Basketball
Starwings besiegen Tabellenersten Fribourg

Es passiert noch ein Basketballwunder: Die Starwings bezwingen den Tabellenführer Fribourg mit 84:80 (40:32).

Georges Küng
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Dave Esterkamp Nr. 21, Fribourg Olympik gegen Kareem Johnson Nr.13 von den Starwings

Dave Esterkamp Nr. 21, Fribourg Olympik gegen Kareem Johnson Nr.13 von den Starwings

Juri Junkov

Man wähnte sich an die Zeiten zurück, als die Sporthalle Birsfelden eine uneinnehmbare Festung war. Gerade Fribourg Olympic, schlichtweg der Renommierklub der Schweiz, benötigte ab der Saison 2005/06 vier Jahre Anlaufzeit, um im Unterbaselbiet erstmals zu gewinnen. Heuer sind die Stärkeverhältnisse anders als in den ersten vier Nationalliga-A-Spielzeiten der Starwings. „FO", wie der Rekordmeister kurz genannt wird, kann noch immer mit einem Millionenbudget arbeiten.

Beim einzigen Deutschweizer Klub der Eliteklasse hat Kareem Johnson gestern Nachmittag sein letztes Spiel ausgetragen, weil der amerikanische Top-Rebounder und Modellathlet, aus finanziellen Gründen, nicht weiter verpflichtet werden kann...

Heroischer Kampf

Aber die Starwings hatten am Sonntag so viel Herzblut und Leidenschaft, dass sie dem auf dem Papier übermächtigen Rivalen einen heroischen Kampf auf Augenhöhe lieferten. Und sie hatten einen Akteur in ihren Reihen, der die Partie seines Lebens machte. Miroslav Petkovic (22), der ältere Bruder von Fribourg-Spielmacher Stefan Petkovic (19). Miro, der oft im Schatten steht, weil Stefan als Jahrhunderttalent gilt und schon mit 15 Jahren mit Olympic im Europacup spielte. Aber gestern war Miroslav der Mann des Spieles.

Sieben von acht Dreiern, darunter zwei in extremis aus über sieben Metern, fanden den Weg in den Korb. Und in den letzten 56 Sekunden (76:69), als die Sporthalle längst zum Tollhaus verkommen war, bewies der Starwings-Petkovic von der Freiwurflinie Nervenstärke und traf drei von vier Freiwürfen. Denn die Gäste schafften mit Korbdurchbrüchen, einer unglaublichen Freiwurfquote (19 von 22) und Dreipunktwürfen immer wieder den Anschluss.

In der Anfangsphase, als die Romands locker auf 5:14 davongezogen waren, war es Joël Fuchs, der mit drei Dreiern das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat wieder in den Match zurückbrachte. Und man nahm erstaunt zur Kenntnis, dass die „kleinen Wings" dem stolzen Fribourg in sieben Minuten ein 19:1 einschenkten...

Mit Foulspielen belastet

Die Starwings hatten das Handicap zu tragen, dass der 211 Zentimeter grosse Roman Albrecht (der den ersten Korb der Starwings erzielt hatte), nach fünf Minuten bereits drei Fouls auf seinem Konto hatte. Auch Johnson (der mit zwei brachialen Dunkings die Zuschauer von den Sitzen riss) war schnell mit drei Foulspielen belastet und konnte nur dezidiert eingesetzt werden.

Auch Brandon Jenkins, der mit Tempodurchbrüchen die Fribourg-Defense arg durcheinander wirbelte, und Jaraun Burrows, der oft zu fliegen oder sogar zu schweben scheint, waren Eckpfeiler in einer Mannschaft, die mit frenetischem Endapplaus und „Miro, Miro"-Rufen verabschiedet wurde.

Starwings - Fribourg Olympic 84:80 (40:32)

700 Zuschauer. - SR: Bertrand/Sani/Schaudt.

Starwings: Miroslav Petkovic (23!), Jenkins (20), Fuchs (12), Burrows (14), Albrecht (4); McCrory (3), Johnson (8), Güttinger; Beltinger, Kostic, Smiljic, Stauch.

Fribourg: Stefan Petkovic (17), Kazadi (10), Esterkamp (10), Polyblank (9), Yates (19); Forbes (5), Vogt (4), Kovac (6); Savoy, Uliwabo.

Bemerkungen: Starwings ohne Matter (verletzt). - Fribourg komplett. - Mit fünf Fouls ausgeschieden: 28. Albrecht. - Viertelsresultate: 14:18, 26:14 (40:32); 15:22 (55:54) und 29:26 (84.80). - Zu den besten Spielern wurden Miroslav Petkovic und Ronald Yates (einst bei den Starwings) gewählt.

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