Fanproblematik
Einmal Bahnhof und zurück: Die Basler Fans geben im Streit mit die Berner Polizei nach

Die FCB-Fans werden vor dem Spitzenspiel gegen YB in Bern abgefangen und heimgeschickt.

Céline Feller aus Bern
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Auch die Berner Fankurve bleib aus Protest gegen die Politik leer.

Auch die Berner Fankurve bleib aus Protest gegen die Politik leer.

Claudio De Capitani

Gegen 19.15 Uhr ist Schluss. Die Basler Fans machen sich wie- der auf in Richtung Heimat. Die «Muttenzerkurve» teilt auf ihrer Homepage mit, dass sie sich nach den Geschehnissen des Nachmittags dazu entschieden hätte, «uns dieser Absurdität bewusst zu entziehen.»

Ab dem frühen Nachmittag hatten sich Basler Anhänger auf den Weg nach Bern gemacht, um dort den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Zum Trotz. Hintergrund war das durch die Liga ausgesprochene Verbot von Gästefans in den Stadien bis Ende Jahr und der folgende Verkaufsstopp von Einzeltickets durch YB. Der Verein wollte damit verhindern, dass sich die Basler Fans in «neutralen» Sektoren versammeln. Nun taten sie das in der Stadt. Oder zumindest: Sie haben es versucht.

Denn die Stadt Bern hat ihr Sicherheitsdispositiv enorm hochgefahren, die Basler Anhänger bereits am Bahnhof abgefangen. Wer sich mittels rotblauem Schal, Shirt, Mottojacke oder Ähnlichem als FCB-Fan zu erkennen gab, wurde zurück nach Basel geschickt. Und: Dem wurde ein Verbot des Betretens der Stadt Bern auferlegt. Als Reaktion haben die Fans Pyros in der Unterführung gezündet – und jene, die es raus geschafft haben, auch vor dem Bahnhof. Trotz immenser Polizeipräsenz.

Letztere wurde gar von den Berner Fans kritisiert. Oder in ihren Worten: «Polizei BE grüsst Stasi DDR» – ein happiger Vergleich der Berner Anhänger, die sich mit ihren Basler Pendants verbrüdern zum gemeinsamen Widerstand gegen geschlossene Gästesektoren und einer möglichen ID-Pflicht.

Gegen die potenziellen Verschärfungen habe die Aktion der Basler Fans «eindrücklich aufgezeigt, was künftig für Mittel aufgewendet werden müssten, sollte sich der Konflikt zwischen Fans und Sicherheitskräften weiter verschärfen», kommentiert die Kurve – bevor sie friedlich nach Hause fährt.

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