EHC Olten
Heikki Leimes Hoffen auf den Playoff-Effekt

Der EHCO-Trainer hat in Olten bereits bewiesen, dass er erfolgreiche Playoffs spielen kann – das erleichtert Vieles. Die Aufstiegsspiele sind für den Finnen vor allem eine Frage der Mentalität.

Michael Forster
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«Ich mag die Vorstellung, eine Gruppe beisammen zu haben, die füreinander durch Dick und Dünn geht»: Heikki Leime.

«Ich mag die Vorstellung, eine Gruppe beisammen zu haben, die füreinander durch Dick und Dünn geht»: Heikki Leime.

Hansruedi Aeschbacher

«Diese Dinge gehören alle der Vergangenheit an», sagte Heikki Leime vor ziemlich genau einem Jahr. Die Rede war damals vom Erstrunden-Out gegen La Chaux-de-Fonds im Jahr davor, davon auch, dass die Oltner bis dato grundsätzlich den Beweis schuldig geblieben waren, eine Playoff-Mannschaft zu sein. Leime liess sich von der negativen Statistik aber nicht beirren, fegte das in den Playoffs traditionell starke Visp mit 4:0 aus dem Wettbewerb und liess gegen Martigny ein ebenso deutliches 4:1 folgen. Und obwohl eine packende Finalserie gegen Langnau in der «Belle» verloren ging, erarbeiteten sich die Oltner auf einen Schlag viel «Playoff-Bonus».

Logisch also, dass der EHCO-Trainer diesmal nicht abgeneigt ist, zumindest kurz zurückzublicken und sich an die erfolgreiche Vorgehensweise aus dem 2015 anzulehnen. «Bis zu einem gewissen Punkt verfolgen wir dieselbe mentale Vorbereitung wie im letzten Jahr, weil es damals so gut funktionierte. Nicht auf die exakt gleiche Art und Weise, aber mit denselben Vorstellungen.» Würde er hingegen noch einmal 1:1 dasselbe tun, so würde das kaum mehr funktionieren. Spieler kommen und gehen, die Ausgangslage ist nicht mehr ganz dieselbe – all das erfordere automatisch gewisse Anpassungen. Wenngleich die Gewissheit, von einer bewährten Vorbereitung ausgehen zu können, die Arbeit natürlich erleichtere.

Die Playoffs sind Kopfsache

Erschwerend kommt für Leime hinzu, dass sich zuletzt (noch) nicht alle Spieler in Playoff-Form präsentierten oder für die Ko.-Phase gar fraglich sind. Nebst dem Langzeitverletzten Codey Burki betrifft dies vor allem Topscorer Marco Truttmann. Er dürfte kaum vor dem Halbfinal ein Thema sein. Besser steht es um Reto Kobach, der in Rapperswil übel gegen den Kopf gecheckt wurde, die Viertelfinalserie gegen Visp aber von der ersten Partie an dürfte bestreiten können. «‹Trutti› kann man nicht ersetzen», weiss Leime, «andererseits kann man auch einen Schneuwly oder einen Ast nicht ersetzen. Sie alle sind unterschiedlich, haben ihren ganz eigenen Stil.» Auf Ausfälle gelte es grundsätzlich, möglichst optimal zu reagieren – egal, um welchen Spieler es sich handle.

Um jene Akteure, welche sich kurz vor Playoff-Beginn noch ein ziemliches Stück von ihrer Topform entfernt präsentierten, macht sich Leime keine Sorgen. «Natürlich sollte man möglichst mit 100 Prozent in die Playoffs steigen», sagt der Trainer. Gleichzeitig setzt er auf den speziellen Charakter dieser Phase, darauf auch, dass einzelne Spieler sich steigern und den Unterschied zugunsten des eigenen Teams ausmachen können. An erster Stelle steht für Leime ohnehin das Mentale. «Hier müssen wir von der ersten Minute an bereit sein. Ist dies nicht der Fall, dann ist schnell alles vorbei.» Er spüre in der Mannschaft seit Tagen die Freude, aber auch die Anspannung auf die bevorstehenden Playoffs. So richtig greifbar werde diese mentale Bereitschaft aber erst unmittelbar vor dem ersten Anpfiff.

Die Waffe für lange Playoffs

Zufrieden zeigt sich Leime, der sich bezüglich der beiden ausländischen Fixstarter noch definitiv entschieden hat («Alle drei haben ihre Stärken»), über die Breite des Playoff-Kaders, sofern man nicht von einem aussergewöhnlichen Verletzungspech heimgesucht werde. «Ich verstehe, dass man sich mit zusätzlichen Spielern absichern will, habe dabei aber immer gemischte Gefühle», so Leime. «Ich mag die Vorstellung, eine Gruppe beisammen zu haben, die füreinander durch Dick und Dünn geht. Die Playoffs sind ein Abenteuer, das müssen wir geniessen. Es kann vier Spiele lang dauern, aber auch deren 28.» Die beste Waffe für lange Playoffs sieht der Finne in der eigenen Spielanlage. «Die Spieler wissen, wie wir spielen wollen – und sie mögen unsere Philosophie, Eishockey zu spielen.»

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