Orientierungslauf
Ines Brodmann vor ihrem Abschied vor heimischem Publikum

Ines Brodmann beendet ihre Karriere am Weltcupfinal in Liestal und absolviert dabei nochmals das volle Programm.

Fabio Baranzini
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Ines Brodmanngibt sich vor ihrem Karriereende entspannt.

Ines Brodmanngibt sich vor ihrem Karriereende entspannt.

Fabio Baranzini

Nach acht Jahren im Weltcup hat Ines Brodmann genug. Die 29-Jährige aus Riehen, die seit mittlerweile drei Jahren in Aarau lebt, wird am Wochenende beim Weltcupfinal in Liestal ihre letzten Rennen als Profiathletin bestreiten. Dabei wird sie noch einmal das volle Programm absolvieren: Sprintstaffel am Freitag, Mitteldistanz am Samstag und den Einzelsprint am Sonntag.

Chancen im Heimlauf

Ines Brodmann freut sich auf ihre letzten Auftritte, die sie vor Heimpublikum bestreiten darf. «Ich werde die Stimmung geniessen, denn nirgends im Weltcup sind die Fans so laut wie in der Schweiz», sagt Brodmann. «Aber trotzdem möchte ich natürlich auch eine gute Leistung zeigen. Vor allem über die Mitteldistanz rechne ich mir durchaus Chancen auf einen Platz unter den besten zehn oder vielleicht sogar auf ein Diplom aus.»

Das Feuer fehlt

Doch warum beendet Ines Brodmann ihre OL-Karriere just in dem Jahr, in dem sie nach eigenen Aussagen auf einem konditionell und technisch sehr hohen Niveau gelaufen ist und konstant gute Resultate erzielte? So wie beispielsweise an der Schweizer Meisterschaft, wo sie erstmals in vier Disziplinen eine Medaille gewonnen hat. «Es war ein Entscheid, der über längere Zeit herangereift ist. Begonnen hat der Prozess bereits vor rund zwei Jahren», erklärt Brodmann.

Damals gewann die Baslerin an der Heim-WM in Lausanne die Goldmedaille mit der Staffel. «Auf diese WM hatte ich enorm hart hingearbeitet und mit dem Gewinn der Medaille hat sich das auch voll ausbezahlt. Allerdings war danach etwas die Luft draussen.» Brodmann fehlte ein Ziel, auf das sie mit all ihrer Energie hätte hinarbeiten können. Das Feuer und die Motivation gingen je länger je mehr verloren. «Der Aufwand, um an der Spitze mitzumischen, ist schlicht zu gross, um nicht mit letzter Konsequenz dabei zu sein. Deshalb habe ich mich für den Rücktritt entschieden und werde mich nun anderen Herausforderungen widmen», so Brodmann.

Endlich richtige Ferien

Was diese Herausforderungen sein werden, weiss die 29-Jährige zumindest teilweise. Ab dem kommenden Jahr wird sie als Trainerin des Nordwestschweizer Juniorenkaders tätig sein. Zudem möchte sie sich ein zweites Standbein neben dem OL-Sport aufbauen. Ein Engagement in der Sportförderung oder bei der Organisation von Sportevents könnte sie sich vorstellen. «Ich möchte die Leute zum Sport bewegen», sagt Brodmann, die in den letzten Jahren jeweils im Winterhalbjahr als Sportlehrerin gearbeitet hat.

Trotz ihres Rücktritts vom Spitzensport wird Ines Brodmann nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. Sie wird weiterhin reduziert trainieren und den einen oder anderen Wettkampf bestreiten – unter anderem einige Staffelrennen in Schweden. «Ich mag es, mich zu fordern und bis an die Grenze zu gehen. Und das ist halt nur in einem Rennen möglich», so Brodmann. Dennoch freut sie sich auch darauf, dass sie nach ihrem Karrierenende mehr Zeit für ihre Familien und Kollegen hat und ihre Ferien endlich einmal geniessen kann, ohne ständig noch trainieren zu müssen.

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