleten (plus zwei Ersatz) lässt die Schweiz in Sotschi - zumindest zahlenmässig - gar die Wintersport-Grossmacht Deutschland (152) hinter sich, die im Medaillenspiegel der vergangenen vier Winterspiele stets einen der ersten beiden Ränge belegt hat.

Erst einmal in der Nachkriegszeit - an den Sommerspielen 1948 in London (181) - war die Schweizer Olympia-Delegation grösser als jene für Sotschi. Dieser Wert stammt jedoch aus Zeiten, als das Mitmachen bei Olympia noch ganz eindeutig wichtiger war als das Gewinnen.

"Vier von den Verbänden vorgeschlagene Athleten haben wir abgewiesen. Es war uns wichtig, eine Linie zu haben und die Selektionskriterien über alle Disziplinen hinaus im Auge zu haben", sagte Gian Gilli, der Chef de Mission, zehn Tage vor der Eröffnungsfeier anlässlich der Selektions-Medienkonferenz von Swiss Olympic in Dietikon. "Wir präsentieren eine Mannschaft, auf die wir stolz sein können." Laut dem Engadiner, der persönlich vor seinen neunten Olympischen Spielen steht, fiel die Selektion "leicht grosszügig" aus. Man habe ein paar Spezial-Selektionen vornehmen können, sodass vor allem Junge profitieren konnten. Dies habe das Regulativ zugelassen.

Potenzial für zehn Medaillen

Geht es nach Gilli, umfasst das Schweizer Olympia-Team rund 20 Athleten, die das Potenzial für eine Medaille haben oder in der Nähe der Top 3 landen können. Würde die Hälfte dieser Sportlerinnen und Sportler in Sotschi reüssieren, ergäbe dies "etwa zehn Medaillen". "In diese Richtung sollte es gehen. Es wäre schön, wenn wir die Medaillenanzahl von Vancouver übertreffen könnten." Vor vier Jahren in Kanada durfte sich die Schweiz über sechs Olympiasiege und drei Bronzemedaillen freuen.

Mit Simon Ammann, Dario Cologna, Didier Défago, Carlo Janka und Mike Schmid sind alle Schweizer Olympiasieger von 2010 auch am Schwarzen Meer wieder am Start. 102 Athletinnen und Athleten werden in Sotschi ihre Olympia-Premiere erleben. Unter ihnen ist auch die Eishockey-Internationale Alina Müller, die mit erst 15 Jahren das "Küken" der Schweizer Olympia-Delegation sein wird. Gerade bei den Neulingen sei es von grosser Bedeutung, dass sie von ihren Betreuern auch mental optimal auf den Grossanlass vorbereitet würden, schliesslich sei bei Olympia alles viel grösser und teilweise ungewohnt. "Das kann einen jungen Athleten emotional schon aus den Fugen bringen", warnt Gilli.

Thema waren nicht nur die Selektionsentscheide, sondern auch die Sicherheit der 336 Personen umfassenden Schweizer Delegation. "Wir haben eine grosse Verantwortung. Unser Team ist in ständigem Kontakt mit den Bundesbehörden in Bern", sagte Jörg Schild, der Präsident von Swiss Olympic. Gemäss den Verantwortlichen von Swiss Olympic beschäftige die Sicherheitsfrage auch die Athleten. "Wir verfügen über einen Krisenstab und haben Prozesse durchgespielt", so Gilli. Er selbst habe vollstes Vertrauen in die russischen Behörden.

Ammann: "Für mich geht Traum in Erfüllung"

Simon Ammann kommt am 7. Februar die Ehre zuteil, die Schweizer Olympia-Delegation an der Eröffnungsfeier in Sotschi als Fahnenträger anzuführen. Dies gab Swiss Olympic gestern anlässlich der Selektions-Medienkonferenz in Dietikon bekannt.

Ammann wird in Sotschi bereits zum fünften Mal seit 1998 an Olympischen Spielen teilnehmen. 2002 in Salt Lake City und vor vier Jahren in Vancouver gewann der 32-Jährige jeweils beide Einzel-Wettbewerbe im Skispringen und ist seither der erfolgreichste Schweizer Olympia-Teilnehmer aller Zeiten. "Es ist mir eine grosse Ehre, mit der Schweizer Fahne im Olympiastadion einzulaufen. Dies ist etwas vom Schönsten, was ich in meiner Karriere erleben darf. Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung", liess Ammann per Videobotschaft verlauten.

Der erste Wettkampf steht für den Toggenburger, der als Schweizer Fahnenträger bei Winterspielen die Nachfolge von Eiskunstläufer Stéphane Lambiel antritt, zwei Tage nach der Eröffnungsfeier mit dem Springen von der Normalschanze auf dem Programm.

"Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung", sagte Ammann, der in Russland zum fünften Mal an Olympischen Winterspielen teilnimmt. 2010 und 2002 in Salt Lake City triumphierte er jeweils in beiden Einzel-Wettbewerben.

Alle Schweizer Fahnenträger an der Olympia-Eröffnungsfeier

Jahr Ort, Fahnenträger, Sport
2012 London Stanislas Wawrinka Tennis
2010 Vancouver Stéphane Lambiel Eiskunstlauf
2008 Peking, Roger Federer, Tennis
2006 Turin, Philipp Schoch, Snowboard
2004 Athen, Roger Federer, Tennis
2002 Salt Lake City, Gian Simmen, Snowboard
2000 Sydney, Thomas Frischknecht, Rad
1998 Nagano, Guido Acklin, Bob
1996 Atlanta, Stefan Schärer, Handball
1994 Lillehammer, Gustav Weder, Bob
1992 Barcelona (S), Daniel Giubellini, Kunstturnen
1992 Albertville (W), Vreni Schneider, Ski alpin
1988 Seoul (S), Cornelia Bürki, Leichtathletik
1988 Calgary (W), Michela Figini, Ski alpin
1984 Los Angeles (S), Christine Stückelberger, Reiten Dressur
1984 Sarajevo (W), Erika Hess, Ski alpin
1980 Moskau* (S) --
1980 Lake Placid (W), Marie Theres Nadig, Ski alpin
1976 Montréal (S), Christian Kauter, Fechten
1976 Innsbruck (W), Werner Camichel, Bob
1972 München (S), Urs von Wartburg, Leichtathletik
1972 Sapporo (W), Edy Bruggmann, Ski alpin
1968 Mexico-City, (S) Henri Chammartin, Reiten Dressur
1968 Grenoble (W), Alois Kälin, Nordische Kombination
1964 Tokio (S), Peter Laeng, Leichtathletik
1964 Innsbruck (W), Hans Ammann, Langlauf
1960 Rom (S,) August Hollenstein, Schiessen
1960 Squaw Valley (W), Andreas Däscher, Skispringen
1956 Melbourne** (S) --
1956 Cortina (W), Georges Schneider, Ski alpin
1952 Helsinki (S), Walter Lehmann, Turnen
1952 Oslo (W), Ueli Poltera, Eishockey
1948 London (S), Armin Scheurer, Leichathletik
1948 St. Moritz (W), Felix Endrich, Bob

* = Wegen des Einmarsches sowjetischer Truppen in Afghanistan ab Dezember 1979 nahmen fünfzehn Länder, darunter auch die Schweiz, nicht unter ihrer Nationalflagge teil. Bei Zeremonien wurde stattdessen die olympische Flagge gehisst und bei jedem gewonnenen Titel die olympische Hymne gespielt

** = Boykott der Schweizer Delegation wegen Olympia-Teilnahme der Sowjetunion (Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn)

(S) = Sommerspiele

(W) = Winterspiele

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