St. Moritz 2017

Hirscher und Feller feiern österreichischen Doppelsieg im Slalom – keine Medaillen für die Schweiz

Am Schlusstag der WM in St. Moritz holt Österreich im Slalom den Doppelsieg: Gold für Marcel Hirscher und Silber für Manuel Feller. Felix Neureuther gewinnt Bronze. Für die Schweizer reicht es nicht in die Top 10. Yule und Zenhäusern scheiden im zweiten Lauf leider aus.

Dem Swiss-Ski-Quartett blieb zum Abschluss der Heim-WM in St. Moritz eine Spitzenplatzierung verwehrt. Slalom-Teamleader Daniel Yule und Ramon Zenhäusern schieden nach gutem ersten Lauf aus, Reto Schmidiger (16.) verpasste die Top 10 um 22 Hundertstel.

14 Fahrer lagen vor dem Finaldurchgang innerhalb einer Sekunde, unter ihnen Zenhäusern (9. Rang) und Yule (11.) auch zwei Schweizer. Mit zwei respektive vier Zehnteln Rückstand auf Position 3 waren ihre Medaillenchancen durchaus intakt. Doch der Vorstoss sollte nicht einem der zwei Walliser, sondern vielmehr Felix Neureuther gelingen. Der Deutsche, der in den Tagen vor dem Slalom mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, lag nach dem ersten Lauf genau zwischen Zenhäusern und Yule.

"Wenn ich sehe, was Felix gelungen ist, so wäre für mich einiges möglich gewesen. Das tut weh, denn es passiert mir nicht zum ersten Mal, dass ich eine gute Ausgangslage nicht nutzen kann", sagte Yule, der im steilsten Abschnitt einen Innenskifehler beging und ausschied. "Es gab nichts anderes als volles Risiko. Nun ging es halt nicht auf, aber deswegen werde ich nicht zu weinen beginnen", so der Unterwalliser einen Tag nach seinem 24. Geburtstag.

Zenhäusern mit Einfädler

Nicht besser erging es seinem Oberwalliser Teamkollegen Zenhäusern. Nach einem Fehler im Steilhang setzte er ebenfalls ganz auf die Karte Risiko und fädelte kurze Zeit später ein. "Das kann passieren. Es ist brutal enttäuschend, dass dies gerade an der WM und vor eigenem Publikum passieren muss", so Zenhäusern.

Er verneinte, dass er wegen der für ihn nicht alltäglichen Ausgangslage besonders nervös gewesen sei. "Ich war gar nicht gross nervös, denn ich wusste ja, dass alle so nahe beieinander liegen."

Zenhäusern gab jedoch auch zu, dass ihm zwischen den Läufen die Geschichte eines anderen Oberwallisers vor 14 Jahren in den Sinn kam. Damals war Silvan Zurbriggen am WM-Schlusstag in St. Moritz im zweiten Slalom-Lauf von Position 7 noch in den 2. Rang vorgestossen. "Natürlich war das bei mir irgendwo im Hinterkopf. Doch es hat mich nicht blockiert", so Zenhäusern.

Damit verblieb neben dem Nidwaldner Schmidiger, der am Nachmittag mit siebentbester Laufzeit noch fünf Positionen gutmachte, einzig Luca Aerni als 19. im Klassement. Der Berner fuhr allerdings sechs Tage nach seinem WM-Gold in der Kombination zu fehlerhaft.

Der Rennverlauf zum Nachlesen im Liveticker Jasmin Krähenbühl:

Meistgesehen

Artboard 1