Leichtathletik
Richards und Ott verteidigen ihre Titel in St. Gallen

Kugelstösser Gregori Ott und Stabhochspringer Marquis Richards gewannen wie im Vorjahr den Meistertitel in der Halle. Nun haben beide die Europameisterschaften im Kopf.

Jörg Greb
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Marquis Richards (l.) und Gregori Ott stehen weniger als ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Marquis Richards (l.) und Gregori Ott stehen weniger als ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Keystone

Die Szene erinnerte an die Kollegialität. Gregori Ott wendete sich vom Kugelring ab und begann zu animieren. Seine Aufmerksamkeit galt Stabspringer Marquis Richards. Zu seinem dritten und letzten Versuch auf 5,50 m nahm der 24-jährige Arlesheimer Anlauf. 5,50 m waren es, die gleichbedeutend sind mit der Limite für die Hallen-Europameisterschaften vom 5. bis 8. März in Prag. Während des impulsiven Anlaufs klatscht Ott wie das Publikum rhythmisch. Der Absprung, das sich Hochhangeln am Stab, der Versuch, die Latte zu überqueren. Das Vorhaben missglückte – knapp.

Allzu tragisch war das Verdikt nicht für den talentierten Springer. «Ich habe den Titel gewonnen und die Pflicht erfüllt», sagte Richards. Bereits nach drei Sprüngen, einem ersten über 5,10 m, einem gescheiterten und einem erfolgreichen über 5,30 m, hatte der Athlet vom TV Arlesheim als Goldmedaillengewinner festgestanden.

Zu Freudensprüngen sah er sich allerdings nicht veranlasst. Nach einer überzeugenden Erklärung – «und keiner Entschuldigung» – musste er allerdings nicht lange suchen: Die Vorbereitung war alles andere als ideal. Krank war Richards, einen Vitamin-D-Mangel handelte er sich ein, zu wenig Trainingssprünge waren die Folge. Und auch am gestrigen Tag raubte eine Erkältung zusätzliche Energie. «Mir fehlte am Schluss die Kraft, die Energie», schloss er. Die Hallen-EM schreibt Richards aber noch nicht ab. Noch acht Tage dauert die Qualifikationsperiode.

Richtung 19 Meter

Die Teilnahme an der EM bereits gesichert hat sich hingegen Gregori Ott. Darum zeigte sich der 20-Jährige durchaus zufrieden mit seinem Siegerstoss auf 17,53 m. «Ich habe nochmals einen harten Trainingsblock eingestreut und trat entsprechend mit müden Beinen an.» Viele Gewichte stemmte er in den Vortagen. Sprints raubten zusätzliche Energie. Ott nannte seine Stabilität beruhigend. Dazu trug auch sein Stoss beim Warm-up bei. Der beste Versuch landete da jenseits der 18-m-Linie – was die Gewissheit nährt, den 19 m nahe zu sein.

Liebäugeln mit der Hallen-EM tut auch Weitspringer Christopher Ullmann. Die Möglichkeit der Qualifikation zum «grossen Traum» verpasste der 21-jährige Old-Boys-Athlet in St. Gallen allerdings deutlich. Statt der erforderlichen 7,70 m musste er sich mit 7,22 m begnügen. Und trist sah es auch punkto Medaillen aus: Leer ausgegangen – 1 cm fehlte zu Bronze, 9 cm zu Silber.

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