Afrika-Cup

Pharao und Eichhörnchen: Der Afrika-Cup mit Mohamed Salah und anderen grossen Namen

Der «Pharao» Mohamed Salah ist in Ägypten allgegenwärtig – auf und neben dem Platz.

Gastgeber Ägypten eröffnet mit Superstar Mohamed Salah den Afrika-Cup gegen Simbabwe. Es ist ein Turnier so bunt wie die Kultur des Kontinents. Doch auch andere Länder haben bekannte Namen im Aufgebot und halten spannende Geschichten bereit, auf und neben dem Rasen.

Gruppe A

Ägypten

Mit acht Titeln ist Gastgeber Ägypten Rekordhalter des Afrika-Cups. Das Team um «Pharao» Mohamed Salah war 2018 zum ersten Mal seit 28 Jahren an einer WM dabei, verlor jedoch alle Gruppenspiele. Jetzt will Ägypten Wiedergutmachung.

Demokratische Republik Kongo

Nach Algerien das flächenmässig zweitgrösste Land Afrikas. Mit Goalie Anthony Mossi von Chiasso steht ein «Schweizer» im Kader. Die bekanntesten Spieler sind Marcel Tisserand von Wolfsburg und Arthur Masuaku von West Ham.

Uganda

Das Land war bis 1962 eine britische Kolonie und gehört noch bis heute zu den Commonwealth-Staaten. Den grössten sportlichen Erfolg feierte Uganda vor 41 Jahren, als es den Final des Afrika-Cups erreichte und dort Ghana unterlag.

Simbabwe

2012 löste der Verband das Nationalteam wegen verbotener Absprachen auf. Aufgrund ausstehender Gehaltszahlungen schloss die Fifa Simbabwe kurze Zeit später auch noch von der WM-Qualifikation 2018 aus.

Kongos Marcel Tisserand (r.) beim Einsatz für Wolfsburg zusammen mit Admir Mehmedi (l.).

Kongos Marcel Tisserand (r.) beim Einsatz für Wolfsburg zusammen mit Admir Mehmedi (l.).

Gruppe B

Nigeria

Gernot Rohr, ehemaliger Trainer der Young Boys, ist seit 2016 im Amt. Prunkstück ist das Mittelfeld: Wilfried Ndidi von Leicester, Alex Iwobi von Arsenal und Villareals Samuel Chukwueze sind zusammen über 100 Millionen Franken wert.

Guinea

Bei Guinea spielt mit Naby Keita ein Champions-League-Sieger. Der 24-Jährige wechselte im vergangenen Sommer für fast 80 Millionen Franken von Leipzig nach Liverpool. Mit Ausnahme von 1976 kam Guinea nie weiter als in die Viertelfinals.

Madagaskar

Pascal Razakanantenaina, Andriamirado Andrianarimanana, Jean Dieu Randrianasolo – die Spielernamen lassen einen ratlos zurück. Der flächenmässig zweitgrösste Inselstaat der Welt hat sich erstmals qualifiziert und ist krasser Aussenseiter.

Burundi

Auch für Burundi ist es die Premiere. Stürmer Saido Berahino repräsentierte England auf Juniorenstufe und stand schon im Kader des englischen Nationalteams. Seither gings für ihn abwärts, die Realität lautet Burundi.

Guineas Naby Keita (r.) spielt mit Mohamed Salah (l.) bei Liverpool.

Guineas Naby Keita (r.) spielt mit Mohamed Salah (l.) bei Liverpool.

Gruppe C

Senegal

Neben Ägypten einer der Topfavoriten. Teamstützen sind mit Sadio Mané und Kalidou Koulibaly zwei Spieler mit dem Prädikat «Weltklasse». Sämtliche Akteure im Kader sind in Europa engagiert. Die Zeit für den ersten Turniersieg wäre reif.

Algerien

Bei den Nordafrikanern gab es Unruhen der kuriosen Sorte: Weil Haris Belkebla vom französischen Aufsteiger Brest während eines Livestreams eines bekannten Online-Spiels seinen nackten Hintern in die Kamera hielt, wurde er suspendiert.

Kenia

Die Geschichte der Kenianer am Turnier ist keine erfolgreiche: Bei der 32. Austragung sind sie erst zum sechsten Mal dabei, stets war nach der Gruppenphase bereits Schluss. Kenias Captain ist Victor Wanyama von Tottenham.

Tansania

Die Ostafrikaner haben zwei Nationalteams. Während das bei der Fifa gemeldete Team auch Spieler des Inselstaats Sansibar berücksichtigt, werden diese für die «Festlandnationalmannschaft» nicht aufgeboten.

