Playoff-Aus des EHC Olten

Billiger ist nicht schlechter. Oder: Auch kleine Brötchen können schmackhaft sein

Der verletzte Stan Horanský wird vom Eis geführt.

Der verletzte Stan Horanský wird vom Eis geführt.

Der EHC Olten ist bereits im Playoff-Viertelfinal am SC Langenthal gescheitert. Den favorisierten Oltnern gelang es zu selten, die nötige Leidenschaft aufs Eis zu bringen. Wie konnte es zu dieser riesigen Enttäuschung kommen? Und wie geht es jetzt weiter? Eine Analyse

Der Monat Februar ist noch nicht einmal zu Ende. Und schon beginnt für den EHC Olten eine ungewohnt lange Sommerpause. Ein Szenario, welches man sich vor dem Playoff-Auftakt beim besten Willen nicht ausmalen konnte, ist nun zur Realität geworden. Wenn es also in der Swiss League so richtig um die Wurst geht, ist der EHCO nur noch Zuschauer. Dass sich die Oltner ausgerechnet im Rahmen eines Geisterspiels vor leeren Zuschauerrängen verab­schieden mussten, passt perfekt zur mehr als trostlosen Szenerie.

Ein Einbruch ohne Vorwarnung

Keine Frage: Dieses frühzeitige Out ist eine riesige Enttäuschung. Die Mannschaft konnte die Erwartungen, die sie selber mit ihren guten und teils attraktiven Auftritten während der Qualifikation geschürt hatte, bei weitem nicht erfüllen. Das Ausscheiden im Viertelfinal ist ein sportliches Fiasko. Denn im Gegensatz zum letzten Scheitern vor drei Jahren, als man in der ersten Playoff-Runde gegen Rapperswil sang- und klanglos ausschied, war die aktuelle Mannschaft intakt, gab es keinerlei Hin­weise darauf, dass das Team auf Abwege geraten könnte. Das macht die Geschichte umso unbegreiflicher.

Woran es gelegen hat? Nun: als es wirklich zählte, war kaum einer der Spieler mehr in der Lage, überhaupt sein Potenzial komplett auszuschöpfen, geschweige denn, noch einen Gang höher zu schalten. Die Mannschaft liess in der entscheidenden Phase viele Qualitäten vermissen. Vor allem eine: den unbedingten Einsatz, den Willen, physisch ans Limit zu gehen, sich total aufzuopfern. Eine Stärke, die die Langenthaler immer wieder erfolgreich in die Waagschale zu werfen vermochten. Fatal war letztlich aber auch, dass ein Grossteil der designierten Leistungsträger ausgerechnet während der Playoffs nicht annähernd an das gewohnte Rendement herankam. Ganz offensichtlich waren einige Akteure auch mental nicht mehr bereit, dem ­hartnäckigen Underdog aus Langenthal Paroli zu bieten. Das ist die enttäuschendste Erkenntnis.

Es wäre ein Fehler, in wirren Aktionismus zu verfallen

So schwer die Enttäuschung bei allen Beteiligten wiegt, so sehr gilt es nun aber auch, nicht alles in Frage zu stellen. Etwa die Arbeit von Headcoach Fredrik Söderström. Der Schwede lieferte in seiner ersten Saison in der Schweiz saubere Büez ab und schaffte es nach Anfangsschwierigkeiten, den EHCO in ein attraktives Produkt zu verwandeln. Es wäre ein grosser Fehler, hier in wirren Aktionismus zu verfallen. Was der EHCO braucht, ist primär mal Ruhe. Womit wir bei der Personalie von Sportchef Marc Grieder angekommen sind. Auch ihn in irgendeiner Form für dieses Scheitern verantwortlich machen zu wollen, wäre ein Fehler. Grieder hat unter erschwerten finanziellen Bedingungen eine kompetitive Mannschaft zusammengestellt. Es waren letztlich die Spieler auf dem Eis, die kläglich versagt haben.

Wo der Weg des EHC Olten nach diesem sportlichen GAU hinführt? Der monetäre Druck wird angesichts des frühen Ausscheidens und des damit verbundenen Wegfalls von kalkulierten Zuschauereinnahmen sicher noch einmal grösser. Doch gerade die Serie gegen Langenthal hat gezeigt: Sparen an sich muss sich nicht zwingend negativ auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft auswirken. Auch kleine Brötchen können sehr schmackhaft sein. Ausgerechnet der im Hinblick auf diese Saison stark verbilligte SCL erwies sich für die Oltner als unüberwind­bare Hürde.

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