Super League

Endlich ein Spitzenkampf zwischen YB und Basel?

Auch die Young Boys der Saison 2019/20 jubeln. Aber sieben Mal werden sie es im Match gegen Basel wohl nicht mehr tun können

Auch die Young Boys der Saison 2019/20 jubeln. Aber sieben Mal werden sie es im Match gegen Basel wohl nicht mehr tun können

Vor einem Jahr demütigen die Young Boys den FC Basel im Stade de Suisse mit dem denkwürdigen 7:1. Seither ist jedoch viel Wasser die Aare und den Rhein hinunter geflossen.

Die Pegel stehen derzeit etwa gleich hoch. Das lässt für den Sonntagnachmittag in Bern einen echten Spitzenkampf mit allen Zutaten erwarten.

In den letzten Jahren waren die Duelle zwischen Gelbschwarz und Rotblau viel zu selten brisant. Zu oft waren die Differenzen in der Tabelle gross - lange Zeit zugunsten des FCB, in den letzten zwei Saisons zugunsten der Young Boys.

Diesmal verspricht die Affiche alles. Volles Haus in Bern, Kampf des Zweiten gegen den nur einen Punkt vor ihm liegenden Leader. Es wäre eine riesige Überraschung, sollte das Duell ähnlich klar ausgehen wie am 23. September 2018.

Die Berner hatten damals mit Ausnahme von Djibril Sow alle Schlüsselspieler an Bord, während den Baslern unter anderen Marek Suchy, Valentin Stocker, Jonas Omlin und Taulant Xhaka fehlten. Jetzt befindet sich das grössere Lazarett in Bern. Miralem Sulejmani, Sandro Lauper, Marvin Spielmann, Christopher Martins und Ali Camara liegen darin, neuerdings auch Nicolas Moumi Ngamaleu, der YB-Spieler, der nebst Michel Aebischer in den letzten zwölf Monaten die grösstem Fortschritte gemacht hat. Dem FCB fehlt zwar Stürmer Ricky van Wolfswinkel, aber Kemal Ademi wird wieder einsatzfähig sein. Und mit den jüngsten Zuzügen der Brasilianer Arthur Cabral (Stürmer) und Ramires (offensiv einsetzbarer Mittelfeldspieler) hat Basel die Offensive sogar gestärkt.

Die ungleich verteilten Absenzen sind ein Grund, wieso in den Leistungen der Gelbschwarzen und der Rotblauen in diesen Wochen kein grosser Unterschied auszumachen ist. Während die Berner im Herbst mit den zahlreichen englischen Wochen - für Mitte nächster Woche steht die 8. Runde der Super League im Programm - so gut über die Runden kommen müssen, wie es geht, darf man in Basel feststellen, dass sich die Mannschaft unter Trainer Marcel Koller im Vergleich zum letzten Herbst enorm positiv entwickelt hat. Das gilt für viele Spieler im Kader, am deutlichsten vielleicht für den Romand Kevin Bua, der nicht nur als regelmässiger Torschütze in einer grandiosen Form antritt.

Auf das Schlagerspiel vom Sonntag könnten sich auch die Ereignisse vom Donnerstag auswirken. Die Basler benötigten beim glamourösen 5:0 gegen Krasnodar weniger Kraft als die Berner beim 1:2 in Porto. Und obwohl die Young Boys in der zweiten Halbzeit gut spielten, konnten die Basler gewiss mehr für ihre Moral tun. Koller spricht vor dem Schlagerspiel vom "Momentum", das seine Mannschaft nutzen solle.

Lustenberger und Stocker

In der gemeinsamen Zeit bei Hertha Berlin sind die Luzerner Fabian Lustenberger und Valentin Stocker "dicke Freunde" geworden, wie Stocker es ausdrückt. Die beiden sind über die Handys in eifrigem Kontakt, und nicht selten treffen sie sich zum Essen - einmal bei Lustenbergers, einmal bei Stockers. Die Freundschaft wird am Sonntag für fast zwei Stunden der Rivalität Platz machen. Je nach dem, mit welchen Aufgaben sie von den Trainern in den Match geschickt werden, werden sich die beiden Captains auf die Füsse treten.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Lugano - Luzern (Duelle der letzten Saison: 2:4, 1:4, 3:0, 1:0). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR San. - Absenzen: Covilo, Crnigoj, Rodriguez und Bottani (alle verletzt); Schwegler (gesperrt/verletzt), Ndenge und Arnold (beide verletzt). - Fraglich: Gerndt, Sulmoni; Schulz, Grether. - Statistik: In Lugano ist die glänzende Stimmung nach dem guten Meisterschaftsstart (4:0 beim FCZ) verflogen. Vier Niederlagen am Stück in der Super League, das überraschend klare Out im Cup in Lausanne und der blutleere Auftritt in der Europa League in Kopenhagen (0:1) haben die Mannschaft und besonders Trainer Fabio Celestini unter einen hohen Druck gesetzt. Aber auch Luzern hat in der Meisterschaft erst einmal gewonnen, ebenfalls in der 1. Runde. Immerhin zeigten die Innerschweizer zuletzt beim 2:2 gegen die Young Boys eine gute Leistung.

Young Boys - Basel (7:1, 3:1, 2:2, 3:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schärer. - Absenzen: Sulejmani, Lauper, Spielmann, Camara und Martins (alle verletzt); Van Wolfswinkel (verletzt). - Fraglich: Moumi Ngamaleu; - . - Statistik: Wenig überraschend sind die Young Boys die einzige noch ungeschlagene Mannschaft. Vier Siege werden von zwei Unentschieden eingerahmt. Basel steht mit fünf Siegen und einer Niederlage jedoch einen Punkt besser da. Die Affiche im vollen Stade de Suisse könnte nicht besser sein. Sie ist grundlegend anders als im Duell vor einem Jahr, als YB schon vor dem denkwürdigen 7:1-Sieg einen erklecklichen Vorsprung hatte. Der Wechsel in der Hierarchie zeigt sich auch in den Resultaten der Direktbegegnungen. Von November 2012 bis August 2016 gewannen die Basler 11 von 16 Duellen in der Meisterschaft. Seither siegten sie bei 6 Niederlagen und 4 Unentschieden nur noch einmal.

Zürich - Thun (2:1, 2:2, 2:2, 3:0). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Winter, Hekuran Kryeziu und Ceesay (alle verletzt); Hediger, Karlen, Bigler, Rodrigues, Munsy, Ziswiler (alle verletzt), Righetti und Wanner (beide krank). - Fraglich: - ; Tosetti. - Statistik: Für dieses Duell zweier Mannschaften, die nur je eines von sechs Meisterschaftsspielen gewonnen haben, scheint alles offen zu sein. Die Zürcher kamen zuletzt mit der Höhe der Niederlage in Bern gegen YB (0:4) glimpflich davon, und Thun verlor die letzten zwei Partien mit insgesamt 0:5 Toren. Im direkten Vergleich sieht man, dass die Mannschaft von Trainer Ludovic Magnin aus den letzten fünf Duellen mit den Berner Oberländern elf Punkte herausgeholt hat.

Rangliste: 1. Basel 6/15 (16:7). 2. Young Boys 6/14 (13:5). 3. Sion 6/13 (8:6). 4. Servette 6/9 (9:6). 5. St. Gallen 6/7 (9:11). 6. Luzern 6/5 (5:7). 7. Thun 6/5 (6:10). 8. Zürich 6/5 (5:14). 9. Lugano 6/4 (7:8). 10. Neuchâtel Xamax FCS 6/4 (7:11).

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