Challenge League

«Nie war der Scherbenhaufen grösser» – das sagt die Presse zum GC-Chaos

Da lachte er noch, nun ist er nach bloss neun Wochen im Amt wieder weg: Ex-Präsident Rietiker.

Da lachte er noch, nun ist er nach bloss neun Wochen im Amt wieder weg: Ex-Präsident Rietiker.

Nach dem Abstieg in die Challenge League ist die Zukunft des ruhmreichen Rekordmeisters GC völlig offen. Gestern ist Präsident Stephan Rietiker zurückgetreten. Führungs- und möglicherweise konzeptlos schlingern die Grasshoppers auf die neue Saison zu.

NZZ

«GC gibt es nicht mehr»titelt die Neue Zürcher Zeitung.Mehrere Jahre in der Challenge League, um zu gesunden? «GC mit seiner Geschichte könnte das nicht überleben. Nie war der Scherbenhaufen grösser als jetzt.» GC sei eine Art Phantomklub, ohne Präsident, ohne Sportchef, ohne Geschäftsführer und eigentlich auch ohne Mannschaft. «Dieser 5. Juni ist der Tag, an dem der Grasshopper Club offiziell aufgehört hat, das zu sein, was er in seinem Verständnis immer war und immer sein wollte: ein Schweizer Spitzenklub.»

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Tages-Anzeiger

«Und sie zerfleischen sich immer weiter» schreibt der Tages-Anzeiger. Das Tempo von Rietkers Abgang sei rekordverdächtig, «selbst für GC-Verhältnisse». Das Chaos, so die Zeitung weiter, habe sich fest eingenistet beim Verein in Niederhasli. «Das Bild, das er abgibt, ist dramatisch.» Zum Schluss blieben zahlreiche Fragen offen. «Wer tut es sich an, der Präsident von Anliker und Stüber zu sein? Wer besetzt den Verwaltungsrat? Wer wird CEO?»

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Blick

«Der Rekordmeister versinkt in der Bedeutungslosigkeit»meint der «Blick». Das Boulevardblatt stellt die Diagnose: «Auch wenn es makaber tönt: Der Klub ist mittlerweile mehr tot als lebendig.» Es wird ein düsteres Bild gezeichnet, das den Anhängern nicht gefallen wird: «Dass GC dereinst im Schweizer Spitzenfussball wieder eine Rolle spielt, ist fraglicher denn je. Der Rekordmeister wird zum Provinzklübli. Zum FC Niederhasli.» Dort, für Nichteingeweihte, haben die Grasshoppers vor einigen Jahren ihr Trainingszentrum eingerichtet.

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SRF

«Man hat angefangen, etwas aufzubauen. Jetzt hat man wieder nichts»meint der GC-Experte von SRF. Er stellt fest: «GC ist aktuell führungslos.» Dass der Klub nun nicht den direkten Wiederaufstieg im Visier habe, hält er für fatal. Dieser müsse trotz allem das Ziel bleiben: «GC kann nicht in der Challenge League leben. Das ist unvorstellbar.»

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Bluewin

«Ein Armutszeugnis für den Rekordmeister»meint das Portal zum Zustand des Klubs. Das nächste Kapitel beim «Chaos-Klub GC» sei grundsätzlich ein Dämpfer für den Schweizer Fussball. «Denn die Chancen, dass der Rekordmeister bald wieder in der höchsten Liga spielen wird, sinken mit der Budget-Kürzung gewaltig. Nächste Saison werden voraussichtlich wieder Lausanne und Aarau um den Aufstieg kämpfen. Ob GC da mithalten wird können, ist Stand jetzt höchst fraglich.»

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sport.ch

Das Portal lässt seinen Chefredaktor schreiben, der einst Mitglied der sagenumwobenen GC-Family war und als GC-Kid an der Hand von Kim Jaggy ins Stadion einlaufen durfte. Er beschreibt, wie seine Begeisterung immer geringer wurde. «Die vergangene Saison war nun natürlich der absolute Höhepunkt der Selbstzerstörung, denn GC ist nicht nur abgestiegen; sie haben es tatsächlich auch fertig gebracht, das Unvorstellbare zu bewerkstelligen; dass man sich als Hoppers-Fan mittlerweile nämlich schämen muss. … Es scheint, als wäre meine GC-Fan-Seele erloschen.»

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(ram/ohe)

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