Rollhockey
Uris Rollhockeyaner erleben eine durchzogene Saison mit Zitterende

Der RHC Uri hat den Ligaerhalt auf den allerletzten Drücker sichergestellt. Die Gründe für das schwache Abschneiden sind vielschichtig.

Urs Hanhart
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Joshua Imhof (am Ball) wartet in seinem letzten Spiel mit einer Glanzleistung auf.

Joshua Imhof (am Ball) wartet in seinem letzten Spiel mit einer Glanzleistung auf.

Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 12. Juni 2022)

Nach der Neuverpflichtung der beiden Portugiesen André Moreira und David Goncalves startete das damals noch von Carlos Sturla, der den Akteuren eine Winner-Mentalität einimpfen wollte, was ihm allerdings nie richtig gelingen wollte, gecoachte NLA-Team des RHC Uri mit grossen Ambitionen in die Saison 2021/22. Erklärtes Ziel war der Vorstoss unter die besten Vier und damit der Einzug in die Playoffs. Aber bereits von Anfang an war der Wurm drin. Erst im vierten Spiel, nach drei knappen Niederlagen, konnten die Schwarz-Gelben gegen Uttigen ihren ersten Sieg einfahren.

Daraufhin folgte ein hauchdünner Erfolg im Gotthard-Derby über Biasca. Insgesamt verlief die Qualifikation sehr enttäuschend, konnten die Urschweizer doch nur gerade vier der 16 Spiele siegreich gestalten. Um den Einzug in die Playoffs zu schaffen, hätten sie mehr als doppelt so viele Punkte holen müssen. Mitten in der Saison musste Uri den Abgang von Starspieler Moreira, der aus familiären Gründen in seine Heimat zurückkehrte, verkraften. Zudem wurde Sturla von Goncalves als Trainer abgelöst.

Patrick Greimel sorgt für die Erlösung

In die Abstiegsrunde starteten die Innerschweizer mit einem knappen Sieg gegen Wolfurt. Danach setzte es vier Taucher in Folge ab, wodurch sie mit dem Rücken zur Wand standen. Schliesslich konnte der Klassenerhalt nur dank Parforceleistungen in den letzten beiden Spielen, gepaart mit wertvoller Schützenhilfe durch Wolfurt, sichergestellt werden.

«Wir haben in den letzten Partien ganz ohne Ausländer gespielt und den Ligaerhalt trotzdem geschafft. Das ist zweifellos bemerkenswert. Erfreulich ist, dass auch unsere jungen Spieler Verantwortung übernommen und Charakter gezeigt haben»,

betonte RHC-Uri-Präsident Stefan Gisler nach dem mit 5:4 gewonnenen abschliessenden Hitchcock-Match gegen Uttigen. Uri musste bis zur vorletzten Minute zittern, ehe Patrick Greimel mit einem energisch versenkten Rückhandschlenzer für die Erlösung und damit den Verbleib im Oberhaus sorgte. «Ausgerechnet in den wichtigen Direktbegegnungen mit Montreux, unserem Hauptgegner im Kampf gegen Abstieg, haben wir den Kürzeren gezogen, was sehr schlecht war. Dadurch sind wir erst in diese Situation geraten, und es ist zum Schluss sehr eng geworden», so Gisler.

Junge sollen in die Bresche springen

Nach den Rücktritten von Captain Joshua Imhof, der jahrelang als eigentlicher Reisser und Teamleader agierte, sowie von Keeper Marcel Greimel, der allerdings verletzungsbedingt zuletzt kaum mehr eingesetzt werden konnte, entsteht im Kader ein Vakuum. Dennoch blickt Gisler recht optimistisch in die Zukunft. Seine Begründung:

«Einerseits bleibt das restliche Kader beisammen, und anderseits bin ich zuversichtlich, dass unsere jungen Spieler aus den eigenen Reihen im Kollektiv diese Lücke füllen können. Alle haben noch Steigerungspotenzial und werden mit zunehmender Erfahrung sicherlich noch zulegen.»

An Goncalves als Spielertrainer wird weiterhin festgehalten. «Er hat auf die Jungen gesetzt und ihnen eine Chance gegeben. Das ist sicherlich das richtige Konzept», glaubt der Vereinspräsident. Gemäss Gisler wird auch noch nach Verstärkungen Ausschau gehalten. Diesbezügliche Bemühungen sind allerdings erst angelaufen. Deshalb konnte er in Bezug auf allfällige Neuverpflichtungen noch nichts sagen. Joshua Imhof wird künftig als Sportchef agieren. Damit bleibt er dem Fanionteam in einer neuen Rolle erhalten.