Eishockey-WM 2017
Kanada als Glücksbringer: Der Sieg der Schweizer ist ein gutes Omen für diese WM

Die Schweizer besiegten die Eishockey-Weltmacht Kanada mit 3:2 nach Verlängerung. Das kann ein gutes Omen für diese Weltmeisterschaft sein.

Marcel Kuchta
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Kanada (hier Claude Giroux) unterliegt der Schweiz an der WM 2017.

Kanada (hier Claude Giroux) unterliegt der Schweiz an der WM 2017.

Keystone

Wenn die Schweizer an einem Turnier gegen die Eishockey-Weltmacht Kanada gewannen, dann klassierten sie sich immer unter den sechs besten Teams – und holten einmal eine Medaille. 2006 an den Olympischen Winterspielen belegte die Schweiz Platz 6. An der WM 2010 Platz 5. Und an der WM 2013 gewannen die Eisgenossen sogar die Silbermedaille.

2006 – Olympische Spiele

Schweiz - Kanada 2:0
Torschütze: Paul DiPietro (2).

Paul DiPietro erzielt beide Tore gegen Kanada.

Paul DiPietro erzielt beide Tore gegen Kanada.

Keystone

Die Story: Die Kanadier spielen mit allen NHL-Stars und die Schweizer an die Wand. Aber die haben im Tor selber eine Wand stehen: Martin Gerber. Der Emmentaler hält alle 49 Schüsse, die auf seinen Kasten abgefeuert werden, und zeigt dabei zum Teil unfassbare Paraden. Zudem bringt ausgerechnet der eingebürgerte Kanadier und ehemalige NHL-Spieler Paul Di Pietro die Schweizer im ersten Drittel in Führung und doppelt im zweiten Abschnitt in doppelter Überzahl nach.

2010 – WM

Schweiz - Kanada 4:1
Torschützen: Ivo Rüthemann, Martin Plüss,
Andres Ambühl, Thomas Déruns.

Martin Plüss erzielt einen der vier Treffer an der WM 2010.

Martin Plüss erzielt einen der vier Treffer an der WM 2010.

Keystone

Die Story: Nach den Winterspielen in Vancouver schicken sowohl die Kanadier als auch die Schweizer sehr junge Teams an die WM, weil viele der etablierten Nationalspieler nach der langen Saison keine Lust mehr verspüren, auch noch an den jährlichen Titelkämpfen teilzunehmen. Die Schweizer, erstmals mit Sean Simpson an der Bande, nutzen die Gunst der Stunde zum ersten WM-Sieg gegen eine kanadische Mannschaft überhaupt – nachdem man zuvor in 24 (!) Anläufen gescheitert war.

2013 – WM

Schweiz - Kanada 3:2 n. P.
Torschützen: Dennis Hollenstein,
Nino Niederreiter, Reto Suri (Penalty).

Reto Suri (rechts) und Nino Niederreiter schiessen die Schweiz 2013 zum Sieg.

Reto Suri (rechts) und Nino Niederreiter schiessen die Schweiz 2013 zum Sieg.

Keystone

Die Story: Auf dem Weg zur Silbermedaille bleiben die Schweizer in Stockholm neun Spiele in Serie ungeschlagen. Unter anderem werden die Kanadier im zweiten Vorrundenspiel in die Knie gezwungen. Nach dem Auftaktsieg gegen den Gastgeber aus Schweden gehen die Schweizer mit viel Selbstvertrauen in den Vergleich mit dem Turnierfavoriten. Nino Niederreiter gelingt in der 54. Minute der späte 2:2-Ausgleich, Reto Suri verwandelt im Penaltyschiessen den entscheidenden Versuch.

2017 – WM

Schweiz - Kanada 3:2 n. V.
Torschützen: Fabrice Herzog (2),
Vincent Praplan.

Fabrice Herzog erzielt das 3:2-Siegestor in der Verlängerung.

Fabrice Herzog erzielt das 3:2-Siegestor in der Verlängerung.

Keystone

Die Story: Nach einem frühen 0:2-Rückstand und einem Goaliewechsel von Jonas Hiller zu Leonardo Genoni deutet zunächst nichts auf einen neuerlichen Schweizer Exploit hin. Doch Genoni macht hinten die Türe zu, während vorne der ZSC-Stürmer Fabrice Herzog zu grosser Form aufläuft. Mit seinem ersten Treffer bringt er im letzten Drittel die Hoffnung auf einen Punktgewinn zurück. Praplan profitiert dann beim Ausgleichstreffer von einem Fehler des kanadischen Goalies, ehe Herzog die Partie in der Verlängerung mit einem Backhand-Traumtor zugunsten der Schweizer entscheidet.