Eishockey

Ein geräuschloser Abflug der Kloten Flyers

Die Kloten Flyers verabschieden sich ohne Sieg durch die Hintertüre aus den Playoffs.

Die Kloten Flyers verabschieden sich ohne Sieg durch die Hintertüre aus den Playoffs.

Die Kloten Flyers verabschieden sich mit einer 1:4-Niederlage gegen den HC Davos sieg- und chancenlos aus den Playoffs.

Die entscheidende Szene hätte nicht typischer sein können: Die Kloten Flyers versuchten mit einem Mann mehr, doch noch den Ausgleich zu erzielen. Tommi Santala fuhr ins Drittel der Davoser, wo er in einen Zweikampf mit Dino Wieser geriet. Prompt verlor der Topskorer der Flyers den Puck und Wieser erzielte ins leere Tor das 1:3. Die Kampfkraft und Leidenschaft des Davosers hatte auch in dieser Situation obsiegt – so wie es eigentlich während dieser ganzen, einseitigen Playoff-Serie der Fall gewesen war. Die Flyers fanden nie ein Gegenmittel gegen die Maschinerie des HCD, die zwar auch in Spiel Nummer vier nur zwischenzeitlich auf Hochtouren lief, trotzdem aber stets die höhere Drehzahl aufwies als diejenige der Kloten Flyers.

Keine Präsenz vor Genoni

Die Flieger glichen in diesen Playoffs mehr einem Segelflugzeug denn einem Düsenjet, weshalb der geräuschlose Abflug in die Ferien auch alles andere als überraschend ist. 4:0 lautet das Verdikt zugunsten der Davoser, die in dieser Viertelfinalserie selten bis nie an ihre Leistungsgrenze gehen mussten. Auch im vierten Spiel hatte man nie das Gefühl, dass die Mannschaft von Trainer Sean Simpson noch einmal ins Geschäft zurückkehren könnte. Die Davoser legten mit zwei Powerplaytreffern vor.

«Während die Davoser einen Gang nach oben schalteten, schalteten wir einen Gang nach unten.»

Patrick von Gunten, Verteidiger Kloten Flyers

«Während die Davoser einen Gang nach oben schalteten, schalteten wir einen Gang nach unten.»

Auf der anderen Seite musste HCD-Goalie Leonardo Genoni, der sich erst knapp vier Minuten vor der Schlusssirene bezwingen lassen musste, kaum einmal einen gefährlichen Schuss halten. Er wurde von seinen Vorderleuten gut abgeschirmt. Die Klotener Stürmer bekundeten, trotz des drohenden Ausscheidens vor Augen, aber auch nur selten Interesse daran, in die Gebiete vorzudringen, in denen man den Preis zahlen – sprich Schläge einstecken muss, um die Tore zu erzielen. Wie man das macht, zeigten auf der anderen Seite – auch das kommt nicht von Ungefähr – die Gebrüder Dino und Marc Wieser, die die beiden wegweisenden Überzahltreffer zum 2:0 jeweils aus der Nahdistanz erzielten.

«Letztlich war der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften zu gross. Während die Davoser einen Gang nach oben schalteten, schalteten wir einen Gang nach unten», resümierte Kloten-Verteidiger Patrick von Gunten mit hängendem Kopf. Von Gunten gehörte zu der Kategorie Spieler in Reihen der Flyers, die in diesen Playoffs so ziemlich alles schuldig blieben. Der Nationalspieler gehört zusammen mit Stürmer Peter Guggisberg, der während der vier Spiele nahezu unsichtbar blieb, zu den Grossverdienern in Reihen der Klotener. Ausser Captain Dennis Hollenstein und Tommi Santala kam keiner der designierten Leistungsträger auch nur annähernd auf sein erwartetes Rendement. Das war viel zu wenig gegen einen HC Davos, der dem Gegner mit seinem druckvollen Spiel kaum Luft zum Atmen gab.

Wie weiter mit Simpson?

Sean Simpson wusste in dieser PO-Viertelfinal-Serie nicht zu überzeugen.

Sean Simpson wusste in dieser PO-Viertelfinal-Serie nicht zu überzeugen.

Von der Bank kamen bei den Flyers auch keinerlei Impulse. Trainer Sean Simpson hatte zwar versucht, mit umgestellten Linien noch einmal frischen Wind in die Mannschaft zu bringen. Auf dem Eis agierten die Spieler dann aber so, als ob ihnen das drohende Saisonende gar nicht so ungelegen kommt. Simpson hatte seinem Team mit der Aussage, dass mit der Playoff-Qualifikation das Saisonziel schon erreicht ist, ein sauberes Alibi für diese uninspirierten Auftritte geliefert. Fragt sich, wohin der Weg der Flyers mit Simpson an der Bande führt? Entlassen können ihn nur die in Nordamerika domizilierten Besitzer. Biederer Durchschnitt wird ihnen auf Dauer auch nicht genügen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1