Conference League
Eine Leistungsbaisse zur Unzeit: Der FCB verliert in Sofia – und Alex Frei sieht «das klar schlechteste Spiel seit ich Trainer bin»

Der FC Basel verliert das Playoff-Hinspiel gegen CSKA Sofia nach einem Eigentor von Sergio López mit 0:1.

Céline Feller aus Sofia
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Dan Ndoyes Enttäuschung ist sinnbildlich: Der FC Basel verliert das Hinspiel in Sofia mit 0:1 und muss nun im Rückspiel gewinnen.

Dan Ndoyes Enttäuschung ist sinnbildlich: Der FC Basel verliert das Hinspiel in Sofia mit 0:1 und muss nun im Rückspiel gewinnen.

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Taulant Xhaka und Adam Szalai schleichen als vorderste der Mannschaft zu den mitgereisten Fans. Ein paar von diesen reden mit den beiden Spielern des FC Basel. Xhaka, Szalai aber auch dem Rest des Teams ist an der Körperhaltung die Enttäuschung anzusehen. Kein Wunder. Denn dass und wie der FCB in diesem Hinspiel der Playoffs für die Conference League gegen CSKA Sofia mit 0:1 verliert, ist bitter.

Die FCB-Spieler bei den mitgereisten Fans.

Die FCB-Spieler bei den mitgereisten Fans.

Kostadin Andonov / freshfocus

Die entscheidende Szene spielt sich in der 70. Minute ab. Die Bulgaren, die in der zweiten Halbzeit wenige gefährliche Aktionen haben, rennen mit ihrem beachtlichen Tempo bei Kontern auf das Tor des FC Basel zu. Auf der linken Abwehrseite stimmt die Abstimmung nicht, ein flaches Zuspiel kommt durch bis zum zweiten Pfosten, wo Sergio López – mit dem Druck eines Gegenspielers im Rücken – den Ball ins eigene Tor schiebt. Satt, und so plötzlich, dass Marwin Hitz nicht reagieren kann.

Die Führung für das Heimteam fällt in einem Moment, in dem der FCB das Spiel eigentlich im Griff hat. Danach aber findet er erst kurz vor Ende der Partie eine vermeintliche Antwort, als Zeki Amdounis Direktabnahme von einem Sofia-Spieler geblockt wird. So bleibt es bei diesem 0:1 und der FCB geht wie schon gegen Bröndby mit einer Niederlage ins Rückspiel vom kommenden Donnerstag.

Aufgalopp im Stadion der Armee in Sofia bei CSKA. In den Mehlsuppentrikots ist der FCB mit Captain Fabian Frei hier noch guter Dinge.
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Auch Alex Frei ist zuversichtlich, dass sein Team heute eine gute Ausgangslage in diesem Playoff-Hinspiel für die Conference League schafft.
Die FCB-Startelf.
Sergio López kommt für den kurzfristig mit muskulären Problemen ausgefallenen Michael Lang in die Startelf.
Marwin Hitz ist in Halbzeit 1 mit dem Fuss gefordert.
Andy Pelmard duelliert sich mit Georgi Yomov. Nach schnellem Hin und Her zu Beginn prägen Zweikämpfe die erste Halbzeit.
Andy Diouf hat heute einen schwächeren Tag eingezogen. Nicht nur hier ist er einen Schritt zu spät.
Ein schönes Bild dank der bulgarischen Tartanbahn: Fabian Frei tritt einen Corner.
Liam Millar ist der Unglücksrabe der ersten Hälfte. Er vergibt kurz vor der Pause gleich doppelt das mögliche 1:0, als er allein auf Goalie Busatto zuläuft.
Die mitgereisten Basler Fans sind trotzdem guter Dinge.
Das Tor fällt dann nach der Pause auf der Gegenseite. Sergio López klärt eine Hereingabe von der rechten Seite ins eigene Netz.
Der Jubel bei den Bulgaren ist dementsprechend gross.
Wie schon im Oktober 2020 behält Sofia gegen den FC Basel die Oberhand.
Alex Frei ist unterdessen nicht mehr zufrieden und lässt den Frust an seiner Bank aus.
Zeki Amdouni wartet weiterhin auf seinen ersten FCB-Treffer. Die Ausgleichschance dazu hatte er in der 90. Minute. Doch der Schuss wurde geblockt.
Die Flanke lieferte der schnelle Ndoye.
Doch am Ende sind Adam Szalai und der FC Basel enttäuscht.
Auch Sergio Lopez, Mirko Salvi und Arnau Comas schauen betrübt zu den Gästefans. Doch noch bleibt das Heimspiel in einer Woche, um das Spiel noch zu drehen.

Aufgalopp im Stadion der Armee in Sofia bei CSKA. In den Mehlsuppentrikots ist der FCB mit Captain Fabian Frei hier noch guter Dinge.

Kostadin Andonov / Freshfocus

Dabei sieht es zumindest anfänglich so aus, als würde der FCB sich eine gute Ausgangslage schaffen können für dieses Alles-oder-nichts-Rückspiel. Nach nur zwei Minuten erspielen sich die Basler eine erste, nach drei Minuten eine zweite Ecke, spielen frisch und mutig auf. Aber die gute Phase der Basler währt nicht lange.

Bereits in der elften Minute muss Marwin Hitz erstmals aus seinem Tor eilen, um den Ball wegzugrätschen. Und nur eine Minute später bringt Wouter Burger mit einem schlechten Rückpass die eigene Abwehr in Bedrängnis. Erneut aber hält Hitz den Versuch der Bulgaren.

