Formel 1
Hamilton zurück im Angriffsmodus: «Ich will diese WM noch gewinnen!»

Lewis Hamilton gibt sich im WM-Kampf mit Sebastian Vettel nicht geschlagen. Der Mercedes-Pilot kann sein Heimspiel in Silverstone am Wochenende kaum erwarten.

Thomas Wolfer, (SID)
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Lewis Hamilton hat nach dem Rennen in Österreich 20 Punkte Rückstand auf WM-Leader Sebastian Vettel.

Lewis Hamilton hat nach dem Rennen in Österreich 20 Punkte Rückstand auf WM-Leader Sebastian Vettel.

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Lewis Hamilton hielt sich nicht lange mit der Niederlage gegen Sebastian Vettel auf. Noch am Sonntagabend trainierte er in Monaco schon wieder im heimischen Fitness-Studio und schaltete vor seinem herbeigesehnten Heimspiel in den Angriffsmodus. «Ich mache keinen Spass», schrieb der dreimalige Formel-1-Weltmeister nach seinem vierten Platz in Österreich bei Instagram.

Seit zwei Rennen wartet Lewis Hamilton auf eine Podiumsplatzierung. Für seine Verhältnisse eine lange Durststrecke. Er stand zum letzten Mal beim Grossen Preis von Kanada auf dem Podest.

Seit zwei Rennen wartet Lewis Hamilton auf eine Podiumsplatzierung. Für seine Verhältnisse eine lange Durststrecke. Er stand zum letzten Mal beim Grossen Preis von Kanada auf dem Podest.

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Schon wenige Stunden zuvor hatte er in Spielberg unmissverständlich deutlich gemacht, dass ihn 20 Punkte Rückstand in der WM-Wertung auf Sebastian Vettel nicht aus der Bahn werfen. «Ich hatte schon andere schwierige Jahre.

Das ist eine Möglichkeit, um zu wachsen», sagte Hamilton, bevor es in dieser Woche nach Silverstone zum Grossen Preis von Grossbritannien geht: «Ich will diese WM noch gewinnen!»

Sebastian Vettel (l.) und Lewis Hamilton liefern sich in der Formel 1 ein packendes Duell.

Sebastian Vettel (l.) und Lewis Hamilton liefern sich in der Formel 1 ein packendes Duell.

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«Muss geduldig sein»

Zwar «sieht es gerade nicht gut aus», sagte der 32-Jährige, aber «alles kann sich in einem Rennen drehen». Kaum jemand weiss das besser als er. Selbst verspielte er schon scheinbar sichere Polster und holte ebenso Rückstände auf.

«Es ist wichtig zu verstehen, dass man geduldig sein muss», sagte Hamilton und schlug im Mercedes-Motorhome ungewöhnlich ruhige Töne an. Zunächst schien es so, als ärgere er sich masslos über das verpasste Podest, doch schon eine Stunde später wirkte er vollkommen fokussiert.

Das packende WM-Duell mit Vettel, der in Österreich Zweiter wurde, verlangt dem 56-maligen Grand-Prix-Sieger alles ab. «Das ist ein intensiver Fight, den ich liebe, den das Team liebt», sagte Hamilton. Aufgeben sei keine Option: «20 Punkte Rückstand sind nicht toll, aber es könnten auch 30 oder 40 sein.»

Der Vizeweltmeister sprach vor seiner Abreise aus der Steiermark vor allem von Schadensbegrenzung. Wegen eines verbotenen Getriebewechsels vor dem Wochenende war er nur von Startplatz acht ins Rennen gegangen. Auf dem Kurs mit wenigen Überholmöglichkeiten war schlicht nicht mehr drin, deswegen sprach Hamilton am Ende von einem «gelungenen Rennen».

Lewis Hamilton wurde 2008 zum ersten Mal Weltmeister.

Lewis Hamilton wurde 2008 zum ersten Mal Weltmeister.

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Er weiss aber auch: «Je grösser der Abstand wird, desto höher wird der Druck.» Dass er damit umgehen kann, hat der exzentrische Brite schon oft bewiesen, auch wenn er sich im vorigen Jahr Teamkollege Nico Rosberg im Titelfight geschlagen geben musste.

«Noch nicht mal Halbzeit»

Dass nun in Valtteri Bottas erneut der Stallrivale in den WM-Kampf eingreift, überrascht ihn nicht. «Valtteri hat einen fantastischen Job gemacht», lobte Hamilton: «Er hat diesen Sieg verdient. Es gab für mich in dieser Saison nie einen Punkt, an dem er nicht voll im WM-Kampf war.» Und Bottas meinte: «Seit ich hier unterschrieben habe, wollte ich um den Titel kämpfen.»

Valtteri Bottas «Seit ich hier unterschrieben habe, wollte ich um den Titel kämpfen.»

Valtteri Bottas «Seit ich hier unterschrieben habe, wollte ich um den Titel kämpfen.»

KEYSTONE/EPA/VALDRIN XHEMAJ

Nach neun von 20 Saisonläufen hat der Finne Bottas nur noch 15 WM-Punkte Rückstand auf Hamilton. Auf seinem Heimkurs in Silverstone, beim «wichtigsten Rennen des Jahres», wie er sagt, will der britische Superstar jedoch unbedingt kontern: «Ich glaube einfach daran, dass es auch mal wieder für mich läuft.»

Mercedes will dafür die Grundstein legen. «Unser Ziel ist es, ihm die Möglichkeit zu geben, in Silverstone bestmöglich zurückzuschlagen», sagte Motorsportchef Toto Wolff: «Er ist noch immer mittendrin im Titelkampf. Es ist noch nicht einmal Halbzeit in der Weltmeisterschaft, und es sind noch 275 Punkte für den Sieger zu vergeben.» (sid)

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