Fussball
Fifa-Mitglied ist sich sicher: «Katar wird die Fussball-WM 2022 noch verlieren»

Katar gewann das Rennen um die Durchführung der WM 2022. Doch seit der Wahl steht die WM in acht Jahren unter einem schlechten Stern, sei es wegen Menschenrechts-Verletzungen oder auch wegen des Klimas. Selbst Fifa-Mitarbeiter äussern sich kritisch.

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Fifa-Mitglied Theo Zwanziger glaubt nicht an eine Durchführung der WM 2022 in Qatar.

Fifa-Mitglied Theo Zwanziger glaubt nicht an eine Durchführung der WM 2022 in Qatar.

Keystone

Die Anzeichen, dass die Fussball-WM 2022 nicht im Emirat Katar stattfindet, verdichten sich. «Persönlich glaube ich, dass die WM 2022 am Ende nicht in Katar stattfinden wird», sagte Theo Zwanziger (69) zu «Sport Bild». Brisant: Zwanziger ist Mitglied des Exekutivkomitees der Fifa und sieht nebst den Menschenrechtsverletzungen des Staates grosse Gesundheitsrisiken wegen der Hitze für Spieler und Fans.

«Die Mediziner sagen - und das habe ich im Protokoll festhalten lassen -, dass sie nicht verantworten können, dass im Sommer unter diesen Bedingungen eine WM stattfindet», betonte Zwanziger.

Das sei zwar in den Stadien durch besondere Kühltechniken möglich, «aber die WM findet nicht nur in den Stadien statt. Es kommen Fans aus aller Welt, die sind in der Hitze unterwegs. Der erste lebensbedrohliche Vorfall würde sofort zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen führen. Das würde niemand im Fifa-Exekutivkomitee verantworten wollen», äusserte sich der deutsche Jurist kritisch.

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Verlegung in Winter wird abgelehnt

Eine Verlegung in den Winter wird von den europäischen Ligen abgelehnt. Katar steht zudem wegen gravierenden Verletzungen der Menschenrechte seit einigen Jahren in der Kritik. Zahlreiche ausländische Arbeitskräfte sollen wie Sklaven behandelt worden sein, Hunderte waren zu Tode gekommen. Ausserdem muss sich Katar immer noch mit Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der WM-Vergabe im Dezember 2010 auseinandersetzen. (sid/sha)

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