Das Basler Problem: die Ungenauigkeit

Denn sowohl der CSKA als auch der FCB vereinen in dieser Partie ein Problem auf sich: Die Ungenauigkeit. Beim FCB ist es vor allem im Spielaufbau frappierend. Ungenaue Bälle landen im Nichts oder beim Gegner. Chancen entstehen so sehr lange keine mehr.

Die Resultate der Playoff-Hinspiel zur Conference League:

1. FC Köln - Fehérvar FC 1:2 (1:2)
Young Boys - RSC Anderlecht 0:1 (0:0)
Fiorentina - Twente Enschede 2:1 (2:0)
West Ham United - Viborg FF 3:1 (1:0)
CSKA Sofia - FC Basel 1:0 (0:0)
Villarreal - Hajduk Split 4:2 (4:1)
Maccabi Tel Aviv - Nice 1:0 (0:0)
FC Vaduz - Rapid Wien 1:1 (1:0)
KF Shkupi - KF Ballkani 1:2 (1:1)
AZ Alkmaar - Gil Vicente 4:0 (1:0)
Partizan Belgrad - Hamrun Spartans 4:1 (3:0)
Lech Poznan - F91 Dudelange 2:0 (1:0)
Steaua Bukarest - Viking FK 1:2 (1:2)
NK Maribor - CFR Cluj 0:0
Zrinjski Mostar - Slovan Bratislava 1:0 (0:0)
Istanbul Basaksehir - Royal Antwerp FC 1:1 (0:0)
CS Universitatea Craiova - Hapoel Be’er Sheva 1:1 (0:0)
Rigas Futbola Skola - Linfield FC 2:2 (0:1)
1. FC Slovacko - AIK Solna 3:0 (1:0)
Molde FK - Wolfsberger AC 0:1 (0:1)
Rakow Czestochowa - Slavia Praha 2:1 (1:0)

Bis in der dritten und letzten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Da rennt Liam Millar alleine auf CSKA-Keeper Gustavo Busatto zu, schliesst aber ungenau und schwach ab und vergibt so die Chance auf eine Basler Führung. Dan Ndoye tut es ihm im Nachschuss gleich, und Zeki Amdounis Versuch wird geblockt.

Es ist die beste Chance der Basler, und wenn man Trainer Alex Frei zuhört, dann auch die beste der ganzen Partie. «Im Normalfall musst du international solche Tore machen, da gibt es nichts zu diskutieren oder zu beschönigen», sagt Frei nach Abpfiff kritisch. Für ihn ist klar:

«Dann wäre das Spiel in eine andere Richtung gegangen.»

Doch statt mit einem Sieg oder zumindest einem Unentschieden nach Hause zu reisen, hat der FCB nun erhöhten Druck im Gepäck. Die Ausgangslage ist aber eine bekannte, denn bereits in der letzten Runde verlor der FCB auswärts bei Bröndby und brauchte zu Hause einen Sieg fürs Weiterkommen. «Ich traue uns das zu, kein Problem», sagt Frei dazu.

Und das, obwohl der Coach an diesem Abend nicht nur enttäuscht ist über das Resultat, «sondern auch über diverse Phasen des Spiels und wie wir Entscheidungen getroffen haben.» Zu viele technische Fehler hat er gesehen, zu viele Abspielfehler, zu viele Ungenauigkeiten im Passspiel und bei der Ballmitnahme.

Frei: «Das war bisher klar das schlechteste Spiel»

Ungehalten über die Vorstellung seiner Jungs: FCB-Trainer Alex Frei im Vasil Levski-Nationalstadion von Sofia.

Ungehalten über die Vorstellung seiner Jungs: FCB-Trainer Alex Frei im Vasil Levski-Nationalstadion von Sofia.

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Daher fällt sein finales Fazit auch sehr deutlich aus: «Das war klar das schlechteste Spiel des FCB, seit ich hier Trainer bin.»

Nachdem die Leistungskurve zuletzt nach oben gezeigt hat, vor allem auch in den beiden Bröndby-Spielen, ist diese Baisse in der Tat ein Dämpfer. Einer jedoch, den die Basler in einer Woche im eigenen Stadion korrigieren können.

Das Telegramm

CSKA Sofia - FC Basel 1:0 (0:0)

Nationalstadion Vasil Levski – 15 000 Zuschauer – SR Duje Strukan (Kroatien). – Tor: 70. López (Eigentor) 1:0.

CSKA Sofia: Busatto; Turitsov, Mattheij, Koch, Petrov; Youga; Yomov (68. Tufegdzic), Vion (83. Geferson), Lindseth, Garcez; Moreno Alvarez (59. Bamba).

FC Basel: Hitz; López, Comas, Adams Nuhu, Pelmard; Burger (80. Szalai), Diouf; Ndoye, Frei, Millar; Amdouni.

Bemerkungen: Sofia ohne de Nooijer (gesperrt). Basel ohne Lang, Zeqiri, Augustin, Essiam, Sène (verletzt), Marchand, Padula, Kade, Vogel (ohne Aufgebot). – Verwarnungen: 23. Adams (Hands), 30. Amdouni (Foul), 73. Turitsov (Foul), 81. Diouf (Foul), 85. López (Foul). – Rückspiel am Donnerstag, 25. August, 19.00 Uhr im Basler St. Jakob-Park.