EM 2021
Fussball-Europameisterschaft: Alle Teams, alle Stadien, alle Termine – und unsere Helden

24 Mannschaften kämpfen vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 um den Titel. Doch statt wie geplant in zwölf, wird die verschobene Europameisterschaft nur in elf Städten stattfinden.

Martin Oswald und Ruben Schönenberger Aktualisiert
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Die Schweizer Nati vor dem Testspiel gegen die USA am 30. Mai in St.Gallen.

Die Schweizer Nati vor dem Testspiel gegen die USA am 30. Mai in St.Gallen.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Wieso findet die Europameisterschaft erst 2021 statt?

Ursprünglich hätte die Europameisterschaft vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 durchgeführt werden sollen. Nachdem die Uefa sich zuerst lange weigerte, eine Verschiebung zu kommunizieren, liess Corona dem Fussballverband schliesslich keine Wahl. Am 17. März 2020 gab die Uefa die Verschiebung der EM um ein Jahr bekannt. Neu findet sie vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 statt. Trotzdem heisst das Turnier offiziell weiterhin Uefa Euro 2020.

Wieso wird die EM in verschiedenen Ländern ausgetragen?

Die EM hatte 2020 einen runden Geburtstag. Erstmals wurde sie 1960 in Frankreich ausgetragen. Die drei Medaillengewinner von damals vertraten Länder, die es allesamt nicht mehr gibt: Europameister wurde die Sowjetunion. Sie besiegte Jugoslawien in der Verlängerung des Finals mit 2:1. Den dritten Platz sicherte sich die Tschechoslowakei mit einem 2:0-Erfolg im kleinen Final gegen Gastgeber Frankreich.

Zum 60-Jahr-Jubiläum wollte die Uefa die EM in möglichst viele verschiedene Länder bringen und Spiele in insgesamt zwölf verschiedenen Städten austragen. Statt nur in einem Land eine Party zu haben, werde man so über ganz Europa eine Party veranstalten, liess sich Gianni Infantino 2012 zitieren. Der heutige Fifa-Präsident war damals noch Uefa-Generalsekretär. An der Idee will man trotz der Verschiebung festhalten. Im Grossen und Ganzen scheint der Plan aufzugehen. Einzelne Anpassungen nimmt die Uefa aber vor (siehe nächster Abschnitt).

Welches sind die einzelnen Spielorte?

Geplant waren Spiele in zwölf verschiedenen Städten. Weil Bilbao und Dublin der Uefa aber nicht rechtzeitig Garantien machen konnten, ob sie Fans zu den Spielen zulassen, wird in diesen Orten nun kein EM-Fussball zu sehen sein. Bilbao wird durch Sevilla ersetzt, das neu zum Austragungsort wird. Die Spiele von Dublin werden in St.Petersburg und London ausgetragen. In beiden Orten waren sowieso schon Spiele geplant. Damit findet die Europameisterschaft nun in diesen elf Städten statt:

Die Halbfinals und der Final sollen im Londoner Wembley stattfinden. Das Stadion wurde 2007 eröffnet. Auch der 1923 eröffnete Vorgänger an gleicher Stelle hiess Wembley.

Mehr zu den einzelnen Spielorten finden Sie hier:

Werden Fans in den Stadien sein?

Davon ist derzeit auszugehen. Die Organisatoren der verbliebenen elf Austragungsorte haben unterschiedliche Auslastungen ihrer Stadien zugesichert.

Wo spielt die Schweiz?

Die Schweiz muss weite Wege machen. Sie spielt einerseits in Rom, andererseits in Baku. Und dann auch noch so, dass die Nati viel reisen muss: Das erste Gruppenspiel gegen Wales soll in Baku stattfinden, das zweite gegen Italien in Rom, das dritte gegen die Türkei wiederum in Baku. Keine andere Nationalmannschaft hat in der Vorrunde mehr Flugkilometer zu absolvieren als die Nati.

Wie funktioniert der Modus?

Seit der Europameisterschaft 2016 treten 24 Mannschaften in der ersten Runde in sechs Gruppen an. Jede Mannschaft absolviert drei Spiele, da innerhalb einer Gruppe jede Mannschaft einmal gegen jede spielt. Für den Achtelfinal qualifizieren sich neben den Gruppenersten und -zweiten aus jeder Gruppe (12 Mannschaften) auch die vier besten Gruppendritten.

Innerhalb einer Gruppe entscheidet bei Punktgleichheit die Direktbegegnung vor der Tordifferenz. Für die Ermittlung der besten Dritten aller Gruppen wird zuerst die Punktezahl betrachtet. Bei Punktegleichheit zählt die bessere Tordifferenz, danach die Anzahl erzielter Tore, anschliessend die Anzahl Siege. Reicht das immer noch nicht, zählen Strafpunkte für Karten oder gar der Rang in der Schlussrangliste der Qualifikation.

Ab dem Achtelfinal gilt das K.-o.-System, der Verlierer jedes Spiels scheidet aus.

