Eishockey
Der EHC Basel kämpft sich in der Playoff-Serie gegen Martigny in Führung: Jetzt fehlt nur noch ein Sieg bis zum grossen Ziel

Der EHC Basel gewinnt Spiel 3 im Playoff-Halbfinale gegen Martigny mit 2:1 und kann schon am Donnerstag aufsteigen, wenn er auswärts im Wallis gewinnt.

Yann Schlegel Jetzt kommentieren
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Die Vorentscheidung im zweiten Drittel: Gleich zweimal durfte Patrick Zubler nach einem Tor mit der EHC-Bank abklatschen.

Die Vorentscheidung im zweiten Drittel: Gleich zweimal durfte Patrick Zubler nach einem Tor mit der EHC-Bank abklatschen.

Christoph Perren

Eigentlich ist dieser EHC Basel zu gross, um zu versagen. Aber wer alles gewinnen muss, verzagt vielleicht im entscheidenden Moment?

«Jetzt müesse si Gas gä», sagt ein Basler Fan in der zweiten Drittelspause. Alle in der St.-Jakob Arena wussten, dass dem EHC ein Deja-vu droht. Keine fünf Sekunden vor der zweiten Sirene blieb die Uhr stehen. Und vielen im weiten Rund dürfte der Atem gestockt haben. Ein wuchtiger Direktschuss vom Martigny-Stürmer Lee Roberts schlug hinter dem machtlosen EHC-Goalie Fabio Haller im hohen Eck ein. Wie schon im gewonnenen Spiel 1 trafen die Walliser eigentlich aus dem Nichts. Wieder waren sie unglaublich kaltblütig. Und plötzlich waren die Gäste bei diesem Gipfeltreffen im Kampf um den Aufstieg in die zweithöchste Schweizer Liga wieder voll im Geschäft. Basel zitterte abermals.

Martigny nur resultattechnisch nicht unterlegen

Martigny bewies sich auch im dritten Duell als Überlebenskünstlerin. Oder anders gesagt: Der EHC Basel hätte eigentlich die Zitterpartie nie und nimmer zulassen dürfen. Derart eklatant war die Dominanz, mit der die Mannschaft von Christian Weber den vielleicht bahnbrechenden Akt dieses Duells anging.

Aber in den Playoffs gewinnt eben vielmals nicht die bessere Mannschaft, sondern jene, die den längeren Atem beweist und auch in denkbar ungünstigen Momenten an den Sieg glaubt. Mit diesen Nehmerqualitäten durften die Walliser bis zur letzten Sekunde hoffen, sich in Basel in die Verlängerung zu retten. Diese letzte Minute war angebrochen, als Martigny-Goalie Timur Shiyanov das Tor verliess. Hektik pur brach aus. Das Stadion skandierte zwischen Ekstase und Angst vor dem Späten Ausgleichstreffer lautstark das «EHC». Unten auf dem Eis warfen sich die Basler heroisch in die Schüsse. Einmal, zweimal, dreimal, viermal. Mit der Schlusssirene blieb der letzte Puck irgendwo am Körper von Pascal Blaser hängen. Die Mannschaft stürmte aufs Eis und warf sich auf den liegengebliebenen Verteidiger. Basel jubelte und kann mit einem Auswärtssieg am Donnerstag nicht nur den Finaleinzug, sondern auch schon den Aufstieg in die Swiss League perfekt machen.

Ein Verteidiger sorgt für die Vorentscheidung

Das unermüdliche Anrennen des EHC Basel war erst in der 25. Minute belohnt worden. Nicht die Altmeister Diego Schwarzenbach oder Eric Himelfarb schufen an diesem Abend vor dem Martigny-Tor die Differenz. Mit Patrick Zubler war es ein nicht minder erfahrener Verteidiger, der Basel auf die Siegesstrasse brachte. Der langjährige Verteidiger vom HC La Chaux-de-Fonds blüht in den Playoffs regelrecht auf und avancierte im dritten Spiel mit einem Doppelschlag zum Matchwinner.

Zuerst vollendete Zubler nach einer schönen Passstafette in Überzahl mit einem satten Schuss in die rechte Ecke. Gleich nach dem Führungstor liess Christian Weber wieder die erfolgreichen Block aufs Eis und dieser schlug erneut zu. Wenn auch diesmal glücklich. Mit all seiner Erfahrung brachte Topskorer Diego Schwarzenbach den Puck vors Tor, wo er von Zublers Schlittschuh absprang und im Tor landete. Der Doppelschlag fühlte sich angesichts der Spielverhältnisse fast wie eine verfrühte Vorentscheidung an. Vor allem machte Basel weiter, als ob es kein Morgen gäbe. Der nimmermüde, 39-jährige Himelfarb war auch im dritten Spiel einer der auffälligsten Akteure und hatte das 3:0 auf dem Stock. Aber die Hockey-Götter wollten auch im dritten Akt dieser Serie zwischen den beiden aufstiegswilligen Teams ein Hitchcock-Finale sehen. Und so war der Sieg für den EHC Basel am Ende umso süsser.

Das Telegramm

Basel – Martigny 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

St.-Jakob-Arena – 1523 Zuschauer – Schiedsrichter: Blasbalg; Grübel, Krsmanovic – Tore: 25. Zubler (Terzago, Schwarzenbach) 1:0, 26. Zubler (Schwarzenbach) 2:0, 40. Roberts (Gailland, Stemer) 2:1. – Stand in der Best-of-Five-Serie 2:1 – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Basel. 4-mal 2 Minuten gegen Martigny – Bemerkungen: 42. Pfostenschuss Merola, 57. Lattenschuss Stemer. – Halbfinalergebnis: Huttwil – Seewen 1:2 (Stand in der Serie: 2:1).

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