Saisonstart

FCB, YB oder FCZ – wer wird Meister? Wir wagen eine Prognose

Wer wird Meister? YB, Basel oder der FCZ?

Wer wird Meister? YB, Basel oder der FCZ?

Die Erinnerungen an die letzten Tore an der WM sind noch nicht verflogen, da tickt schon der Countdown für die neue Saison im Schweizer Fussball. Am nächsten Wochenende stehen die ersten Spiele an - wir wagen erste Prognosen.

Wird YB wieder Meister? Schlägt das Imperium FCB zurück? Setzt St. Gallen zum Höhenflug an? Wirkt Weiler in Luzern Wunder? Findet GC aus der Dauerkrise? Bleibt die FCZ-Euphorie bestehen? Wie schlägt sich Aufsteiger Xamax? Kommt das grosse Jahr von Sion? Und überrascht Lugano alle? Und ist Thun tatsächlich unabsteigbar?

Die Zeit der WM-Tippspiele ist vorbei. Wir wagen nächste Prognosen.

Young Boys

YB versetzte Bern in Ekstase, wurde im April 2018 erstmals seit 32 Jahren Meister. Man rechnete mit einem Exodus der besten Spieler, doch bis jetzt ist es Sportchef Christoph Spycher meisterlich gelungen, das Team zusammenzuhalten. Das wird nicht so bleiben und man darf gespannt sein, welche Ersatzleute Spycher dann präsentiert. Vielleicht überrascht er ähnlich wie mit der Verpflichtung von Gerardo Seoane. Zweifelsohne ein Trainer-Talent. Allerdings muss Seoane den Beweis erbringen, dass er den Berner Erwartungen gewachsen ist. (sel)

Basel

Es ist ein neues Gefühl für den FCB. Man ist Jäger und nicht Gejagter, Vize-Meister und nicht Meister. Acht Jahre in Folge holten die Basler den Titel, fast schien es, als hätten sie ihn abonniert. Dann aber riss die Serie, und das ausgerechnet im Jahr des Umbruchs, dem Jahr nach dem Führungswechsel. Von Bernhard zu Bernhard, von Heusler zu Burgener – und plötzlich stand der FCB mit leeren Händen da. Das Lehrjahr für Sportchef Marco Streller und Trainer Raphael Wicky ist vorbei. Jetzt müssen sie liefern. Der Druck ist gewaltig. (sel)

Zürich

Die Saison endete in grosser Euphorie. Der Cupsieg als Aufsteiger war das schöne Ende einer Spielzeit, die viele Höhen und Tiefen hatte. Auch darum hatte Ludovic Magnin den Trainerposten von Uli Forte übernommen. Magnin zeigte, dass er aus seinem Team einen grossen Moment herauskitzeln kann. Nun ist Konstanz über eine Saison gefordert. Und auch der Beweis, dass die Zürcher mit ihrer unter Magnin teilweise sehr forcierten Nachwuchsabteilung schon reif genug sind, um YB oder Basel zu fordern. (ewu)

Sion

Christian Constantin spricht Klartext: «Eine so schlechte Saison mit der Abstiegsangst im Nacken will ich kein zweites Mal erleben», sagt der Präsident. «Das Ziel ist die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb. Alles andere ist zu wenig.» Klare Worte vom Boss! Auf spektakuläre Transfers wartet man bis jetzt vergeblich. Für Schlagzeilen sorgte Constantin einzig mit dem Verkauf des Brasilianers Matheus Cunha (19) an Leipzig. Der Stürmer spülte den Wallisern 15 Millionen Franken in die Kasse. Das entspricht 60 Prozent des Jahresbudgets von Sion. (ruku)

Luzern

Die wichtigste Personalie? Der Trainerwechsel! Erfolgstrainer Gerardo Seoane folgte dem Lockruf von Meister YB. Mit dem ehrgeizigen René Weiler hat der FCL einen Nachfolger gefunden, dem alles, wirklich alles zuzutrauen ist. Der Abgang von Torhüter Jonas Omlin zum FC Basel wiegt schwer. Omlins Nachfolger Mirko Salvi muss erst noch beweisen, dass er Super-League-Niveau hat. Mit YB und Basel kann Luzern mit Sicherheit nicht mithalten. Dahinter scheint vieles möglich. Realistisch ist eine Klassierung zwischen Rang 3 und 6. (ruku)

St. Gallen

Der FC St. Gallen ist eine grosse Wundertüte. Das gilt zwar nicht für Trainer Peter Zeidler, den man wie die neuen Spieler Sierro und Vilotic kennt. Aber die übrigen Transfers, welche die namhaften Abgänge von Captain Toko, Sigurjonsson, Aleksic und Van der Werff auffangen sollen, sind im Moment noch ein Buch mit sieben Siegeln. Was haben die Aufbauer Ashimeru (Ghana) und Quintilla (Spanien) drauf? Was der argentinische Innenverteidiger Mosevich? Und der amerikanische Stürmer Manneh? Sportchef Sutter hat mächtig gewirbelt. (br)

Grasshoppers

Es war ein Jahr zum Vergessen für GC. Ständiges Chaos, kombiniert mit Machtkämpfen ohne Ende – das ist selten eine Erfolgskombination. Vier Trainer verbrauchte der Rekordmeister, die jüngste Idee ist, dass Ex-FCB-Turbo Thorsten Fink den Verein aus der Krise führt. Die Hoffnung ist, dass im Windschatten des gewieften Kommunikators etwas Ruhe entstehen könnte. Die Befürchtung: Dass Schatten-Präsident Erich Vogel seine Beziehungen wieder einmal spielen lässt und den nächsten Umsturz anzettelt. (ewu)

Lugano

Mit Davide Mariani ist der beste Spieler der vergangenen Saison weg, gleichwertig ersetzt wurde der Spielmacher nicht. Nun kommt es auf die Künste vom 29-jährigen Trainertalent Guillermo Abascal an: Schafft es der Spanier, die Routiniers Janko, Gerndt und Bottani hinter sich zu bringen? Schafft er es, den Präsidenten Renzetti mit der kurzen Zündschnur zufriedenzustellen? Die Tessiner erwartet eine schwierige Saison: Wenn im Dreikampf mit Thun und Xamax der Abstieg verhindert wird, ist das Mindestziel erreicht. (wen)

Thun

Natürlich wird dem FC Thun auch dieses Mal wieder eine schwierige Saison prognostiziert. Von den Transfers, die Sportchef Andres Gerber getätigt hat, ist derjenige von Sandro Lauper der gewichtigste. Der zentrale Aufbauer hat sich so gut entwickelt, dass ihn Meister YB nach Bern zurückholt und Thun den dringend nötigen finanziellen Zustupf erhält. Laupers Abgang ist aber ein herber Verlust. Ob die Zuzüge Stillhart, Salanovic und Fatkic aus der Challenge League einschlagen, muss erst noch abgewartet werden. (br)

Neuchâtel Xamax

2012 schrieb Xamax das schwärzeste Kapitel der Klubgeschichte: Schaumschläger Bulat Tschagajew führte den Verein in den Konkurs, ehe eine Crew um den einheimischen Christian Binggeli übernahm und den sauberen Neuaufbau einleitete. Sechs Jahre später sind die Neuenburger da, wo sie Klang ihres Namens hingehören: in der Super League. Aber aufgepasst: Ruhm bringt keine Resultate und irgendwann ist die Aufstiegseuphorie abgeflacht. Mit dem aktuellen Kader steht Xamax auf der Liste der Abstiegskandidaten ganz oben. (wen)

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