Leichtathletik
Leichtathlet Marquis Richards holt Basler Stab-Gold

Es ist eine Geschichte, wie sie nur der Sport schreiben kann. 2011 stürzte Stabhochspringer Marquis Richards bei der Landung neben der Matte. Diesen Tiefpunkt hat er am Samstag endgültig überwunden – mit dem Schweizer Meistertitel in der Halle.

Fabian Tschamper
Drucken
Marquis Richards freut sich über die übersprungenen 5.20 m.

Marquis Richards freut sich über die übersprungenen 5.20 m.

Der Horror vor eineinhalb Jahr ist vorbei. Der Sturz neben die Matte liess so manchem den Atem stocken. Marquis Richards landet beim Stabhochsprung sehr unglücklich. Doch das sprichwörtliche Glück im Unglück hat ihn vor physischen Verletzungen bewahrt. «Aber ich war danach mental völlig geschwächt, ich hatte Angst vor dem Start und wusste: ‹Ich kann nicht springen› – es war wie eine Blockade», erzählt der junge Athlet.

Hilfe des Sportpsychologen

Unter der angeschlagenen Psyche hat Richards sehr gelitten. Er habe eine sehr schwierige Saison hinter sich nach dem Sturz und suchte einen Sportpsychologen auf, der ihm half, dieses Ereignis zu verarbeiten. «Ich musste lernen, dass die Sicherheit und das Vertrauen nicht von heute auf morgen wieder kommen», erklärt Richards. «Er schien in dieser Zeit sehr geknickt», fügt Mutter Sandra Richards an.

Das alles liegt nun in der Vergangenheit. Die Schweizer Meisterschaften in der Leichathletik in der Turnhalle «End der Welt» in Magglingen sollten ihn wieder zu alter Stärke bringen. Das ist ihm mehr als gelungen. Richards springt mit 5,20 Meter zur Goldmedaille und zu seinem ersten Schweizer Meistertitel bei den Aktiven. «Ich bin erleichtert», bilanziert Richards, «der Sturz damals war der tiefste Punkt in meiner Karriere, jetzt bin ich wieder bereit.»

Grosse Ziele für die Zukunft

Die Freude ist bei ihm und seinem Umfeld deutlich spürbar. Das Vertrauen «in mich und den Stab» sei wieder da. Das Vertrauen reichte sogar so weit, dass er sich an 5,31 Metern versuchte, doch das wäre nur noch das Dessert gewesen. Die verdiente Goldmedaille hängt trotzdem um seinen Hals und diese scheint ein perfekter Start für seine weitere Karriere zu sein: U23-EM in Finnland, die EM 2014, die WM 2015 und als i-Tüpfelchen vielleicht sogar die Olympischen Spiele 2016.

Doch was braucht es für diese hochgesteckten Ziele? «Geduld. Und viel Ausdauer. Ich muss mich Schritt für Schritt den besseren Resultaten nähern», sinniert der neue Schweizer Meister. Abgesehen von Geduld und Ausdauer ist auch die Infrastruktur um ihn herum sehr wichtig. Arbeit und Sport seien momentan im Einklang, wenn aber die Olympischen Spiele das langfristige Ziel sind, dann müsse er vielleicht auch einmal ein Jahr 100 Prozent seiner Leidenschaft widmen. Das dürfte ihm nicht sonderlich schwer fallen mit der stetigen Unterstützung seiner Freundin und der Mutter.

Bei der Siegerehrung der Stabhochspringer streckt Marquis Richards die Hände schon vor der Besteigung der obersten Stufe in die Höhe und setzt sein breitestes Grinsen auf – die Erlösung nach einem beschwerlichen Comeback an die Spitze.

Aktuelle Nachrichten