Schweizer Nati
Die Wunden sind noch nicht verheilt – Kommentar zur Schweizer EM-Qualifikationsgruppe

Dänemark, Irland, Georgien und Gibraltar sind die Schweizer-Nati-Gegner für die EM-Qualifikation. Die Teilnahme an der EM sollte für die Schweizer nur noch Formsache sein.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Grenzenlose Ernüchterung: An der WM verliert die Schweiz den Achtelfinal gegen Schweden 0:1.

Grenzenlose Ernüchterung: An der WM verliert die Schweiz den Achtelfinal gegen Schweden 0:1.

KEYSTONE

Es gab schon Auslosungen, da warteten die Schweizer Fussballer deutlich angespannter auf ihre Gegner als gestern in Dublin. Denn eines war schon seit langem klar: Egal, wem die Schweiz in dieser kommenden EM-Qualifikation gegenübersteht, die Teilnahme an der EM müsste eigentlich Formsache sein. 24 von 55 Nationalteams werden an der EM im Sommer 2020 dabei sein. Zwei Teams pro Gruppe werden sich direkt qualifizieren. Und die Schweiz ist erst noch in Topf 1 gesetzt – was also kann schiefgehen?

Die Antwort nach der Auslosung lautet: Es darf nichts schiefgehen. Dänemark, Irland, Georgien und Gibraltar heissen die Schweizer Gegner. Wenn das Team von Vladimir Petkovic die Aufgaben ernsthaft angeht, ist es Favorit auf den Gruppensieg. Die Dänen, an der WM 2018 ebenfalls im Achtelfinal ausgeschieden, sind erster Herausforderer. Aber sonst? Da müssten sich die Schweizer schon mehrmals selbst im Weg stehen. Es ist nicht zu erwarten. Und das Losglück der Schweiz umfasst eine weitere Komponente. Jene der «weichen Faktoren». Es wird in dieser EM-Qualifikation keine politisch aufgeladenen Duelle geben wie an der WM gegen Serbien.

Das Jahr 2019 wird sportlich gesehen ein Übergangsjahr. Als Highlight stehen die Finalspiele der Nations League an (Auslosung heute). Die haben zwar im Hinblick auf die EM-Qualifikation keine Bedeutung. Und doch tut es dieser Schweizer Equipe gut, sich im Juni 2019 nochmals mit einigen Grössen Europas (Portugal, England, Holland) messen zu können.

Nach dem tollen Schlusspunkt des Länderspieljahres 2018 mit dem begeisternden Sieg gegen Belgien sind die anstehenden Aufgaben im Finalturnier der Nations League und in der EM-Qualifikation eine gute Gelegenheit, weiter Goodwill beim Publikum zurückzugewinnen. Denn noch sind die Wunden der Niederlagen im EM-Achtelfinal 2016 gegen Polen und im WM-Achtelfinal 2018 gegen Schweden nicht verheilt.

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