Ski-WM
Beat Feuz verpasst WM-Medaille in der Abfahrt: «Fair war es nicht» ++ Jansrud siegt vor Svindal und Kriechmayr

Die norwegischen Routiniers schlagen in der WM-Abfahrt in Are zu. Kjetil Jansrud gewinnt vor Teamkollege Aksel Lund Svindal, derweil Beat Feuz eine Medaille knapp verpasst.

Simon Häring
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Abfahrt Herren Ski-WM
23 Bilder
Bronze holt der Österreicher Vincent Kriechmayr.
Titelverteidiger Beat Feuz verpasst die Medaillenplätze um 11 Hundertstelsekunden.
Kjetil Jansrud fährt quasi im Blindflug zu Abfahrts-Gold
Der Schweizer Hoffnungsträger Beat Feuz verpasst das Podest.
Die Legende verneigt sich vor dem Weltmeister: Aksel Lund Svindal, zweifacher Olympiasieger, dreifacher Weltmeister und insgesamt 13-facher Medaillen-Gewinner zollt seinem Landsammn Kjetil Jansurd Respekt.
Der 33-jährige Jansrud, der Super-G-Olympiasieger von 2014, sicherte sich erstmals einen WM-Titel
Kjetil Jansrud - der neue Abfahrts-Weltmeister
Beat Feuz verpasst im Schneetreiben von Are die Titelverteidigung: "WM-würdig war das nicht. Als nach einstündiger Verschiebung gestartet wurde, war der Schneefall genauso stark wie eine Stunde zuvor. So wurde das Ganze zur Lotterie."
Jansrud, Svindal und ihren norwegischen Teamkollegen kann das allerdings egal sein. Sie freuen sich über Gold und Silber.
Carlo Janka enttäuscht auf der ganzen Linie und reiht sich am Ende des Klassements ein.
Der Bündner Mauro Caviezel startete als Zweiter. Seine Bestzeit wurde nur kurze Zeit später geschlagen.
Sweden Alpine Skiing Worlds Austria's Otmar Striedinger falls upon crossing the finish line after the men's downhill race, at the alpine ski World Championships in Are, Sweden, Saturday, Feb. 9, 2019. (AP Photo/Marco Trovati)
13 Medaillen an Grossanlässen: Svindal zeigt in seinem allerletzten Rennen seiner Karriere, warum er zu den ganz Grossen der Ski-Geschichte gehört.
Die Hände des Italieners Christof Innerhofer sagen alles: Der 11.-Platzierte ist mit den Bedinungen während der WM-Abfahrt nicht zufrieden.
Beat Feuz verpasst eine WM-Medaille in der Abfahrt.
Beat Feuz kann die Hypothek au dem oberen Teil der Strecke nicht mehr wett machen: Der beste Abfahrer der Saison verpasst die Medaille knapp. Switzerland's Beat Feuz competes during the men's downhill at the alpine ski World Championships in Are, Sweden, Saturday, Feb.9, 2019. (AP Photo/Alessandro Trovati)
Kjetil Jansrud (rechts) freut sichmit Kollege Aksel Lund Svindal
Das Podest:Gold für Fkjetil Jansurd (Mitte, Norwegen), Silber für Landsmann Aksel Svindal (links) und Bronze für Vincent Kriechmayr (rechts, Österreich).
Nebel und Wind lassen die WM-Abfahrt zur Lotterie verkommen.
Norwegens Aksel Lund Svindal inspiziert die Piste vor dem Start der Abfahrt.
Der schwedische König Carl XVI. Gustaf als Zaungast bei der WM-Abfahrt.
Wegen Nebels wurde der Start um eine halbe Stunde verschoben.

Abfahrt Herren Ski-WM

ANDERS WIKLUND

In einem von Schneefall und Nebel begleiteten Rennen mit schlechter Sicht war die Erfahrung ganz besonders gefragt. Und diesbezüglich bringen Jansrud und Svindal sehr viel mit. Beide hatten am Mittwoch im Super-G eine kapitale Niederlage bezogen. Svindal als 16., Jansrud als 22. Doch in der Abfahrt, deren Start wegen des schlechten Wetters lange unwahrscheinlich schien, schlugen die Norweger zurück.

Der 33-jährige Jansrud, der Super-G-Olympiasieger von 2014, sicherte sich erstmals einen WM-Titel, indem er seinen Kollegen Svindal um 2 Hundertstel hinter sich liess. Svindal bestritt das allerletzte Rennen seiner grossartigen Karriere. Nach zwei Olympiasiegen und drei WM-Titeln darf er mit einer 13. Medaille an Grossanlässen abtreten.

Feuz: "Fair war es nicht"

Pech hatte indes Beat Feuz, der sich aufgrund seiner langen Verletzungsgeschichte bei so schwierigen Verhältnissen wohl etwas schwerer tut als andere. Um 11 Hundertstel verpasste der Emmentaler als Vierter die Bronzemedaille, die ihm der Österreicher Vincent Kriechmayr wegschnappte. Kriechmayr errang in Are seine zweite Medaille, nachdem er im Super-G Zweiter geworden war.

Einer wie Feuz, der saisonübergreifend in 10 der 11 letzten Weltcup-Abfahrten auf dem Podium vertreten war, hätte sich zweifellos mehr verdient. Der Berner konnte sich hinterher keinen Vorwurf machen, dass es mit der erfolgreichen Titelverteidigung nicht klappte: "Ich habe alles gegeben, und einer muss ja Vierter werden."

Dass aber überhaupt gestartet worden war, sorgte bei ihm für leichte Verstimmung: "WM-würdig war das nicht. Als nach einstündiger Verschiebung gestartet wurde, war der Schneefall genauso stark wie eine Stunde zuvor. So wurde das Ganze zur Lotterie."

Feuz wollte sich aber recht verstanden wissen: "Die drei auf dem Podest sind alle absolute Weltklasse - darüber muss man nicht diskutieren. Das ändert aber nichts daran, dass das Rennen nicht fair war."

Die übrigen Schweizer konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Der mit der ungünstig frühen Nummer 3 gestartete Mauro Caviezel wurde Neunter, Niels Hintermann, Carlo Janka und Gilles Roulin landeten ausserhalb der Top 20. (chm/sda)

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