Auf Clubebene spielt Kalidou Koulibaly für Napoli, seine Nationalmannschaft ist jene von Senegal.

Auf Clubebene spielt Kalidou Koulibaly für Napoli, seine Nationalmannschaft ist jene von Senegal.

Gruppe D

Marokko

Trainer Hervé Renard ist so etwas wie der «Mr. Afrika-Cup». 2012 gewann er mit Sambia, drei Jahre später mit der Elfenbeinküste. Marokkos Stärke ist die Abwehr um Captain und Innenverteidiger Medhi Benatia, der mittlerweile in Katar spielt.

Elfenbeinküste

Zu Zeiten von Didier Drogba und Yaya Touré wurde den Ivorern alles zugetraut. Dass «nur» der Sieg beim Afrika-Cup 2015 herausschaute, war eine leise Enttäuschung. Roger Assalé von den Young Boys und Geoffroy Serey Dié von Xamax sind dabei.

Südafrika

Nur sechs Akteure im Kader spielen nicht in der einheimischen Liga. Dafür kommt Trainer Stuart Baxter aus Schottland. Der Wandervogel trainierte unter anderem schon das finnische Nationalteam und Mannschaften in Norwegen, Japan und Portugal.

Namibia

Einen Spieler namens Manfred Starke erwartet man nicht am Afrika-Cup. Doch der Mittelfeldakteur wurde in Namibias Hauptstadt Windhoek geboren. Zuletzt spielte er für Jena in der 3. Liga in Deutschland.

Geoffroy Serey Dié (l.) steht bei Xamax und für die Elfenbeinküste auf dem Rasen.

Geoffroy Serey Dié (l.) steht bei Xamax und für die Elfenbeinküste auf dem Rasen.

Gruppe E

Tunesien

Als Spieler war Alain Giresse in Bordeaux eine Legende, bestritt weit über 500 Partien für den Klub. Mit Frankreich gewann er 1982 die EM. Als Trainer ist er weniger erfolgreich. Tunesien ist bereits das fünfte Nationalteam aus Afrika, das er coacht.

Mali

Im Sommer 2017 wechselte Offensivspieler Moussa Djenepo für knapp 50 000 Franken aus Mali nach Lüttich. Vergangene Woche verkauften die Belgier den 20-Jährigen für das 400-fache nach Southampton, also für 20 Millionen Franken.

Mauretanien

Die Aufstockung des Turniers von 16 auf 24 Nationen ermöglicht Mauretanien das Debüt. Im Kader steht Sally Sarr von Servette, der zuvor auch für Wil und Luzern auflief. Das Land mit vier Millionen Einwohnern ist dreimal so gross wie Deutschland.

Angola

Bis 1975 war Angola eine Kolonie Portugals. Noch heute ist Portugiesisch die Amtssprache. Das wirkt sich auf den Sport aus: Sieben Spieler im Kader Angolas verdienen ihr Geld auf der Iberischen Halbinsel.

Als Spieler war Alain Giresse eine Legende, als Trainer ist er weniger erfolgreich.

Als Spieler war Alain Giresse eine Legende, als Trainer ist er weniger erfolgreich.

Gruppe F

Kamerun

Kamerun ist eine Wundertüte: 2017 gewann das Land überraschend den Afrika-Cup, kurz darauf verpasste es die Qualifikation für die WM in Russland. Trainer des Teams ist Clarence Seedorf. Als Spieler war er Weltklasse, als Coach bisher erfolglos.

Ghana

Thomas Partey von Atlético Madrid gehört mit einem Marktwert von über 55 Millionen Franken zu den wertvollsten Spielern des Turniers. St. Gallens Musah Nuhu stand vor dem Turnier im erweiterten Kader, dann riss er sich das Kreuzband.

Benin

«Die Eichhörnchen» – so wird das Team genannt. Dem Verband passt dies nicht; zu lieb, zu niedlich. 2018 lancierte er eine Umfrage über die Wirkung des Spitznamens. Das Ergebnis steht noch aus. Jodel Dossou von Vaduz ist im Kader.

Guinea-Bissau

Rot, gelb, grün und ein schwarzer Stern: Die Flagge ähnelt jener von Ghana. Dessen Unabhängigkeit 1957 inspirierte Guinea-Bissau. Gleiche Flagge, gleiche Wirkung, so die Hoffnung. 16 Jahre später war es so weit.

Thomas Partey (l.) spielt für Athletico Madrid und Ghana.

Thomas Partey (l.) spielt für Athletico Madrid und Ghana.

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