Super League
Toreschiessen ist besser als schmollen - Leonardo Bertone muss sich beweisen

Leonardo Bertone hat es zuletzt nicht leicht gehabt. Der junge Mann, der einst als Zehnjähriger bei einem Hallenturnier von YB entdeckt worden war und seither ein Gelbschwarzer ist, musste leiden. Aus dem unbestrittenen Stammspieler der letzten Saison war nach der Verpflichtung von Djibril Sow ein Akteur geworden, der sich überraschend oft auf der Ersatzbank wiederfand.

Markus Brütsch
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Bertone muss sich durchsetzen.

Bertone muss sich durchsetzen.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Erwartet worden war dies auch deshalb nicht, weil der 23-Jährige in der vergangenen Spielzeit so gut und konstant gespielt hatte, dass bereits über einen Wechsel ins Ausland spekuliert worden war. Zumal sein Berater Milos Malenovic bekannt dafür ist, immer mal wieder ein gutes Plätzchen für seine Schützlinge ausserhalb der Schweiz zu finden. Bertone jedenfalls träumt vom Sprung in die Premier League. «Träumen ist doch erlaubt», sagte der Aufbauer.

Jetzt aber muss er erst einmal zusehen, dass er bei YB wieder zum Titular wird. Gegen Basel drückte er genauso während 90 Minuten die Ersatzbank wie in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew. Schon im Hinspiel in der Ukraine hatte es für ihn lediglich zu einem 28-minütigen Einsatz gereicht. Nur gegen GC gönnte ihm Trainer Adi Hütter 90 Minuten. Aber nicht nur der von Mönchengladbach geholte Sow hat im zentralen Mittelfeld derzeit die Nase vor Bertone. Auch das äusserst talentierte 20-jährige Eigengewächs Michel Aebischer steht bei Hütter in diesen Wochen etwas höher im Kurs.

Starker Distanzschütze

Doch statt zu schmollen, zeigte Bertone eine starke Reaktion und dem Trainer, wo der Hammer hängt. Gegen Lausanne in der Startformation, stellte er mit einem Doppelpack innerst sechs Minuten die Weichen frühzeitig in Richtung des dritten YB-Sieges. «Zwei Tore in einem Super-League-Spiel sind mir bisher noch nie gelungen», strahlte Bertone nach dem ungefährdeten 3:0 gegen die harmlosen Waadtländer. In 103 Meisterschaftspartien hat er nun 14 Treffer auf dem Konto. Nicht so schlecht für einen, der sich als klassische Nummer 8 sieht.

Leonardo Bertones zweiter Treffer kann nicht verhindert werden.

Leonardo Bertones zweiter Treffer kann nicht verhindert werden.

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Als einen Spieler, der kein eigentlicher Spielmacher, aber auch kein reiner Zerstörer im defensiven Mittelfeld ist. Der sich aber den Ruf erarbeitet hat, ein guter Distanzschütze zu sein. «Er hat einen unglaublich guten Schuss», lobte Hütter, «ich freue mich sehr für Leonardo, dass ihm diese beiden Tore gelungen sind.»

Beim ersten hatte dieser eine einstudierte Cornervariante aus 11 Metern präzis abgeschlossen, beim zweiten aus 18 Metern erneut ein Zuspiel von Yoric Ravet genützt. «Das tut natürlich gut», sagte Bertone und betonte die Vorteile, die Hütters Rotationen bei der Mannschaftsaufstellung angesichts des dicht gedrängten Programms mit sich bringen: «Die frischen Spieler wollen sich zeigen und geben Gas.»

Spiel gegen Kollegen

Nach drei Runden liegen die Berner mit neun Punkten und 9:0 Toren allein an der Tabellenspitze. Bertone denkt, YB habe aus den Fehlern in den letzten Spielzeiten gelernt, als immer wieder Partien gegen schwächer eingestufte Gegner nicht gewonnen oder gar verloren wurden. «Wir haben grosse Ziele. Wenn wir diese erreichen wollen, dürfen wir gerade zu Hause keine Punkte abgeben», sagte Bertone.

Schlag auf Schlag geht es nun weiter. Am Mittwoch erscheint der FC Thun in der Super League zum Kantonsderby, am Samstag folgt im Cup gegen Breitenrain das Stadtderby. «Ein geiles Spiel, auf das ich mich speziell freue, weil beim Gegner gute Kollegen spielen», sagte Bertone.

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