Sami Hyypiä

Die Ausreden des FCZ-Trainers, der bei Stellenantritt erst einmal in die Ferien ging

Der FCZ taumelt dem Abgrund entgegen. Sami Hyypiä ist nach dem 0:4 gegen Lugano nicht mehr Trainer. Ein Rückblick und eine Bilanz der Zürcher Spieler unter ihrem (ehemaligen) finnischen Chef.

Beginnen wir mit einem kleinen Quiz: Was tat Sami Hyypiä als erstes, nachdem er beim FC Zürich unterschrieb? Er ging in die Ferien.

Am 21. August 2015 gibt der FCZ den neuen Trainer Hyypiä bekannt. Zum ersten Mal an der Linie steht der Finne am 13. September gegen den FC Thun. Zürich spielt 3:3. Hyypiä sagt: „Ich sah viele positive Dinge.“

Es wird ein langer Leidensweg bis zum ersten Sieg in der Meisterschaft. Nach mehr als zwei Monaten Warten ist es am 22. November beim vogelwilden 5:3 gegen Lugano so weit. Doch das Auf und Ab geht weiter.

FCZ-Trainer entlassen

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Die 0:4-Niederlage gegen Lugano war zu viel. Am Tabellenende angekommen, entscheidet sich die Mannschaft gegen ihren Coach Sami Hyypiä.

Konstanz bringt der Finne beim FCZ nie rein. Dafür gibt er bald bekannt, wie er sich erholt. Beim Eishockeyspielen. Einmal pro Woche trifft er sich mit den Senioren des EHC Urdorf. Gut informierte Quellen melden: Auf dem Eis war er erfolgreicher als an der Seitenlinie.

Am Donnerstagnachmittag nun ist das Schreckens-Kapitel Hyypiä beim FCZ zu Ende. Kam das Aus überraschend? Nein. Hätte man eine Vorahnung haben können? Natürlich. Hyypiäs Bilanz als Trainer von Leverkusen, Brighton und Zürich liest sich so: 11 Siege aus 62 Spielen. Es ist eine bedenkliche Bilanz.

26 Meisterschaftsspiele hat der FCZ unter Hyypiä bestritten. Dabei gab es 5 Siege, 10 Unentschieden und 11 Niederlagen. Eines ist gleich geblieben: Als Hyypiä kam, war der FCZ Letzter. Wenn Hyypiä nun geht, ist der FCZ weiterhin Letzter. Und eines ist ebenfalls häufig gleich: Die Art und Weise, wie Hyypiä die Spiele analysiert. Hören wir rein:

Nach den ersten sieben Meisterschaftsspielen unter ihm hat Hyypiä bereits genug gesehen. Er verbannt Torhüter Yannick Brecher auf die Bank. Gegen Vaduz darf Anthony Favre im Tor stehen. Besserung? Nicht wirklich. Auch Favre ist am 1:1 gegen Vaduz nicht schuldlos. In den Medien heisst Hyypiä fortan: „Sami Sieglos“

Immerhin ein Sieg zum Ende der Vorrunde. Immerhin drei Punkte. Trotzdem ist die Bilanz zur Winterpause schlecht. Der Trainer scheint häufig ratlos. Man fragt sich: Wird Hyypiä je in Zürich ankommen?

Ein 0:0 gegen Lugano ist peinlich? Hyypiä ahnt nicht, dass es knapp drei Monate später noch ein bisschen schlimmer wird.

Das Derby wird wieder zum FCZ-Katastrophen-Tag. Und wieder steht der Torhüter im Fokus. Anthony Favre präsentiert GC-Stürmer Dabbur den Ball als kleines Geschenk zum 1:1. Er ist seinen Platz im FCZ-Tor nach diesem Spiel wieder los.

Und tatsächlich: Mit Goalie Brecher scheint es beim FCZ plötzlich wieder aufwärts zu gehen. Plötzlich scheinen die Mosaiksteinchen zu greifen. Plötzlich scheint der FCZ endlich so zu rennen, wie sich Hyypiä das vorstellt. Und bald, nach dem lockeren Sieg über das miserable St.Gallen, hat der FCZ sieben Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz.

Der Frust ist gross. 2:0 geführt. In Basel. Dazu rot-blau nach einer roten Karte nur noch zu zehnt! Was kann da schon schief gehen? Vieles. Die Basler gleichen das Spiel aus. Embolo trifft per Penalty nach einem Foul von Alain Nef an Embolo. Es ist so etwas wie der Startschuss in den Abgrund.

Der FCZ und seine Goalies. Es ist ein Thema, das nie versiegt. Das Hin und Her hilft niemandem. Nach dem späten Foul von Brecher im Heimspiel gegen den FC Basel, das zum Penalty und zur Niederlage führte, degradiert Hyypiä seinen Schlussmann erneut. Nun steht die Mannschaft am Abgrund. Die Spieler sprechen sich gegen Hyypiä aus. Anfangs Nachmittag kommt es zur Trennung.

Die Frage lautet nun: Wer kann den FCZ mit welchen Methoden noch retten? Drei Spiele bleiben. In St.Gallen. In Sion. Und zu Hause gegen Vaduz.Noch ist es nicht zu spät. Aber zu behaupten, es sei fünf vor zwölf, wäre eine grausame Untertreibung.

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