Ski-WM St. Moritz

Das Duo Hüppi und Russi: Topseriös bis zum letzten Wort

Der letzte Auftritt nach 31 (!) Jahren: Matthias Hüppi (l.) und Bernhard Russi.

Der letzte Auftritt nach 31 (!) Jahren: Matthias Hüppi (l.) und Bernhard Russi.

Neben Hirscher, Kristoffersen, Yule und Aerni stehen auch zwei TV-Kommentatoren im Fokus. Matthias Hüppi und Bernhard Russi moderieren zum letzten Mal ein Skirennen zusammen.

Am Sonntag, dem 19.02.2017, geht ein Kapitel Skigeschichte zu Ende. Matthias Hüppi und Bernhard Russi legen nach 31 gemeinsamen Jahren definitiv das Mikrofon zur Seite. Der WM-Slalom wird ihr letzter Auftritt als Skikommentatoren sein – ein Abschied mit einer kleinen Träne im Knopfloch. «Selbstverständlich kommt ein bisschen Wehmut auf», sagt Hüppi.

«Wir geben ja etwas auf, das wir geliebt haben und immer noch lieben und während Jahrzehnten unser Leben geprägt hat.» Aber so, wie die beiden ihren Job interpretieren, wird der Abschied am Fernsehen keine ausufernde Farewell-Party. Sondern professionell und topseriös bis zum letzten Wort.

Russi und Hüppi sagen „Ciao“

Russi und Hüppi sagen „Ciao“

31 Jahre lang kommentierten die beiden Ski-Events. An der Ski-WM in St. Moritz werden Matthias Hüppi und Bernhard Russi ihren letzten Einsatz haben.

«Wir machen nichts», sagt Russi. «Ich wüsste auch nicht warum. Es gab schon andere Sendungen, die zu Ende gingen. Und es gibt andere Skirennen, die wir nicht kommentieren. Man darf das nicht überbewerten.» Hüppi pflichtet Russi bei: «Es wäre völlig falsch, beim letzten Rennen noch anzufangen, Sachen abzusprechen.

Das haben wir nie getan. Es war immer Freestyle von A bis Z. Im Skisport kann man ohnehin nie planen. Man weiss nie, was passiert.» Das Einzige, was er vielleicht machen wird: Anstelle des obligaten Espressos, den Russi Hüppi jeweils vor der Sendung bringt, wird er gleich eine Kaffee-Maschine in die Kabine stellen. Nachdem ihm sein Kollege vorwarf, er hätte in letzter Zeit etwas nachgelassen ...

Hüppi hatte seine Prinzipien: «Mit lustigen Sprüchen hielt ich mich stets zurück. Im Skisport muss man in dieser Beziehung vorsichtig sein. Da macht man einen Witz, und im nächsten Moment stürzt einer schrecklich und liegt bewegungslos im Netz.» So verzichteten er und Russi bewusst auf «Rambazamba-Shows», wie sie zuweilen ihre ORF-Kollegen zelebrieren. Was Hüppi nicht davon abhielt, aus sich herauszugehen, wenns spannend wurde. Was handkehrum zum Vorwurf führte: Er «hüppiventiliert» wieder ...


Hüppi wie Russi war immer bewusst: «Allen kann man es nie recht machen. Aber wenn die Sonne scheint und Beat Feuz Weltmeister wird, kann man auch nicht viel falsch machen.» Vor allem in St. Moritz fiel Hüppi auf: «Hier hat es offenbar nur Leute, die mit uns zufrieden waren. Ich habe noch nie so viel Respekt und Wertschätzung erlebt.»


Russi stellt fest, dass sich unter den Zuschauern fast ausschliesslich Fachleute befinden. Was man vom chinesischen TV, das ihn interviewte, nicht sagen kann: Die wussten nicht einmal, in welcher Disziplin er Olympiasieger wurde. Russi nahms gelassen und sagt lachend: «Auch unter unsern Journalisten gibt es immer mehr Ski-Analphabeten.» Ob er jenen VJ von einer grossen Agentur meinte, der sich nach der Abfahrt erkundigte: «Wann ist der zweite Lauf?»

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