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In den USA boomt die Formel 1 – an diesem Wochenende feiert der Grand Prix von Miami Premiere

Erstmals seit 1959 wird die Formel 1 wieder in Florida starten. In Miami soll ein Hochgeschwindigkeitskurs sowie eine besondere Ambiance die Fans begeistern.

Pascal Däscher
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Die Formel-1-Welt schaut an diesem Wochenende nach Miami.

Die Formel-1-Welt schaut an diesem Wochenende nach Miami.

Darron Cummings / AP

Es ist schon beeindruckend, welcher Beliebtheit sich die Formel 1 derzeit in den USA erfreut. Knapp eine Viertel Million Menschen wollen an diesem Rennwochenende in Miami dabei sein – die Eintrittskarten waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft, obwohl die günstigsten Tickets etwa 600 US-Dollar kosteten.

Nicht zuletzt ist dafür die Netflix-Serie «Drive to Survive» verantwortlich, die der Formel 1 Millionen von amerikanischen Zuschauern beschert hat. Jetzt findet erstmals in Miami ein Grand Prix statt - und er soll, ganz an die Bedürfnisse des US-Publikums angepasst, nicht nur ein spannendes Rennen, sondern auch viel Show bieten.

Ein künstlicher Hafen und eine Seilbahn als Blickfang

Es hätte auf der Hand gelegen, dafür auf einen spektakulären Stadtkurs zu setzen, nahe am Wasser, mit der Skyline im Hintergrund. Doch es kam ganz anders. Klagen von Anwohnern und Geschäftsbetreibern blockierten die Pläne der Veranstalter, den Grand Prix an bester Lage stattfinden zu lassen. Der Kurs wurde deshalb nach Miami Gardens verlegt, etwa zehn Kilometer vom glamourösen Stadtzentrum Miamis entfernt.

Dort ist alles weniger glamourös. Und so entschieden die Veranstalter, den Event künstlich aufzupolieren. Es gibt eine Seilbahn, welche die Fans über die Strecke schweben lässt. Zudem zieren künstlich aufgeschütteter Strand und Swimmingpools das Bild der Strecke. Das Ambiente erinnert eher an eine Hotelanlage als an eine Rennstrecke. Ein weiterer Blickfang ist ein künstlich erbauter Hafen mit Jachten, der von künstlichem Wasser umgeben ist. Bei den Zuschauern kommt die künstlich geschaffene Atmosphäre allerdings bisher eher schlecht an, viele reagieren spöttisch auf die Bemühungen der Veranstalter.

Der künstliche Hafen sorgt in den sozialen Medien für Diskussionsstoff.

Der künstliche Hafen sorgt in den sozialen Medien für Diskussionsstoff.

Julien Delfosse/Freshfocus / Panoramic/DPPI

Hamilton freut sich auf die Miami-Premiere

Bei den Fahrern herrscht im Vorfeld des Rennens dagegen viel Vorfreude. Der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton meint: «Ich habe nie verstanden, warum die Leute sich hier nicht für die Formel 1 interessiert haben. Es ist einfach toll zu sehen, dass es eine wachsende Liebe in den Staaten gibt.» Alpha-Tauri-Pilot Pierre Gasly freut sich insbesondere auf die extrem schnelle Strecke: «Ich mag das Streckenlayout. Es hat überraschend viele Highspeed-Passagen und zwei hervorragende Überholmöglichkeiten».

Tatsächlich bietet die Rennstrecke alles, was das Formel-1-Herz begehrt: Drei Geraden, die längste davon über mehr als einen Kilometer lang mit einem Topspeed von über 320 km/h, diverse schnelle Kurven, lange Bögen und ein paar enge Passagen sind Teil des anspruchsvollen Circuits. Vor allem bietet der Kurs dank den drei DRS-Zonen eine Vielzahl an Überholmöglichkeiten, was ein sehr attraktives Rennen verspricht.

Kommt es wieder zum Duell Verstappen gegen Leclerc?

Bislang hat Ferrari um Shootingstar Charles Leclerc den besten Eindruck hinterlassen, mit Weltmeister Max Verstappen ist aber immer zu rechnen. Bisher wechselten sich Verstappen und Leclerc jeweils mit den Siegen ab, in der Fahrerwertung hat Leclerc mit 27 Punkten die Nase vorn. Auch in diesem Rennen ist eine Siegesprognose schwierig. Red Bull geht als leichter Favorit in das morgige Rennen, da sich das Rennauto «RB18» bislang hervorragend in den kurvigen Passagen gezeigt hat und zudem über einen sehr guten Topspeed verfügt.