Der FC Thun steht zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Cupfinal. Die Berner Oberländer setzten sich in einem hart umkämpften Spiel und etwas Glück auswärts gegen den FC Luzern nach einem späten Treffer von Roy Gelmi 1:0 durch.

Tragische Figur beim FCL vor den Augen der Luzerner Meistermannschaft von 1989 war Torhüter David Zibung, der beim Gegentreffer keine gute Figur machte. Der 35-Jährige, der mit den Luzernern schon drei Cupfinals verlor, konnte in der 80. Minute eine Flanke von Matteo Tosetti nicht klären.

Dejan Sorgic blieb cool, legte für Gelmi auf, der aus 15 Metern mit seinem ersten Saisontor die Thuner nach 64 Jahren wieder in den Cupfinal schoss. Dort treffen die Thuner am 19. Mai in Bern auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Zürich und Basel.

Tosetti schmerzhaft vermisst

Gelmi hatte den entscheidenden Angriff eingeleitet, Tosetti schlug die Flanke, die Zibung und dem FCL zum Verhängnis wurde. Tosetti hatten die Thuner in den letzten Wochen während ihrer sportlichen Misere in der Meisterschaft mit neun Spielen ohne Sieg schmerzhaft vermisst.

Mitte der zweiten Halbzeit gab der beste Vorbereiter der Thuner sein Comeback und belohnte mit dieser Aktion sich und seine Mannschaft für einen kämpferisch einwandfreien Auftritt.

Der FC Thun brauchte vor gut 12 000 Zuschauern aber auch das Glück des Tüchtigen. Luzern stand in der zweiten Halbzeit dem Führungstor näher. Blessing Eleke verfehlte das Tor nur knapp (54.) und mit der Einwechslung von Pascal Schürpf, dem Doppel-Torschützen beim furiosen 4:0 in den Viertelfinals gegen Meister Young Boys, erhöhte das Heimteam den Druck noch einmal.

Mit aller Macht

Ein Treffer gelang dem Team von Thomas Häberli aber nicht mehr, auch wenn es in der fünfminütigen Nachspielzeit mit aller Macht den Ausgleich suchte. Klare Torchancen erspielte sich der FCL aber nicht mehr, so dass eine weitere Heimniederlage resultierte.

Luzern ist in der Super League das schwächste Heimteam. So jubelte am Ende der FC Thun, der den besseren Start in die Partie erwischt hatte. Bereits nach 107 Sekunden tauchte Sorgic nach einem abgelenkten Schuss von Marvin Spielmann alleine vor Zibung auf, zögerte aber zur lange, so dass Otar Kakabadse doch noch klären konnte.

Nach einer knappen Viertelstunde traf Grégory Karlen nach einer schönen Flanke von Sorgic mit dem Kopf den Ball nicht richtig. Erst danach übernahm das Heimteam allmählich die Initiative, nachdem die Luzerner in der 9. Minute Pech bekundet hatten, als Schiedsrichter Adrien Jaccottet ein Handspiel von Nicola Sutter im eigenen Strafraum übersah und nicht bestrafte.

Die beste Chance zum Führungstreffer für den FCL vor der Pause vergab dann Silvan Sidler, der nach einem glänzenden Zuspiel von Christian Schneuwly am stark reagierenden Guillaume Faivre im Thuner Tor scheiterte (26.).