Laufsport
Kadi Nesero zeigt allen den Meister

Am Gempen-Berglauf setzt sich der Äthiopier Kadi Nesero gegen die OL-Spezialisten – wenn auch relativ knapp – durch. Bei den Frauen gewann Martina Strähl und verbesserte gleichzeitig ihre eigene Rekordzeit aus dem vergangenen Jahr um 32 Sekunden.

Ulrich Fluri
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Kadi Nesero.

Kadi Nesero.

Uwe Zinke / Sportives

«Der Berg ruft» – diesem pathetischen Gedanken mit ganz besonderem Reiz folgten gestern Abend rund 800 Läuferinnen und Läufer. Das Vorhaben, ununterbrochen bergauf zu laufen ist nämlich auch am Gempen eine nicht alltägliche Herausforderung, die den meisten Ausdauersportlern grossen Respekt abringt.

Dort, wo sich bei schönem Wetter täglich Dutzende von Velo-Freaks die Passstrasse hinauf quälen, gab es für einmal für den Fahrzeugverkehr kein Durchkommen. Die 7,8 Kilometer lange und 426 Meter steigende Strecke mit vielen Haarnadelkurven von Dornach hinauf zum Aussichtsturm Gempen gehörte temporär den Bergläufern. Und die waren nebst dem Kampf um persönliche Bestzeiten zusätzlich auf Punktejagd für die Gesamtwertung zur Jura-Top-Tour mit insgesamt acht Wertungsläufen.

Zudem gilt der Gempenlauf für Athleten mit höheren Ambitionen als idealer Aufbauwettkampf für die kommenden grossen Bergläufe in der Alpenregion.

Schneller Berg- und Bahnläufer

Kadi Nesero ist in Dornach kein Unbekannter. Der 27-Jährige, seit sieben Jahren im Aargau wohnhaft, war bereits 2008 am Gempen der Schnellste. Seinen Sieg musste er sich aber gegen die Orientierungsläufer des Junioren-Nationalkaders hart erkämpfen. In der Siegerzeit von 29:52,3 erlief er sich einen relativ knappen Vorsprung von 43,4 Sekunden auf den 18-jährigen Patrick Zbinden aus Engelburg und 54,7 Sekunden auf Elias Gemperli aus Frauenfeld.

Martina Strähl aus Kriegstetten, Siegerin der Frauen
6 Bilder
Kadi Nesero aus Aarau Rohr, Sieger der Männer
Patrick Zbinden aus Engelburg, 2. Männer total und Sieger Männer M18
Elias Gemperli aus Frauenfeld, 3. Männer total und 2. Männer M18
Bettina Steiger aus Maisprach, 2. Frauen total und Siegerin Frauen F40
Kathrin Götz aus Bellach, 3. Frauen total und Siegerin Frauen F35

Martina Strähl aus Kriegstetten, Siegerin der Frauen

Uwe Zinke / Sportives

«Ich wollte einfach nur gewinnen, hätte aber doch noch schneller laufen können», gab sich der leichtgewichtige Athlet nach seinem Sieg sehr selbstbewusst. Das glaubt man dem Läufer aus dem «Langstreckenreservoir» Äthiopien gerne, kam er doch mit der Referenz einer 10 000-Meter-Bestzeit von 29:14 nach Dornach. Simon Dubach aus Konolfingen sicherte sich zwar den bereits nach 700 Metern festgesetzten Goldsprint mit dem Gewinn eines Goldvreneli, musste dann aber diesem Exploit Tribut zollen und trabte schliesslich mit grossem Rückstand als 112. ins Ziel.

Martina Strähl mit Rekord

Im Frauenrennen wiederholte sich auf den ersten drei Rängen das Klassement des Vorjahres. Und da hat Martina Strähl aus Kriegstetten ihren engsten Rivalinnen Bettina Steiger aus Maisprach und Kathrin Götz aus Bellach mit deutlich über zwei Minuten Vorsprung nicht den Hauch einer Chance gelassen.

Ihre aktuelle Topform brachte die 26-Jährige zudem mit der erneuten Verbesserung ihres eigenen Streckenrekords vom vergangenen Jahr um 32 Sekunden auf 33:50,6 zum Ausdruck. Strähls bisher wertvollstes Resultat ist zweifellos die in diesem Jahr gelaufene Marathonzeit von 2.39:15. Das entspricht der geforderten Limite, was ihr einen Startplatz am EM-Marathon in Zürich sichert.

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