Super League

Die Verlustpunktlosen: YB, FCZ und Sion sind ohne Punkteverlust in die Super League gestartet

Die Raiffeisen Super League geht in die dritte Runde

Die Raiffeisen Super League geht in die dritte Runde

Zwei Runden sind gespielt in der Meisterschaft. An der Spitze sind mit YB, dem FCZ und Sion drei Mannschaften mit zwei Siegen gestartet. Trotzdem sind ihre Welten unterschiedlich – eine Situationsanalyse mit drei prägenden Figuren

YB holte in den ersten zwei Spielen 6 Punkte.

YB holte in den ersten zwei Spielen 6 Punkte.

Young Boys:

Ist der Fussball-Gott doch ein Berner? Die letzte Hürde für YB auf dem Weg in die Champions League heisst ZSKA Moskau. Eine Knacknuss zwar, aber eben doch das beste Los, das YB für die Playoffs hätte erwischen können. Die Berner Genuss-Tage dauern an. Und mittendrin ist einer, der lange nicht mehr auf der grossen Bühne stand: Marco Wölfli. Der loyale Teamplayer ist mehr als eine Nummer 2. Er kümmert sich aktiv und ausführlich um seine Nachfolger. Das war bei Yvon Mvogo so. Und das ist jetzt bei David von Ballmoos so.

Doch weil sich von Ballmoos gegen GC verletzte, kehrt Wölfli vorübergehend ins Rampenlicht zurück. Nach dem Sieg über Kiew schmunzelte er sich im TV zum Vergleich: «Das mit den Torhütern ist wie mit gutem Wein. Je älter, desto besser. Nur leider braucht man sie nicht mehr so oft.» Nun fügt er an: «Ich hoffe, man erkennt die leise Ironie.» Die Fans jedenfalls feierten niemanden so sehr wie Wölfli. «Das tut natürlich gut. Es zeigt, welch lange Verbindung besteht.» Nun gelte es allerdings, den Fokus wieder auf die Meisterschaft zu richten. Es gilt, das Gefühl, dass bei YB etwas wächst, aufrechtzuerhalten. Der Besuch von Lausanne ist ein guter Test dafür. Wölfli sagt: «Fussball spielen, das können wir. Jetzt ist die Frage, ob wir es auch im Kopf hinkriegen.»

Auch der Aufsteiger aus Zürich verschenkte keine Punkte.

Auch der Aufsteiger aus Zürich verschenkte keine Punkte.

FC Zürich:

Irgendwann sagt Alain Nef diesen einen Satz. Eher etwas beiläufig zwar. Aber doch: «Wenn wir nach Deutschland schauen, dann wissen wir aus der Vergangenheit: Es gab schon Teams, die den Schwung nach dem Aufstieg ziemlich gut nutzen konnten. Kaiserslautern oder Leipzig zum Beispiel.» Kaiserslautern? Die roten Teufel wurden 1998 als erstes Team in der Bundesliga als Aufsteiger Meister. Leipzig? Die roten Bullen mischten letztes Jahr mit ihrem überfallartigen Fussball die Liga auf, wurden Vizemeister.

Und der FCZ? «Abwarten!», sagt Alain Nef. «Der Start war gut, wir konnten den Schwung mitnehmen, haben das neue Tempo und Niveau angenommen. Aber die grossen Aufgaben kommen noch!» Das ist wohl so. Sowohl GC wie auch der FC Thun werden in dieser Saison kaum ganz vorne mitspielen. «Trotzdem haben mir zwei Qualitäten von uns besonders gefallen in diesen Partien: Wie dominant wir gegen GC aufgetreten sind. Und unsere Moral, die wir gegen Thun bewiesen haben.» Da lag der FCZ zwischenzeitlich 0:1 zurück, gewann am Ende doch noch – dank Nefs Kopfballtor. Und was sagt der Torschütze selbst?: «Schön, dass wir auch gewinnen können, wenn ich ein Tor schiesse. Letzte Saison haben meine Treffer gegen Servette und Aarau immer in Niederlagen gemündet. . .»

Die Sittener konnten ihre beiden ersten Spiele mit 1:0 gewinnen.

Die Sittener konnten ihre beiden ersten Spiele mit 1:0 gewinnen.

FC Sion:

Freude oder Ärger? Es ist in der Tat etwas schwierig, diesen Saisonstart des FC Sion einzuordnen. In der Meisterschaft stehen zwei Siege, auch wenn sie mit 1:0 jeweils minimal ausgefallen sind. In Europa aber gibt das blamable Out gegen Süduva Marijampole aus Litauen zu denken. Präsident Christian Constantin ruft im «Blick» vorsorglich bereits den Abstiegskampf aus.

Stürmer Marco Schneuwly, der im Sommer aus Luzern ins Wallis wechselte, sieht es etwas nüchterner: «In Litauen haben wir einen schlechten Tag eingezogen, da hat nichts gepasst. Aber jetzt müssen wir nach vorne blicken. Wir hatten genügend Zeit, um das Aus zu vergessen. In der Meisterschaft sind wir voll im Fahrplan.»

In der Tat. Zwei Siege zu Beginn sind Sion seit 2012 nicht mehr geglückt. «Dabei gilt es eines auch noch zu bedenken: Wer mit einem neuen Trainer und einem neuen System operiert, braucht Zeit. Und wenn man dann diese Spiele trotzdem gewinnt, ist das schon einmal ein guter erster Schritt», sagt Schneuwly. Zumal Constantin ja eher nicht dafür bekannt ist, die Resultate in seinen Betrachtungen zu vernachlässigen.
Das erste Fazit lautet also: Man sollte sich besser hüten, über dieses neue Sion unter Trainer Paolo Tramezzani vorschnell zu urteilen.

Meistgesehen

Artboard 1