Für beide Teams bietet der K.o.-Wettbewerb die Chance, mit der Cupfinal-Teilnahme aus einer guten eine sehr gute Saison zu machen.

Platz 3 in der Super League und die Chance auf den Einzug in den Cupfinal: Für diese Ausgangslage an Ostern hätte vor der Saison in Thun wohl jeder unterschrieben. Trotz der bislang hervorragenden Ausgangslage ist die Euphorie im Berner Oberland vor dem ersten von zwei Duellen gegen Luzern innerhalb von fünf Tagen - am Samstag treten die beiden Teams auch in der Liga gegeneinander an - etwas gedämpft.

"Wir sind in einer schwierigere Phase, das sind wir uns bewusst", sagte Trainer Marc Schneider. Seit mittlerweile neun Spielen warten die Thuner in der Meisterschaft auf einen Sieg. Ihre Auftritte sind bei weitem nicht mehr so erfrischend wie noch in der Vorrunde, der Punktgewinn beim 1:1 gegen den Tabellenletzten Grasshoppers am Ostersamstag war glückhaft. Die Baisse hat auch mit dem Ausfall von Captain Dennis Hediger zu tun; ohne den seit Mitte Februar am Kreuzband verletzten Mittelfeldspieler resultierten nur noch zwei Siege.

Die Freude auf den Cup-Halbfinal wollen sich die Thuner trotz der sportliche Krise in der Super League aber nicht nehmen lassen. "Der Cupfinal ist das grösste Spiel in der Schweiz. Für uns ist dieser Halbfinal ein Riesen-Event", sagte Schneider, der als Spieler mit dem FC Zürich 2005 den Cup gewann. Erst einmal standen die Berner Oberländer in ihrer Klubgeschichte im Cupfinal - und das ist lange her: 1955 unterlagen sie La Chaux-de-Fonds 1:3.

Schneider fordert deswegen von seiner Mannschaft Begeisterung, Freude, Leidenschaft und Entschlossenheit. "Alles, weshalb wir uns einst als Kinder für den Fussball entschieden haben." In die Mannschaft zurückkehren wird Topskorer Dejan Sorgic. Und Matteo Tosetti, der beste Vorbereiter der Thuner, könnte nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Comeback geben.

Nächstes Ausrufezeichen von Häberli?

Auch Luzern befindet sich in einer schwierigen Phase, beim 2:1 am Samstag in St. Gallen gelang dem Tabellensechsten nach fünf Spielen mit nur zwei Punkten aber ein Befreiungsschlag. Im Falle einer weiteren Niederlage hätte den Luzernern gedroht, wieder ernsthaft in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. "Der Sieg hat gutgetan", sagte Trainer Thomas Häberli.

Mit dem Einzug in den siebten Cupfinal der Vereinsgeschichte könnte Häberli, der noch keinen Vertrag für die neue Saison besitzt, weitere Argumente für eine Weiterbeschäftigung in Luzern liefern. Für ein erstes Ausrufezeichen unter ihm hatte der FCL im Viertelfinal gesorgt, als er die Young Boys mit 4:0 eliminierte.

Aus Häberlis Sicht steigt die Mannschaft aber nicht als Favorit in die Partie am Dienstag. Gegen die gut organisierten und ohne Schnörkel spielenden Thuner taten sich die Innerschweizer in dieser Saison immer schwer, aus drei Spielen resultierte lediglich ein Punkt. Häberli: "Auch die Thuner rechnen sich in diesem Spiel etwas aus."

Luzern - Thun. - Dienstag, 20.15 Uhr. - SR Jaccottet. - Abwesende: Knezevic, Schmid (beide verletzt), Schwegler und Schulz (beide gesperrt); Hediger, Ruberto (beide verletzt), Da Silva und Kablan (beide gesperrt). - Fraglich: Juric; Costanzo, Tosetti.