Handball
HC Kriens-Luzern schlägt St.Otmar St.Gallen und deutet Qualitäten an

Kriens-Luzern schlägt St.Otmar St.Gallen mit 32:27 und stemmt sich damit erfolgreich gegen den Negativtrend.

Stephan Santschi
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Mit sechs Treffern bester Krienser: Sikosek Pelko.

Mit sechs Treffern bester Krienser: Sikosek Pelko.

Bild: Eveline Beerkircher

Am Ende waren sie alle glücklich im Lager des HC Kriens-Luzern. Kreisläufer Domen Sikosek Pelko erhielt die Auszeichnung für den besten Spieler, spazierte mit den Geschenken zu seinen Teamkollegen, nahm Gratulationen entgegen, alle hatten ein Lächeln im Gesicht. Kein Zweifel: Der 32:27-Heimsieg gegen St.Otmar St.Gallen wirkte wie Balsam für die geschundene Krienser Handballseele. «Die Stimmung war bei uns immer gut. Was besser werden muss, ist die Lockerheit. Diesmal war das phasenweise richtig gut», freute sich Trainer Goran Perkovac über den ersten Sieg mit einem etwas grösseren Stellenwert. Bisher hatte sein Team nur gegen die beiden Tabellenletzten aus Genf und Basel gewonnen, daneben bereits fünfmal verloren, zweimal gar demütigend.

Anders als in manchen Spielen waren die Luzerner diesmal von Beginn weg hellwach. Die Abwehr wirkte stabiler und harmonischer, nahm Andrija Pendic, St.Gallens Spielmacher und MVP der letzten Saison, konsequent aus dem Spiel. Mitunter war Pendic der Verzweiflung nahe, verwarf die Hände, wies seine Nebenleute frustriert zurecht, weil er keine Anspielstationen fand und selbst keinen Raum hatte, um sich zu entfalten. «Andrija ist die treibende Kraft im Spiel von St.Otmar», sagte Perkovac – ihn zu neutralisieren, sei ein wichtiges Puzzlesteinchen gewesen.

Trainingsleistung im Ernstkampf bestätigt

Zwar sprang der linke Aufbauer Dominik Jurilj zu Beginn für Pendic in die Bresche, traf mehrmals wuchtig aus der Distanz. Unter dem Strich war dies aber zu wenig, um die Krienser zu beunruhigen. Nach fünf Minuten führten sie 3:0, nach einer Viertelstunde 9:5, nach 26 Minuten 15:9, weil sie (endlich) in die Gegenstösse fanden und weil sie im Angriff von jeder Position aus für Gefahr sorgen konnten. Eine Augenweide sei ihr Spiel im Training, meinte Perkovac nach einer diskussionsreichen Woche und forderte, dass man dies nun auch im Ernstkampf umsetzen möge. Gegen St.Otmar machte sein Team einen wichtigen Schritt in dieser Richtung.

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Zentralschweizer das Geschehen unter Kontrolle, bauten den Vorsprung zuweilen bis auf acht Einheiten aus (42./24:16) und realisierten letztlich einen ungefährdeten 32:27-Sieg. St.Gallen, das auf seinen verletzten Topskorer Ariel Pietrasik verzichten musste, präsentierte sich sehr fehlerhaft, zuweilen uninspiriert, auch die Manndeckung auf den Krienser Milos Orbovic und ein siebter Feldspieler im Angriff zeitigten keine Wirkung.

Krienser Kreisspiel könnte zur Attraktion werden

Summa summarum hätten die Krienser auch höher gewinnen können, fast müssen. Die Chancenauswertung war mangelhaft, Nationalgoalie Aurel Bringolf liess sich zahlreiche Big Saves notieren, zudem gingen die fünf Überzahlspiele des Heimteams mit 1:6 verloren. «Wir müssen noch entschlossener in die Gegenstösse gehen und im Überzahlspiel sind wir zu statisch», monierte Perkovac. Selbstredend überwog aber das Positive. Die Krienser präsentierten ein ausgewogenes Kollektiv, verteidigten gut und griffen mit Spielfluss und Kreativität an. Das Kreisspiel über Sikosek Pelko könnte sich dabei sogar zu einer Liga-Attraktion entwickeln.

Auch die Situation in der Tabelle sieht damit wieder etwas freundlicher aus. Zwar verbleibt Kriens-Luzern auf dem achten Platz, doch wenn es am Mittwoch den Aufwärtstrend bestätigt und auch das Nachtragsspiel zu Hause gegen Suhr Aarau gewinnt, kann es bis auf zwei Punkte an Rang vier heranrücken. «Dieser Sieg war sehr wichtig», hielt Perkovac fest. «Er kann uns einen Schub geben.»

Kriens-Luzern – St.Otmar St.Gallen 32:27 (16:12)
Krauerhalle. – 385 Zuschauer. – SR Hennig/Meier. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 5-mal 2 Minuten gegen St.Gallen. – Kriens-Luzern: Zaponsek (9 Paraden)/Eicher (1); Wanner (3 Tore), Orbovic (4), Lapajne (4), Rellstab (4), Langenick (3), Sikosek Pelko (6), Lavric; Harbuz (4/4), Delchiappo, Oertli (1), Steenaerts (2), Schlumpf, Buob (1), Vekic. – St.Gallen: Bringolf (13 Paraden)/Perazic (1); Fricker (1 Tor), Haas (2), Pendic (2/1), Jurilj (8), Kaiser (3/3), Geisser (5), Wüstner (1); Maros, Gangl, Gwerder (3), Lakicevic (2). – Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Gavranovic und Idrizi (beide verletzt), Harbuz kommt nur für Penaltys auf den Platz. St.Gallen ohne Pietrasik (verletzt). Zaponsek pariert Penalties von Pendic (22./11:6) und Kaiser (46./25:19).

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