Volleyball
Tag und Nacht mit Volleyball beschäftigt

Der 34-jährige Trainer Timo Lippuner kennt keine Pause – auch am Top Volley in Basel nicht. Die BZ nahm die Gelegenheit wahr und wollte etwas mehr über den Deitinger erfahren.

Paul Ulli
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Sm’Aesch-Trainer Timo Lippuner ist während des Top Volley als Co-Kommentator beim Schweizer Sportfernsehen im Einsatz.

Sm’Aesch-Trainer Timo Lippuner ist während des Top Volley als Co-Kommentator beim Schweizer Sportfernsehen im Einsatz.

Uwe Zinke

Eigentlich könnte sich Timo Lippuner während diesen Tagen gemütlich auf seinem Sofa räkeln. Die nationale Meisterschaft in der Nationalliga A, wo er die Frauen von Sm’Aesch Pfeffingen trainiert, ruht, und mit der Schweizer A-Nationalmannschaft, welche ebenfalls von ihm gecoacht wird, stehen auch keine Termine an. Seine Club-Ausländerinnen sind im Heimaturlaub und drei Nachwuchsspielerinnen von Sm’Aesch kämpfen mit der U18-Nati im Januar in Serbien um die EM-Qualifikation, sodass auch keine Trainings anstehen. Doch der im positiven Sinne Volleyball-Verrückte sitzt während den drei Turniertagen in der Basler St. Jakobshalle am Mikrofon des Schweizer Sportfernsehens (SSF) und kommentiert zusammen mit Markus Foerster und Mats Kopp die Spiele des Women’s Top Volley live und äusserst kompetent in die warme Stube.

Timo Lippuner, wie sind Sie überhaupt zum Volleyball gekommen?

Timo Lippuner: Meine Mutter, eine gebürtige Holländerin, spielte beim DTV Solothurn Volleyball. Als sechsjähriger Knirps war ich meist mit dabei. Da ich aber so ziemlich jede Sportart – von Fussball über Schwimmen bis zum Speed-Inlineskating – ausprobiert habe, fand ich erst mit 18 Jahren zum Volleyball, dafür dann aber gleich richtig. Ein Jahr lang habe ich gespielt, dann mit der Trainerkarriere begonnen und mit 22 Jahren war ich bereits Vereinspräsident der VBR Kaufleute Solothurn – heute Volley Solothurn. Mit meinem Mitkommentator Markus Foerster bin ich dann zu Münchenbuchsee gegangen und von dort zum heutigen Branchenprimus Volero Zürich.

Sie stehen mitten in der Ausbildung zum Swiss Olympic-Diplom-Trainer. Wie bekommen Sie das alles unter
einen Hut?

Da ich ein ausgesprochener Nachtmensch bin und mir das Lernen relativ leicht fällt, habe ich diesbezüglich kaum Probleme. Meine Trainerdiplomarbeit habe ich in drei Nächten geschrieben und mit der Note 5,5 abgeschlossen.

In den Jahren 2010 bis 2013 waren
Sie Assistenztrainer beim äusserst
professionell geführten Volero Zürich. Was haben Sie aus dieser Zeit
mitgenommen?

Dass wir im Schweizer Volleyball noch sehr weit von diesem Professionalismus entfernt sind. Zweimal pro Tag 12 bis 14 Spielerinnen im Training – zurzeit nur Wunschdenken.

Ein Team zu trainieren und dem TV-Zuschauer den Volleyballsport näher zu bringen, sind zwei Paar Schuhe. Wie haben Sie sich auf die neue Aufgabe vorbereitet?

Ich beschäftige mich Tag und Nacht mit Volleyball. Ich habe alle Spiele der Welt- und Europameisterschaften gesehen, auch jene der U19. Ausserdem hat man als Nationaltrainer viel Kontakt zu anderen Auswahlmannschaften. Die 17-jährige Serbin Tijana Boskovic von Top-Volley-Teilnehmer Partizan Belgrad zum Beispiel verfolge ich seit drei Jahren sehr intensiv.

Nach Ihrem TV-Abstecher werden Sie wieder zum «normalen» Volleyball-Headcoach. Was sind Ihre nächsten Ziele?

Kurzfristig mit meinem Team Sm’Aesch Pfeffingen die Playoffs erreichen und langfristig mit der Nationalmannschaft die Europameisterschafts-Qualifikation 2017 und 2019 schaffen.

Zum Schluss noch eine Frage an den Experten. Wer gewinnt die 26. Ausgabe des Top Volley International?

Mein Herz schlägt immer noch für Volero Zürich. Doch Cannes und die Brasilianerinnen werden sicher ein Wörtchen um den Turniersieg mitreden.

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