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Vor OL-Saisonstart: Hertner im Elend, Frauen-Duo voller Zuversicht

Am Montag beginnt in Lotzwil die nationale Saison im Orientierungslauf. Höhepunkt ist die Heim-WM Mitte Juli in Lausanne. Sie löst nicht bei allen Regionalen im Nationalkader Glücksgefühle aus.

Rainer Sommerhalder
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Fabian Hertner, Ines Brodmann, Rahel Friedrich

Fabian Hertner, Ines Brodmann, Rahel Friedrich

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Wenn Pech zur Strähne wird. Der Baselbieter Fabian Hertner kämpft derzeit wieder einmal intensiv mit Frustgefühlen. Vor zwei Jahren verletzte er sich an der Weltmeisterschaft in Norwegen – auf Medaillenkurs liegend – am Knie. Vor einem Jahr versemmelte der 27-Jährige aus Pratteln, der seit letztem Herbst in Winterthur wohnt, die Selektionsläufe gründlich, durfte an der WM «nur» in der Staffel laufen und musste dort mit dem vierten Platz vorliebnehmen, anstatt die programmierte Medaille in Empfang zu nehmen. Und nun kommt es vielleicht noch schlimmer, muss Hertner die Heim-WM, die er zum Karriereziel erklärt hat, gänzlich aus der Zuschauerwarte verfolgen. Was besonders wehtut: Sein Schicksal liegt derzeit nicht in seinen Händen.

Was ist passiert? Vor sechs Wochen im Trainingslager in Portugal schlug Hertner während eines Wettkampfs wieder einmal sein Knie an, obwohl er inzwischen spezielle Knieschoner trägt. Daraus resultierte eine Knochenprellung auf der Kniescheibe. Die Schmerzen lassen kein Training zu. «In den letzten Tagen versuchte ich wieder einmal einen Anlauf mit Velofahren, aber ich musste schnell abbrechen», sagt Hertner und übt sich in Galgenhumor: «Ich war so gut in Form. Das wäre eine Riesensaison geworden.» Stattdessen heisst es abwarten und Tee trinken. «Die Schmerzen können nächste Woche weg sein oder noch vier Monate bleiben. Niemand kann mir das sagen. Ich baue derzeit auf Sand. So oder so läuft mir die Zeit davon.»

Noch etwas gutzumachen

Ganz anders die Gefühlslage bei den zwei Baslerinnen im Nationalkader. Rahel Friederich und Ines Brodmann gehörten bereits letztes Jahr zum WM-Team und sie wollen die Selektion auch nach der Rückkehr von Simone Niggli-Luder wieder schaffen. Mehr noch: Beide sprechen von einem Platz in den Top Ten. Und beide haben von 2011 noch etwas gut zu machen. Die 26-jährige Friederich schaffte im letztjährigen WM-Sprint mit Rang 9 ihr bisher bestes Resultat. In der Staffel hingegen fiel sie als Schlussläuferin nach einem Blackout in Führung liegend noch auf Position sieben zurück. Auch deshalb will sie sich wieder für einen Staffelplatz aufdrängen. Die um ein Jahr ältere Riehenerin Ines Brodmann wurde im WM-Sprint disqualifiziert, konnte diese Schmach mit Top-6-Plätzen beim Weltcupfinal aber wieder abschütteln. «Das hat mir gezeigt, dass ich mit den Besten der Welt mithalten kann, und gibt mir im Hinblick auf die Heim-WM enorm viel Zuversicht», sagt Brodmann.

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