Welche Nationalmannschaften nehmen teil?

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft nimmt zum fünften Mal in der Geschichte an einer EM-Endrunde teil.

Nation FIFA-Rang (10.12.20) Teilnahmen an einer Endrunde
Belgien 1 6
Dänemark 12 9
Deutschland 13 13
England 4 10
Finnland 54 1
Frankreich 2 10
Italien 10 10
Kroatien 11 6
Niederlande 14 10
Nordmazedonien 65 1
Österreich 23 3
Polen 19 4
Portugal 5 8
Russland 39 6
Schottland 48 3
Schweden 20 7
Schweiz 16 5
Slowakei 33 2
Spanien 6 11
Tschechien 42 7
Türkei 32 5
Ukraine 24 3
Ungarn 40 4
Wales 18 2
2016: Christiano Ronaldo stemmt den Pokal in die Höhe ‒ Portugal ist zum ersten Mal Europameister.

2016: Christiano Ronaldo stemmt den Pokal in die Höhe ‒ Portugal ist zum ersten Mal Europameister.

Bild: Keystone

Wer spielt für die Schweizer «Nati»?

In der Qualifikation für die Europameisterschaft spielte die Schweizer Nationalmannschaft gegen Georgien, Dänemark, Irland und Gibraltar und holte den Gruppensieg. Das Team wird seit dem 1. Juli 2014 von Vladimir Petkovic trainiert.

Seit dem 31. Mai weiss man, welche 26 Spieler Petkovic ins EM-Camp nach Bad Ragaz mitnimmt:

Yann Sommer, 17.12.1988 (32), Borussia Mönchengladbach, 60 Länderspiele.
26 Bilder
Jonas Omlin, 10.1.1994 (27), Montpellier HSC, 2 Länderspiele.
Yvon Mvogo, 6.6.1994 (26), PSV Eindhoven, 3 Länderspiele.
Nico Elvedi, 30.9.1996 (24), Borussia Mönchengladbach, 25 Länderspiele, 1 Tor.
Manuel Akanji, 19.7.1995 (25), Borussia Dortmund, 28 Länderspiele, 0 Tore.
Fabian Schär, 20.12.1991, (29), Newcastle, 58 Länderspiele, 8 Tore
Eray Cömert, 4.2.1998 (23), FC Basel, 4 Länderspiele, 0 Tore.
Becir Omeragic, 20.1.2002 (19), FC Zürich, 3 Länderspiele, O Tore.
Ricardo Rodriguez, 25.8.1992 (28), FC Torino, 79 Länderspiele, 8 Tore.
Silvan Widmer, 5.3.1993 (28), FC Basel, 15 Länderspiele, 1 Tor.
Kevin Mbabu, 19.4.1995 (26), Vfl Wolfsburg, 11 Länderspiele, 0 Tore.
Jordan Lotomba, 29.9.1998 (22), Nizza, 1 Länderspiel, 0 Tore
Loris Benito, 7.1.1992 (29), Girondins Bordeaux, 11 Länderspiele, 1 Tor.
Steven Zuber, 17.8.1991 (29), Eintracht Frankfurt, 35 Länderspiele, 7 Tore.
Granit Xhaka, 27.9.1992 (28), Arsenal London, 92 Länderspiele, 12 Tore.
Remo Freuler, 15.4.1992 (29), Atalanta Bergamo, 27 Länderspiele, 3 Tore.
Denis Zakaria, 20.11.1996 (24), Borussia Mönchengladbach, 31 Länderspiele, 3 Tore
Djibril Sow, 6.2.1997 (24), Eintracht Frankfurt, 15 Länderspiele, 0 Tore.
Edimilson Fernandes, 15.4.1996 (25), FSV Mainz, 21 Länderspiele, 1 Tor.
Xherdan Shaqiri, 10.10.1991 (29), FC Liverpool, 89 Länderspiele, 23 Tore.
Admir Mehmedi, 16.3.1991 (30), VfL Wolfsburg, 72 Länderspiele, 10 Tore.
Ruben Vargas, 5.8.1998 (22), FC Augsburg, 11 Länderspiele, 2 Tor.
Christian Fassnacht, 11.11.1993 (27), YB, 6 Länderspiele, 1 Tor
Haris Seferovic, 22.2.1992 (29), Benfica Lissabon, 73 Länderspiele, 21 Tore.
Breel Embolo, 14.2.1997 (24), Borussia Mönchengladbach, 42 Länderspiele, 5 Tore.
Mario Gavranovic, 24.11.1989 (31), Dinamo Zagreb, 29 Länderspiele, 11 Tore.

Yann Sommer, 17.12.1988 (32), Borussia Mönchengladbach, 60 Länderspiele.

Keystone

Die nachfolgende Grafik zeigt eine mögliche Startelf. Sie entspricht jener vom 1:0-Sieg der Nati gegen Litauen am 28. März in St.Gallen.

