Eishockey
Ein Juwel mit Namen Meier soll die NHL erobern

Der Herisauer Timo Meier hat gute Chancen, als achter Schweizer in der ersten Runde der NHL-Talentziehung ausgewählt zu werden.

Marcel Kuchta
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Geht dahin, wo es wehtut: Timo Meier (rechts) im Dress der Schweizer U20-Auswahl.

Geht dahin, wo es wehtut: Timo Meier (rechts) im Dress der Schweizer U20-Auswahl.

KEYSTONE

Sucht man nach einem Beweis für die Fortschritte der Eishockey-Nation Schweiz, dann empfiehlt sich ein Blick auf die NHL-Drafts der letzten Jahre. Seit 2008 kam fünfmal ein Vertreter hiesigen Schaffens in der ersten, 30 Spieler umfassenden Runde der alljährlich stattfindenden Talentwahl in die Kränze.

Das wird mit allergrösster Wahrscheinlichkeit auch in diesem Jahr so sein. Mit Timo Meier steht das nächste Schweizer Nachwuchs-Juwel in den Startblöcken, die beste Liga der Welt zu erobern. Es gilt als sicher, dass der Stürmer aus der Talentschmiede des SC Herisau in den Top-15 ausgewählt wird.

Meier gilt als untypischer Schweizer. Er wird von den Talentspähern als sogenannter «Powerforward», als «Kraftstürmer» eingestuft, der das gegnerische Tor mit purer Wucht und Kraft sucht. Spieler dieses Schlags findet man hierzulande kaum.

Ein Typ wie Niederreiter

Dass sich mit Nino Niederreiter bisher nur ein Schweizer Stürmer in der NHL durchgesetzt hat, erstaunt nicht. Der Churer, der 2010 an 5. Stelle ausgewählt wurde (und damit der höchste Schweizer Draftpick der Geschichte ist), ist ebenfalls ein physisch starker Spieler mit Abschlussqualitäten. Eine Kombination, welche unter den 30 NHL-Teams extrem begehrt und gesucht ist.

Der 1,86 m grosse und 95 kg schwere Meier hat in der vergangenen Saison für das kanadische Juniorenteam Halifax Mooseheads in 75 Partien 54 Tore und 57 Assists erzielt und sich damit für höhere Aufgaben empfohlen. Die NHL-Scouts schwärmen vor allem von Meiers Vielseitigkeit.

Er wird als sehr guter «Zweiweg-Stürmer» beschrieben, der neben seiner starken Physis und seinem guten Schuss über ausgeprägte offensive Instinkte verfügt, sich aber auch nicht zu schade ist, in der Defensive zu arbeiten. Das Gesamtpaket, gewürzt mit seiner Reife und seiner professionellen Einstellung, dürfte ihm eine frühe Wahl bescheren.

An erster Stelle wird in der Nacht auf Samstag in Sunrise/Florida der Kanadier Connor McDavid von den Edmonton Oilers ausgewählt werden. Das steht schon jetzt fest: Denn McDavid gilt als der kommende Superstar der NHL.

Malgin und Siegenthaler im Fokus

Neben Timo Meier werden mit Jonas Siegenthaler und Denis Malgin (beide ZSC Lions) mit allergrösster Wahrscheinlichkeit zwei weitere Schweizer Spieler in den vorderen Runden gedraftet. Die Aktien von Verteidiger Siegenthaler sind nach seinen durchwachsenen Vorstellungen an der U18-WM im April in Zug etwas gesunken, während jene von Stürmer Malgin eher stiegen.

Defensiv-Hüne Siegenthaler dürfte in der 2. oder 3. Runde gewählt werden, der klein gewachsene, aber begnadete Techniker Malgin in der 3. oder 4. In den hinteren der insgesamt sieben Runden könnten mit Pius Suter (Guelph) oder Michael Fora (Kamloops) noch zwei weitere Schweizer in die Kränze kommen. Die 1. Runde findet in der Nacht vom Freitag auf den Samstag statt (1 Uhr MEZ). Die restlichen sechs Durchgänge am Samstag (ab 16 Uhr MEZ).

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