Super10Kampf
Cuche wackelt mit dem Allerwertesten, Steingruber überzeugt im Pamela-Anderson-Outfit – die Schweizer Spitzensportler am Super10Kampf

Beim Super10Kampf generiert die Sporthilfe dank ihren Gladiatoren nicht nur viel Geld. Die Spitzensportler plaudern auch gerne.

Jakob Weber und Etienne Wuillemin
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600 000 Franken generieren die Sportler am Super10Kampf.

600 000 Franken generieren die Sportler am Super10Kampf.

Keystone

Wenn die Sporthilfe zum Super10Kampf lädt, kommen die Schweizer Spitzensportler gern. Denn sie wissen, was sie der Sporthilfe verdanken. Alle wurden sie in jungen Jahren vom Förderprogramm finanziell unterstützt und konnten so einen grossen Schritt in Richtung Weltspitze machen.

Auch Ski-Veteran Didier Cuche macht beim Super10Kampf mit.

Auch Ski-Veteran Didier Cuche macht beim Super10Kampf mit.

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Im ausverkauften Hallenstadion in Zürich steht das Gewinnen für einmal nicht im Vordergrund auch wenn die Veteranen Didier Cuche und Marco «Büxi» Büchel den Konkurrenzkampf früherer Tage auch heute bei jeder Gelegenheit wieder aufleben lassen. Vielmehr hat man Spass und generiert nebenbei über 600 000 Schweizer Franken für die kommenden Schweizer Olympia-Sieger und Weltmeister.

Das Publikum feiert Olympia-Sieger Cancellara.

Das Publikum feiert Olympia-Sieger Cancellara.

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Star des Abends ist Fabian Cancellara, der zum Ende seiner Karriere frenetisch gefeiert wird und nach den stehenden Ovationen sprachlos ist. Zur Ruhe ist die Radsportlegende aufgrund zahlreicher Termine und Reisen bislang noch nicht gekommen. «Es ist momentan fast mehr los als vorher. Aber das wird sich hoffentlich bald legen», sagt der Olympia-Sieger von Rio.

Auch um die frischgebackene Boulder-Weltmeisterin Petra Klingler geht es turbulent zu und her. 20 Visitenkarten hat die Sportstudentin in kürzester Zeit zugesteckt bekommen. Zudem sieht sie sich in der Kletterhalle bewundernden Blicken ausgesetzt. «Der neue Respekt mir gegenüber ist gewöhnungsbedürftig», sagt Klingler, die für den Erfolg einen Spezial-Trainer engagierte, der speziell auf ihre Schwächen ausgerichtete Routen zusammensteckt. Denn weder das tendenziell unterfordernde Training mit den Frauen, noch das aufgrund der geringeren Reichweite zu schwere Training mit den Herren war für sie ideal. Der Erfolg gibt ihr recht und wer weiss – 2020 ist Bouldern zum ersten Mal olympisch.

Zu Beginn zieht Andri Ragettli bewundernde Blicke auf sich. Mit einem Salto mit Schraube betritt der 18-jährige Ski-Freestyler die Halle. Diesen wiederholt er auch während der Show und gibt anschliessend zu, seine Kunststücke auch schon im Ausgang zum Besten gegeben zu haben.

Mario Gyr, Andri Ragettli, Marc Berthod, Marco Buehrer und Nadine Zumkehr (v.l.n.r.) beim Super10Kampf.

Mario Gyr, Andri Ragettli, Marc Berthod, Marco Buehrer und Nadine Zumkehr (v.l.n.r.) beim Super10Kampf.

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Giulia Steingruber überzeugt im Pamela-Anderson-Outfit auf dem Surfbrett und verabschiedete sich anschliessend in Richtung Australien. Sechs Wochen Ferien an der Ostküste sollen die Akkus nach der turbulenten Saison 2016 mit EM-Titel, Olympia-Bronze und Verletzung wieder aufladen.

Die Eltern von Schwingerkönig Mathias Glarner hatten es nicht einfach. Weil auch Bruder Stefan Profi (FC Thun) wurde, lösten die Eltern das Problem mit dem Zuschauen gekonnt. «Einer von beiden war morgens am Schwingfest und der andere auf dem Fussballplatz. Am Mittag wurde dann die Stellung gewechselt», sagt Glarner, der sein Sieger-Muni wieder an seinen früheren Besitzer verkauft hat.

Giulia Steingruber überzeugt im Pamela-Anderson-Outfit.

Giulia Steingruber überzeugt im Pamela-Anderson-Outfit.

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Iron Woman Nicola Spirig braucht gelegentlich Abstand von ihrem Coach. Doch der sitzt dann ins Auto, fährt vor und schaut durchs Fenster des Trainingsraums zu, wie Spirig auf dem Ergometer schuftet.

Unvergesslich: Didier Cuche wackelt zu 80er-Musik mit dem Allerwertesten und lässt die Hüften kreisen. «Aperölen, das ist auch eine Leistung», antwortet er auf die Frage, was für Taten er nach der Karriere vollbringen würde.

Der bei Kalex entlassene Dominique Aegerter ist unzufrieden. «Mancher Arbeitsloser freut sich über eine temporäre Auszeit. Ich nicht. Ich will Töff fahren.» Rennen fährt Aegerter erst wieder im neuen Jahr. Jetzt muss der 26-Jährige erst mal ins Militär.

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