26 Spieler sind drei mehr als bisher an Europameisterschaften üblich. Für die einzelnen Spiele dürfen wie bisher aber nur 23 Namen auf dem Matchblatt erfasst werden. Einwechseln können die Trainer übrigens wie zuletzt in den Klubwettbewerben fünf Ersatzspieler.

Wo erhalte ich während der EM Informationen?

In der Schweiz wird die SRG die Fussball-Europameisterschaft exklusiv im Fernsehen und Radio begleiten. CH Media wird in Print und online intensiv über die Schweizer Fussball-«Nati» und die EM berichten.

Spielplan Gruppenphase

Die Spiele der Gruppenphase finden jeweils um 15, 18 und 21 Uhr statt.

Dat. Uhrzeit Match Spielort
Fr, 11.06.2021 21:00 Türkei – Italien Rom
Sa, 12.06.2021 15:00 Wales – Schweiz Baku
Sa, 12.06.2021 18:00 Dänemark – Finnland Kopenhagen
Sa, 12.06.2021 21:00 Belgien – Russland St. Petersburg
So, 13.06.2021 15:00 England – Kroatien London
So, 13.06.2021 18:00 Österreich – Nordmazedonien Bukarest
So, 13.06.2021 21:00 Niederlande – Ukraine Amsterdam
Mo, 14.06.2021 15:00 Schottland – Tschechien Glasgow
Mo, 14.06.2021 18:00 Polen – Slowakei St.Petersburg
Mo, 14.06.2021 21:00 Spanien – Schweden Sevilla
Di, 15.06.2021 18:00 Ungarn – Portugal Budapest
Di, 15.06.2021 21:00 Frankreich – Deutschland München
Mi, 16.06.2021 15:00 Finnland – Russland St. Petersburg
Mi, 16.06.2021 18:00 Türkei – Wales Baku
Mi, 16.06.2021 21:00 Italien – Schweiz Rom
Do, 17.06.2021 15:00 Ukraine – Nordmazedonien Bukarest
Do, 17.06.2021 18:00 Dänemark – Belgien Kopenhagen
Do, 17.06.2021 21:00 Niederlande – Österreich Amsterdam
Fr, 18.06.2021 15:00 Schweden – Slowakei St.Petersburg
Fr, 18.06.2021 18:00 Kroatien – Tschechien Glasgow
Fr, 18.06.2021 21:00 England – Schottland London
Sa, 19.06.2021 15:00 Ungarn – Frankreich Budapest
Sa, 19.06.2021 18:00 Portugal – Deutschland München
Sa, 19.06.2021 21:00 Spanien – Polen Sevilla
So, 20.06.2021 18:00 Italien – Wales Rom
So, 20.06.2021 18:00 Schweiz – Türkei Baku
Mo, 21.06.2021 18:00 Nordmazedonien – Niederlande Amsterdam
Mo, 21.06.2021 18:00 Ukraine – Österreich Bukarest
Mo, 21.06.2021 21:00 Russland – Dänemark Kopenhagen
Mo, 21.06.2021 21:00 Finnland – Belgien St.Petersburg
Di, 22.06.2021 21:00 Tschechien – England London
Di, 22.06.2021 21:00 Kroatien – Schottland Glasgow
Mi, 23.06.2021 18:00 Slowakei – Spanien Sevilla
Mi, 23.06.2021 18:00 Schweden – Polen Dublin
Mi, 23.06.2021 21:00 Deutschland – Ungarn München
Mi, 23.06.2021 21:00 Portugal – Frankreich Budapest

Spielplan K.-o.-Phase

Die Spiele der K-o.-Phase finden zu Beginn jeweils um 18 und um 21 Uhr statt, ab dem Halbfinal nur noch um 21 Uhr.

Runde Dat. Uhrzeit* Match Spielort
AF 26.06.2021 18:00 2A – 2B Amsterdam
AF 26.06.2021 21:00 1A – 2C London
AF 27.06.2021 18:00 1C – 3D/E/F Budapest
AF 27.06.2021 21:00 1B – 3A/D/E/F Sevilla
AF 28.06.2021 18:00 2D – 2E Kopenhagen
AF 28.06.2021 21:00 1F – 3A/B/C Bukarest
AF 29.06.2021 18:00 1D – 2F London
AF 29.06.2021 21:00 1E – 3A/B/C/D Glasgow
VF 02.07.2021 18:00 Sieger AF Bukarest – Sieger AF Kopenhagen St. Petersburg
VF 02.07.2021 21:00 Sieger AF Bilbao – Sieger AF London München
VF 03.07.2021 18:00 Sieger AF Budapest – Sieger AF Amsterdam Baku
VF 03.07.2021 21:00 Sieger AF Glasgow – Sieger AF Dublin Rom
HF 06.07.2021 21:00 Sieger VF1 – Sieger VF2 London
HF 07.07.2021 21:00 Sieger VF 4 – Sieger VF 3 London
Finale 11.07.2021 21:00 Sieger HF 1 – Sieger HF 2 London