Handball-Europacup
Andy Schmid und seine Löwen stolpern in Schaffhausen - 30:30 gegen den Schweizer Meister

Kadetten Schaffhausen bleiben auch im dritten Spiel in der European League ungeschlagen. Für die grosse Show sorgte für einmal nicht Andy Schmid, sondern die Schaffhauser Rückraumspieler Luka Maros und Donat Bartok.

François Schmid-Bechtel
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Andy Schmid in der Kadetten-Mangel mit Erik Schmidt (links) und Lukas Herburger.

Andy Schmid in der Kadetten-Mangel mit Erik Schmidt (links) und Lukas Herburger.

Patrick B. Kraemer / KEYSTONE

Wann, wenn nicht jetzt? Es gibt nicht viele Momente während einer Saison, die sich besser eignen, um gegen die Rhein-Neckar Löwen anzutreten. Torhüter Andreas Palicka und Rückraumspieler Albin Lagergren standen am Sonntag mit Schweden im WM-Final (24:26 gegen Dänemark). Auch der Franzose Romain Lagarde war am Sonntag im Kampf um WM-Platz 3 noch im Einsatz (29:35 gegen Spanien). Die drei fehlten gestern im European-League-Spiel in Schaffhausen ebenso wie Torhüter Mikael Appelgren, der sich den Job sowohl bei den Löwen als auch in der schwedischen Nationalmannschaft mit Palicka teilt.

Trotz der Absenzen sind die Rhein-Neckar Löwen eine routinierte, abgezockte Mannschaft mit sehr viel Qualität. Nur sind von den Spielern, die zur Verfügung stehen, nicht alle sorgenfrei. Uwe Gensheimer kriegte als Captain des deutschen Nationalteams wegen der enttäuschenden WM-Darbietungen ziemlich was auf die Mütze. Der hochbegabte rechte Rückraumspieler Niclas Kirkelokke musste konstatieren, dass man ihn in Ägypten nicht vermisste, während seine Dänen den WM-Titel holten. Ähnliches gilt für den ebenso talentierten Lukas Nilsson. Auch er war beim aufregenden und überraschenden WM-Parcours seiner Schweden nicht dabei.

Diskreter Auftritt von Andy Schmid

Wann, wenn nicht jetzt? Das scheint den Schaffhausern nicht klar zu sein. Wenig deutet darauf hin, als glaubten sie an ihre Chance. Einzig der ungarische Neuzugang Donat Bartok zeigt sich bei seinem Einstand unbeeindruckt. Fünf Treffer erzielt der Linkshänder allein in der ersten Halbzeit. Trotzdem liegt der Schweizer Meister zur Pause mit 13:17 zurück. Die Partie scheint entschieden, auch wenn Andy Schmid und seine Equipe alles andere als unwiderstehlich agieren.

Luka Maros: zehn Würfe, zehn Treffer. Er, der wegen einer Corona-Erkrankung nicht an die WM fahren konnte, ist die alles überragende Figur beim 30:30 gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Luka Maros: zehn Würfe, zehn Treffer. Er, der wegen einer Corona-Erkrankung nicht an die WM fahren konnte, ist die alles überragende Figur beim 30:30 gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Claudio Thoma / freshfocus

Wann, wenn nicht jetzt? Plötzlich sehen wir nach der Pause Kadetten, die jegliche Zurückhaltung ablegen. Plötzlich sehen wir die Abwehrrecken Herburger und Schmidt, die den Löwen weh tun. Und plötzlich sehen wir im Angriff nicht nur Bartok, sondern auch Luka Maros. Der Schweizer Nationalspieler, der kurz vor dem Abflug an die WM positiv auf Corona getestet wurde und deshalb zu Hause bleiben musste, läuft nach der Pause richtig heiss. Acht Treffer erzielt er allein in der zweiten Halbzeit. Wobei er über die gesamte Spielzeit alle seine zehn Würfe versenkt .

Und Andy Schmid? Sechs Würfe, drei Tore - berauschend ist das nicht. Nur sucht er im Klub nicht so häufig den Abschluss wie im Nationalteam. Aber vielleicht brauchen die Löwen in ihrer derzeitigen Verfassung etwas mehr Nati-Schmid. Denn schon am Mittwoch kommt es in Schaffhausen zur Revanche.

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