Kommentar
Marco Odermatt ist mehr als ein Supertalent

Für Marco Odermatt gibt es offenbar keine Grenzen. Dabei geht vergessen, dass hinter seinen Erfolgen auch viel Arbeit steckt.

Martin Probst
Martin Probst
Drucken
Marco Odermatt (l.) erhält von Alexander Schmid eine Champagnerdusche.

Marco Odermatt (l.) erhält von Alexander Schmid eine Champagnerdusche.

Luciano Solero / EPA

Egal, wo man hinhört, egal welchen Experten man fragt, die Lobeshymnen auf Marco Odermatt hören nicht auf. Er verbinde alles, was ein guter Skifahrer brauche. Viele sehen in ihm sogar das Ideal eines Skifahrers. Fast so, als habe man aus der DNA von früheren Stars einen neuen Athleten erschaffen. Einer, der sowohl mutig, wie sicher ist. Gefühlvoll, aber auch nervenstark. Kräftig, und doch geschmeidig.

Natürlich hat Odermatt seine DNA von seinen Eltern geerbt. Aber die Vergleiche mit den Skistars der Vergangenheit zeigen, in welchen Sphären er sich bereits bewegt. Und wie schwer sich selbst Experten damit tun, genau zu erklären, warum der 24-Jährige so gut ist. Was ihn so stark macht.

Sicher ist, Odermatts Erfolge allein auf ein ihm angeborenes Supertalent zurückzuführen, greift zu kurz. In ganz jungen Jahren war der Nidwaldner nicht der Schnellste, wie sein Vater erst kürzlich im «Blick» erzählte. Erst, als die Pubertät auch bei Marco Odermatt einsetzte, begann die Erfolgs­geschichte, die ebenso auf Fleiss und Training beruht.

Am vielleicht eindrücklichsten aber ist, wie er mit den Lobeshymnen und Erwartungen umgeht, wie er immer wieder Bestleistungen zeigt. Er selbst sagt: «Wenn alle den Sieg erwarten, kann man nur noch verlieren.» Es ist eine Rolle, die er wohl so schnell nicht mehr loswird. Odermatt bringt alles mit, um den Skisport über Jahre zu dominieren. Doch geniessen wir vorerst den Moment. Er hat es verdient.

Aktuelle Nachrichten