Formel 1

Mehr Rennen, mehr Spannung und weniger Kosten

FIA-Präsident Jean Todt spielte bei der Ausarbeitung der neuen Regularien eine wichtige Rolle

FIA-Präsident Jean Todt spielte bei der Ausarbeitung der neuen Regularien eine wichtige Rolle

Mehr Action auf der Strecke, mehr Chancengleichheit durch geringere Kosten, aber auch mehr Rennen: Die Formel 1 startet ab 2021 durch sportliche, technische und finanzielle Reformen in eine neue Ära.

Der Weltrat des Motorsport-Verbandes (FIA) segnete die entsprechenden Pläne ab. Somit wurde am Rande des Grossen Preises der USA in Austin definitiv beschlossen, was nach rund zwei Jahren intensiver Arbeit mit Fahrern und Rennställen diskutiert wurde und grösstenteils schon bekannt war.

Die wichtigsten Neuerungen sind die erstmalige Einführung einer Budgetgrenze für die Teams, die mögliche Erweiterung des Kalenders von 22 auf bis maximal 25 Rennen pro Jahr und langsamere Autos, die spannendere Rennen ermöglichen.

Maximal 175 Millionen US-Dollar sollen künftig pro Rennstall und Jahr ausgegeben werden dürfen. Ausgenommen davon sind aber beispielsweise die Lohn- oder Reisekosten. "Das ist immer noch eine hohe Zahl, aber wir betrachten das als ersten Schritt", sagte FIA-Präsident Jean Todt. Zudem werden ab der übernächsten Saison Änderungen bei Technik und beim Design der Wagen greifen. "Wir wollen eine engere WM und weniger vorhersehbare Rennen", sagte Todt, der von einem "Wendepunkt" für den Sport sprach.

Die Rennställe um Mercedes und Ferrari werden künftig viele ihrer Freiheiten bei der Entwicklung verlieren. Es sollen standardisierte Einheitsteile eingeführt werden, damit es weniger Unterschiede zwischen den Boliden gibt. Das senkt die Ausgaben. Um solche und andere Überlegungen hatte es zuletzt hitzige Debatten gegeben. Insgesamt war die Erstellung des grössten Reformpakets in der Formel-1-Historie ein zäher Prozess mit jeder Menge Meinungen. Ob alle Teams ab 2021 weiter dabei sind, wird sich weisen.

"Die neuen Regeln werden bestimmt nicht allen gefallen, aber wir werden einen ausgeglicheneren Wettkampf haben", sagte Formel-1-Boss Chase Carey. In den vergangenen sechs Jahren hatte der Branchenführer Mercedes jeweils die WM-Titel bei Konstrukteuren und Fahrern geholt. Geht es nach Carey und Co., wird es solche Serien künftig nicht mehr geben. Jeder soll die Chance auf den Sieg haben.

Die Autos werden durch die Veränderungen schwerer und die Rundenzeiten mehrere Sekunden langsamer. "Das ist natürlich insgesamt nicht das, was wir wollen. Aber man muss einen Kompromiss finden", sagte Red-Bull-Fahrer Max Verstappen, der sich auf mehr Überholmanöver freut. Künftig könnte der Niederländer mit seinen Rivalen aber sogar noch öfter fahren. 2020 sind 22 Rennen geplant, bis zu 25 Grand Prix sind danach möglich. Dafür wird das Programm von vier auf nur noch drei Tage pro Wochenende gestrafft.

"Insgesamt ist es das Ziel, die Formel 1 weniger komplex zu machen. Sie soll einfacher zu verstehen sein", sagte Todt.

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