Olympische Spiele

Das IOC findet keine westeuropäischen Ausrichter mehr: deshalb gibt es jetzt Veränderungen

Viele russische Athleten wurden bei den Nachtests der Olympischen Spiele durch eine von Schweizer Geldern finanzierte Nachweismethode überführt. Foto: Keystone

Olympische Spiele sollen mehr Mixed-Wettkämpfe erhalten. (Symbolbild)

Viele russische Athleten wurden bei den Nachtests der Olympischen Spiele durch eine von Schweizer Geldern finanzierte Nachweismethode überführt. Foto: Keystone

Die Schweizer Kandidatur für die Winterspiele 2026 kann dank der neuen Unterstützung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) Geld und Zeit sparen.

Die IOC-Spitze mit Präsident Thomas Bach reagiert auf die zunehmenden Schwierigkeiten, in Westeuropa Ausrichter für Olympische Winterspiele zu finden. Die Bewerber für 2026 – darunter die Schweizer Kandidatur Sion – sollen dank einem von zwei auf ein Jahr verkürzten Bewerbungsprozess sowie einer massiven und kostenlosen Unterstützung in der Ausarbeitung ihres konkreten Projekts spürbar weniger Geld und Personal benötigen. «Wir wollen das Vorhaben künftig zusammen entwickeln und den Kandidaten unsere Expertisen zur Verfügung stellen», sagte Bach.

Der deutsche IOC-Präsident begründete diese Schützenhilfe mit den «dramatisch veränderten Bedingungen vor allem in Europa. Wenn heute die Politik, der Sport und die Wirtschaft eine Kandidatur geschlossen unterstützen, dann ist dies für viele Leute verdächtig. Man denkt sich: Da kann etwas nicht stimmen.» Bach zeigte sich dabei durchaus selbstkritisch: «Wir vom IOC haben auch einige Argumente für diese Skepsis geliefert.»

Die IOC-Spitze hat an seinem Meeting zudem einstimmig den Weg zu einer Doppelvergabe der Sommerspiele 2024 und 2028 frei gemacht. «Es ist eine goldene Gelegenheit, zwei so grossartige Bewerber zu haben. Ich kann mir kaum bessere Kandidaten vorstellen», sagte Bach. Ob Paris oder Los Angeles vom ursprünglichen Plan ab- und auf 2028 ausweicht, bleibt Bestandteil von weiteren Verhandlungen.

«Wenn heute die Politik, der Sport und die Wirtschaft eine Kandidatur geschlossen unterstützen, dann ist dies für viele Leute verdächtig.»

IOC-Präsident Thomas Bach:

«Wenn heute die Politik, der Sport und die Wirtschaft eine Kandidatur geschlossen unterstützen, dann ist dies für viele Leute verdächtig.»

Mixed-Wettkämpfe verdoppelt

Die nächsten Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio werden mehrere Rekorde brechen. Mit 321 Wettkämpfen (Rio 2016: 306) die höchste Anzahl Entscheidungen, mit geplanten 48,9 Prozent die grösste Beteiligung von Athletinnen (Rio: 45,2 Prozent) und mit insgesamt 18 Mixed-Wettbewerben gar eine Verdoppelung im Vergleich zu den Spielen im letzten Jahr.

Das olympische Programm wird also weiblicher, jugendlicher und innovativer. Neben den fünf neuen Sportarten Klettern, Karate, Skateboard, Surfen und Baseball beschloss das IOC gestern, 15 zusätzliche Wettbewerbe wie BMX Freestyle und 3×3-Basketball aufzunehmen. Hier spielen zwei Dreier-Teams auf einen Korb. Beim BMX werden Fahr- und Flugkünste der Athleten bewertet. In den Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen gibt es erstmals Mixed-Staffeln. Auch im Triathlon (Mixed-Teamstaffel) oder im Tischtennis (Mixed-Doppel) duellieren sich Frauen und Männer künftig im gleichen Wettkampf.

Um die Charta 2020 weg vom Gigantismus nicht zu ignorieren, müssen die Männer Federn lassen. In mehreren Sportarten werden Disziplinen oder Gewichtsklassen zugunsten der Frauen gestrichen. Damit auch die Gesamtzahl der Teilnehmenden reduziert wird (um 285 auf 10 616), muss etwa das dopingverseuchte Gewichtheben künftig auf 64 Olympia-Plätze verzichten.

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