Krisenmanagement
Die Schweizer Fussballwelt hoffte auf Heusler – doch der sagt nach einigem Überlegen ab

Es wird erwartet, dass der Präsident des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Als Nachfolger und Krisenmanager blickte alles auf Ex-FCB-Chef Bernhard Heusler. Doch der will derzeit nicht.

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Wechsel an der FSV-Spitze
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Peter Gilliéron soll am kommenden Freitag nach neusten Information zurücktreten.
SFV-Generalsekretär Alex Miescher zog nach der Polemik um seine Person die Konsequenzen und trat letzte Woche zurück.
Nati-Trainer Vladimir Petkovic steht ebenfalls in der Kritik. Noch immer hat er nicht zur Zukunft der Nationalmannschaft Stellung bezogen.
Nachfolger von Peter Gilliéron könnte Bernhard Heusler werden.

Wechsel an der FSV-Spitze

Keystone/Montage_AZ

Bernhard Heusler will nicht FSV-Präsident und Nachfolger des umstrittenen Peter Gilliéron werden: «Ich bin zum Schluss gekommen, dass so etwas derzeit für mich keine Option ist», sagt er gegenüber Blick.ch.

Immer wieder ist in den letzten Wochen der Name Bernhard Heusler gefallen, wenn über eine Neuausrichtung des SFV diskutiert wurde. Noch am Freitag erklärte Heusler, sich ernsthaft zu überlegen, Verbandspräsident zu werden.

Der Schweizer Fussballverband steht seit der Doppeladler- und Doppelbürgeraffäre massiv in der Kritik. Bereits ist Generalsekretär Alex Miescher zurücktetreten.

Der erste Auftritt Es ist der 14. Mai 2006, der Tag nach der «Schande von Basel». Fan-Randale überschatten den Titel des FC Zürich in der 93. Minute. An der Aufarbeitung der Ereignisse zentral beteiligt: Bernhard Heusler. Erstmals nimmt ihn die breite Öffentlichkeit als Zentrale beim FCB wahr.
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Transfer Frei Im Sommer 2009 wechselt der Schweizer Rekordtorschütze Alex Frei zum FCB. Es ist Heuslers erstes Meisterstück als operativer Leiter im Verein – und ein Transfer, der die hiesige Fussball-Landschaft markant verändert. Der FCB wird unbesiegbar.
Entlassung Vogel Inzwischen ist Heusler auch auf dem Papier FCB-Präsident. Im Oktober 2012 folgt eine seiner schwierigsten Entscheidungen überhaupt während seiner Ära – die Entlassung von Heiko Vogel. Einem Trainer, der dem ganzen Verein auch menschlich ans Herz gewachsen ist.
Die Brandrede Es ist Mai 2014, eben sichert sich der FCB seinen fünften Titel in Serie. Aber wieder gibt es Randale – diesmal in Aarau. Heusler greift zum Mikrofon und setzt zur flammenden Rede an. Gegen Populisten und all jene, die dem Ruf des Vereins schaden.
Der letzte Titel Ende April 2017, mittlerweile feiert der FCB den achten Titel in Serie. Eine Meisterfeier auf dem Barfüsserplatz ist nicht mehr neu – aber für Heusler gleichwohl stets speziell. Ist es sein letzter Titel als FCB-Präsident? Er hofft es nicht. Morgen Abend soll die Krönung im Cupfinal gegen Sion folgen.

Der erste Auftritt Es ist der 14. Mai 2006, der Tag nach der «Schande von Basel». Fan-Randale überschatten den Titel des FC Zürich in der 93. Minute. An der Aufarbeitung der Ereignisse zentral beteiligt: Bernhard Heusler. Erstmals nimmt ihn die breite Öffentlichkeit als Zentrale beim FCB wahr.

Keystone

Doch auch Präsident Gilliéron steht unter Druck und Beschuss. Er ist es, der als Präsident die Verantwortung trägt für das Versagen der Nationalmannschaft und des Verbandes in den letzten Wochen. Zusammen mit Miescher hat er die Doppelbürger-Affäre mit einem Interview in NZZ und TagesAnzeiger verursacht. Und mit Gilliéron stehen der Nati-Delegierte Claudio Sulser und der Kommunikationschef Marco von Ah in der Kritik.

Immerhin eines scheint nun klar: Es soll zu Erklärungen kommen. Am nächsten Freitag anlässlich der Tagung des Zentralvorstands, dem auch Bernhard Heusler angehört.

Gilliéron, Sulser und Nati-Trainer Vladimir Petkovic werden vor die Medien treten. Und versuchen, zu retten, was wohl nicht mehr zu retten ist.

Bernhard Heusler war in dieser Situation der Hoffnungsträger. Ihm wird zugetraut, die Debatte um den Fussballverband zu beruhigen und diesen neu zu strukturieren. Er sagt zur Sitzung am Freitag: «Es braucht Veränderungen. Die Aussendarstellung unseres Verbandes ist nicht befriedigend. Das muss selbstkritisch aufgearbeitet werden.»

So begründet Heusler die Absage

Nun also die Absage: Heusler will zuwarten, aber auch an der Delegiertenversammlung im Frühling nicht zur Verfügung stehen.

Im Blick sagt Heusler: «Rein sachlich muss sich der Verband in erster Linie klar werden, wie er sich in Zukunft aufstellen will. Dazu gehört natürlich auch ein gemeinsames Verständnis über die Rolle des Präsidenten und der Verbandsspitze.»

Er wisse ja gar nicht, ob seine Fähigkeiten und seine Persönlichkeit zum Anforderungsprofil des Präsidiums passen würden.

Zudem, auch privat passt das Präsidium beim Fussballverband nicht: Anfang Jahr hat Heusler eine Beratungsagentur gegründet. Auch ist er vor Kurzem zum Co-Präsidenten der Stiftung Schweizer Sporthilfe gewählt worden. Beides erfordere sein Engagement. (jk)

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