Schweizer Cup
Die Black Stars wollen Historisches schaffen: «Wir haben den Ansporn, ein Stolperstein zu sein»

Torhüter Steven Oberle trifft mit seinen Black Stars am Samstag in der 2. Cup-Runde auf den FC Biel. Gewinnt der Basler Quartierklub, zieht er erstmals in der Vereinsgeschichte in den Achtelfinal des Schweizer Cups ein.

Simon Leser
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2019 mussten sich Steven Oberle (mit dem roten Trikot) und seine Black Stars in der ersten Cup-Runde dem FC Zürich geschlagen geben.

2019 mussten sich Steven Oberle (mit dem roten Trikot) und seine Black Stars in der ersten Cup-Runde dem FC Zürich geschlagen geben.

Bild: Keystone

Steven Oberle, Ihre Mannschaft könnte am Samstag erstmals ins Achtelfinale des Schweizer Cups einziehen. Ist Ihnen das bewusst?

Steven Oberle: Ja. Im vergangenen Jahr fand aufgrund der Pandemie nur eine verkürzte Cup-Saison statt. Da war es auch schon ein Thema, dass wir noch nie so weit vorgedrungen sind.

Wie bedeutsam wäre der Einzug in das Achtelfinal?

Der Cup ist immer speziell und hat eine grosse Bedeutung. Es ist jeweils nur ein Spiel, das nur einer gewinnen kann. Jetzt spielen wir mit Biel gegen einen Ligakonkurrenten. Da ist Prestige dabei. Biel ist ein Klub, der investiert und hohe Ambitionen hat. Wir haben den Ansporn, sie rauszuhauen und ein Stolperstein zu sein.

Sie standen 2012 bereits in der 2. Runde und verloren mit Muttenz gegen YB mit 1:5. Das Spiel gegen Biel muss auch für Sie persönlich speziell sein.

Ich hatte in der ersten Cup-Runde auch schon Basel, St.Gallen und Zürich – alles coole Spiele. In diesem Jahr hatten wir Losglück. Auch jetzt gegen Biel haben wir eine Chance auf das Weiterkommen. Es ist schon speziell, wenn du in Runden einziehen kannst, in denen nicht mehr so viele Teams dabei sind. Da ist dann auch die Aufmerksamkeit grösser, es kommt der eine oder andere mehr vorbei. Aber zuerst wird es gegen Biel schwierig genug.

Verspüren Sie Druck?

Druck ist das falsche Wort, aber Anspannung ist da. Man spielt mit dem Gedanken, wer in der nächsten Runde kommen könnte, ob wieder ein machbarer Gegner oder eine grosse Nummer. YB, Basel – das wäre ein Saisonhighlight. Doch der Fokus liegt bei uns sowieso auf der Meisterschaft, da wollen wir so schnell wie möglich die Punkte holen, damit wir Ruhe haben.

Wie sieht es mit der Favoritenrolle gegen Biel aus?

Weil es ein Cup-Spiel ist, liegen die Chancen bei fifty-fifty. Biel hat höhere Ambitionen und gewann am vergangenen Wochenende in der Liga gegen Chiasso, einen Aufstiegsfavoriten, mit 3:0. Wir sind ein bescheidener Quartierverein. In der Meisterschaft wären sie favorisiert, im Cup ist es ausgeglichen.

Die letzten beiden Male, als die Black Stars in der 2. Runde standen, ging es gegen den FC Zürich. Da sind die Voraussetzungen jetzt schon viel besser, oder?

Ja, die Chancen sind da. Gegen Zürich war es immer knapp. Jetzt kann man sagen: Wenn wir wieder so auftreten und die Cup-Atmosphäre herbringen, dann reicht es eher als gegen einen abgezockten Super-Ligisten.

Was stimmt Sie optimistisch?

Sicherlich der Heimvorteil und der Kunstrasen. Und dass wir bereits zwei Jahre Promotion-League-Erfahrung haben. Biel ist erst aufgestiegen und hat Neuzugänge, da passt es vielleicht noch nicht so zusammen wie bei uns. Wenn wir einen guten Tag haben, können wir alle aus der Promotion League schlagen.

Ihre Mannschaft steht in der Liga auf dem guten vierten Platz. Was sind die Gründe?

Wir haben schon auch davon profitiert, dass wir gegen drei U21-Teams gespielt haben, die nicht so viel Erfahrung mitbringen. Aber wir liessen auch in diesen Spielen den Ball gut laufen und hatten Ballsicherheit, gerade gegen Mannschaften, die das auch probieren.

Braucht es gegen Biel nochmals eine Steigerung?

Ja. Die Motivation beim Gegner wird nochmals höher sein. Auch er weiss, dass er in der nächsten Runde ein Highlight haben kann. Die Bieler werden extramotiviert sein, das müssen wir auch.

Hinweis

Der FC Black Stars aus der Promotion League trifft am Samstag auf den Ligakonkurrenten FC Biel-Bienne. Anpfiff auf dem Buschweilerhof ist um 15 Uhr. 

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