Champions League

Deutliches Out in Dänemark: YB muss sich auf das kleinere Ziel konzentrieren

Konsternierte Berner, jubelnde Dänen in Herning

Konsternierte Berner, jubelnde Dänen in Herning

Nach einer guten ersten Hälfte und einem bösen Nachlassen nach der Pause scheiden die Young Boys bei Dänemarks Meister Midtjylland aus der Champions-League-Qualifikation aus. Die Berner verlieren 0:3.

Für den Schweizer Meister wird es in den nächsten Wochen darum gehen, das kleinere der beiden Ziele im Europacup zu erreichen: die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League. Hierfür werden sich die Berner in einem Playoff mit Hin- und Rückspielen durchsetzen müssen. Der Gegner wird am Freitag ausgelost.

Alles Unheil in Herning kam für YB in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit. Die Dänen, von denen in den ersten 45 Minuten wenig zu sehen war, machten plötzlich Druck, und die Berner liessen sich erdrücken. Das 0:1 hätte aus ihrer Sicht auf kaum ärgerlichere Weise fallen können. Verteidiger Jordan Lefort liess sich bei einer Freistossflanke irritieren und lenkte den Ball mit dem Oberarm ins Tor ab. Der bis dorthin nicht geprüfte Torhüter David von Ballmoos hatte keine Möglichkeit einzugreifen. Beim 2:0 elf Minuten später nutzten die Dänen einen Abpraller von der Latte nach einer Flanke mit einem Abstauber.

Von diesem Rückschlag fingen sich die Berner nicht mehr richtig auf. Sie konnten das Spielgeschehen in der letzter halben Stunde offenhalten, und Goalgetter Jean-Pierre Nsame scheiterte mit einer Direktabnahme knapp. Das 3:0 kurz vor Schluss tat nicht mehr viel zur Sache. Aber die Berner fanden nicht mehr in die Verfassung zurück, um das Blatt zu wenden. Für den schwachen Auftritt in der zweiten Halbzeit gab es zunächst kaum eine Erklärung.

Was für ein anderes Bild hatten die Young Boys in der ersten Halbzeit abgegeben. Sie hätten nach dem Gezeigten um mindestens zwei Tore führen müssen. Ein paar Versuche landeten knapp neben dem Tor, andere Chancen machte Torhüter Jesper Hansen mit glänzenden Paraden zunichte. Allein Torschützenkönig Nsame kam dreimal gut zum Abschluss. Er scheiterte, ohne sich etwas vorwerfen zu müssen. In der ersten Halbzeit hätten die Berner nur in Rückstand geraten können, wenn der bulgarische Schiedsrichter Georgi Kabakov ein unabsichtliches Hands im Strafraum von Christopher Martins nach einer halben Stunde mit einem Penalty sanktioniert hätte. Aber Martins' Arm war am Körper, der Entscheid richtig.

Am Beispiel der Partie in Herning traten die unterschiedlichen Charaktere eines K.o.-Duells über ein einziges Spiel oder über zwei Spiele (Hin- und Rückspiel) deutlich zutage. Die Dänen waren in diesem Heimspiel nicht darauf angewiesen, einen möglichst klaren Sieg als Reserve für das Rückspiel herauszuholen. Sie gingen keinerlei Risiken ein und waren lange Zeit mehr am Mauern als am Angreifen - was indes auch damit zusammenhing, dass die Berner von Beginn an dominant auftraten.

Zu Saisonbeginn kann YBs Trainer Gerardo Seoane immerhin zur Kenntnis nehmen, dass er - ganz im Gegensatz zur gleichen Zeit vor einem Jahr - personell aus dem Vollen schöpfen. Es führte dazu, dass valable Spieler, potentielle Fanionspieler wie Gianluca Gaudino und Ulisses Garcia nicht ins Aufgebot kamen.

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